Mundschutzpflicht Der richtige Mund-Nasen-Schutz: Kaufen, Nähen oder Basteln

Masken auf! Das gilt in Sachsen im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Andere Bundesländer wollen nachziehen. Wir fassen zusammen, welche Masken Sie wirklich brauchen und wie Sie einen einfachen Mundschutz auch selbst machen können.

Ein Mann sitzt auf dem Weg zur Arbeit in einer Straßenbahn und trägt einen Mundschutz.
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Zwar gibt es bisher keine bundesweite Pflicht, nach und nach setzen aber immer mehr Bundesländer auf den Mundschutz in Geschäften und in Bus und Bahn - auch die mitteldeutschen.

In Sachsen gilt das seit diesem Montag, Sachsen-Anhalt will ab Donnerstag, Thüringen ab Freitag nachziehen. Doch um welche Masken geht es?

FFP-Masken: "Filtering Face Piece"

Es gibt zwei große Gruppen von zugelassenen Schutzmasken: den einfachen Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Atemschutzmasken.

Atemschutzmasken (partikelfiltrierende Halbmaske) der Schutzklasse FFP2 (r, Filtering Face Piece) und FFP3.
FFP2 und FFP3 Masken schützen den Träger vor dem Corona-Virus. Bildrechte: dpa

Atemschutzmasken filtern kleine Tröpfchen, Rauch und Feinstaub heraus. Sie gibt es in drei Schutzklassen: FFP1, FFP2 und FFP3. FFP ist die Abkürzung für "Filtering Face Piece". Um sich mit einer Maske vor dem Coronavirus zu schützen, benötigt man Masken der Klasse FFP2 oder FFP3. Solche Masken sollten Sie dennoch nicht kaufen, da sie teuer und schwer erhältlich sind.

FFP-Masken müssen Medizinern und Pflegepersonal vorbehalten bleiben! Das fordert immer wieder das Robert-Koch-Institut (RKI). Denn Masken sind, wie auch andere Schutzbekleidung, weiterhin Mangelware.

Die OP-Maske: Der Mund-Nasen-Schutz

Der Mund-Nasen-Schutz (MNS) wird auch als OP-Maske bezeichnet. Er schützt nicht den Träger, sondern andere vor den Tröpfchen, die man beim Sprechen oder Husten abgibt. Vorteil für den Träger: Er kann sich so nicht unbewusst mit schmutzigen Händen an Mund oder Nase fassen.

Solche OP-Masken sind zur Zeit zwar auch nicht immer zu kriegen, kommen aber in unregelmäßigen Abständen wieder in die Apotheken. Nachfragen lohnt sich.

Insgesamt sind in immer mehr Geschäften Masken zu unterschiedlichen Preisen erhältlich, aus Stoff zum Wiederverwendet oder aus Papier zum Wegwerfen.

Mundschutz selbstgenäht

2 Rollergirls auf Moped mit Maske
DIY-Masken genügen, um der Mundschutz-Pflicht nachzukommen. Bildrechte: dpa

Viele Schneidereien, Stoffläden und Nähgeschäfte haben sich der aktuellen Situation angepasst und stellen einfache Stoffmasken her. Auch größere Firmen bieten Behelfsmasken an.

Wie groß der Schutz dieser Masken ist, lässt sich nicht immer nachprüfen, aber immerhin halten sie zumindest einen Teil der Tröpfchen des Trägers ab, indem sie sie aufsaugen.

Einen einfachen Mundschutz kann man auch selbst herstellen. Dafür eignet sich doppellagiger fester Baumwollstoff. Das zeigt ein Versuch des Max-Planck-Instituts für Chemie, das zahlreiche Materialien auf ihre Durchlässigkeit getestet hat. Anleitungen gibt es mittlerweile viele im Netz - zum Beispiel von der Feuerwehr in Essen. Eine Schritt für Schritt Anleitung hat auch MDR um 4 Expertin Ina Fischer von Pattydoo. Die Erfurter Schneiderin Liane Vogler zeigt im Video, wie's geht.

Nach dem Tragen: Waschen und Bügeln

Die Masken können wiederverwendet werden, aber nur, wenn sie nach jedem Tragen gereinigt werden. Entweder bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine oder einfach in einem Topf auf dem Herd 5 Minuten lang in kochendes Wasser legen. Zusätzlich können Sie die Maske auch bügeln und so Viren abtöten.

Schneller Schutz: Die Zellstoff-Maske

Virologe Christian Drosten empfiehlt auf Twitter eine Anleitung für Zellstoffmasken, die ganz ohne Nähen funktioniert. Sie stammt vom Universitätsklinikum Hongkong-Shenzhen. Sie ist für den einmaligen kurzen Gebrauch gedacht. Hier unsere Bildergalerie zur Anleitung.

Die Maske allein schützt nicht

Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte bereits mehrfach: Eine Maske könnte die Träger in falsche Sicherheit wiegen und unvorsichtig werden lassen. Dabei gilt: Die Maske allein reicht als Schutz nicht aus. Jeder sollte deshalb auch weiterhin den Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einhalten, die Hände regelmäßig gründlich mit Seife waschen, sich möglichst nicht ins Gesicht fassen und in die Armbeuge niesen, wenn nötig.

Das heißt auch: Nicht an der Maske zupfen, wenn diese erstmal aufgesetzt ist. Und vor allem: Nicht die Innenseite berühren. Die Maske sollte außerdem möglichst eng anliegen und durchgehend Mund und Nase bedecken.

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Dieses Thema im Programm: MDR um 4 | 17. April 2020 | 17:00 Uhr