Bio, Öko, fair Nachhaltig und umweltfreundlich einkaufen

Nachaltiges Einkaufen fängt schon mit der Fahrt zum Supermarkt an. Verbraucher können mit ihrem Konsumverhalten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Wir geben Tipps, wie sich der Einkauf umweltfreundlicher gestalten lässt.

Eine junge Frau sucht in einem Laden Kartoffeln aus
Bildrechte: imago images/Westend61

Was nachhaltiger Konsum ist

Nachhaltig zu konsumieren heißt, genauer hinzuschauen und bewusst Produkte zu kaufen, deren Herstellung und Nutzung energiesparend und umweltfreundlich ist. Dabei ist wichtig, dass die Menschen, die die Waren herstellen, angemessen bezahlt werden und unter fairen Bedingungen arbeiten.

Drei alltagstaugliche Tipps, mit denen sich der eigene ökologische Fußabdruck beim Einkaufen ein paar Nummern verkleinern lässt:

Kaufen Sie regionale Lebensmittel

Ein Mann greift nach Bio-Tomaten in einer Gemüsauslage
Bildrechte: imago/photothek

Kaufen Sie Produkte in Bio-Qualität bei landwirtschaftlichen Erzeugern aus der Region, die saisonal ausgerichtet sind. Saisonale Lebensmittel, regional produziert. Das sind gute Ansätze für einen nachhaltigen Lebensmitteleinkauf, egal ob im Biomarkt, auf dem regionalen Wochenmarkt oder bei einer Marktschwärmerei. Nutzen Sie auch umweltfreundliche Verkehrsmittel und kaufen Sie zu Fuß, per Rad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr ein.

Vermeiden Sie Müll

Verzichten Sie darauf, Plastik- oder Papiertüten zu kaufen. Nehmen Sie einen eigenen Einkaufsbeutel mit in den Supermarkt. Achten Sie außerdem darauf, lose statt vorverpackte Ware zu kaufen, um Verpackungsmüll zu reduzieren. Äpfel oder Orangen müssen nicht einzeln in Tüten verpackt werden. Kaufen Sie saisonal und in Bio-Qualität. Verzichten Sie auf den Kassenzettel.

Reduzieren Sie den Konsum tierischer Produkte

Die Fleischproduktion belastet die Umwelt enorm. Essen Sie wenig tierische Lebensmittel, egal ob Fleisch, Fisch oder Käse. Achten Sie beim Kauf auf Bio-Qualität und das "Ohne Gentechnik"-Siegel.

Werden "Bio"-Produkte stets nachhaltiger hergestellt?

"Bio" ist nicht gleichzusetzen mit "nachhaltig". So können Bio-Lebensmittel trotzdem einen weiten Transportweg hinter sich haben und aus nicht-saisonalem Anbau stammen. Trotzdem setzen Bio-Siegel hohe Standards für die Herstellung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Alle Bio-Lebensmittel werden zertifiziert, so dass die Produktion regelmäßig überprüft wird.

So behalten Sie im Label-Dschungel die Orientierung

Grundsätzlich gilt: Bioprodukte erkennt man am EU-Bio-Logo. Hat ein Produkt kein EU-Bio-Logo, ist es auch kein Bioprodukt. Daneben gibt es noch viele weitere Bio-Kennzeichnungen auf Lebensmitteln:

Bio-Siegel der EU
Bio-Logo (EU) Bildrechte: dpa

  • Label ökologischer Anbauverbände: Die meisten Verbände wie z.B. Bioland, Naturland oder Demeter existierten in Deutschland schon vor der Einführung der EG-Öko-Verordnung im Jahr 1993. Die Verbandsrichtlinien sind in einigen Punkten strenger als der EU-Bio-Standard.
  • Handelsmarken: Viele große Handelsketten haben eigene Bio-Marken gegründet, um Bioprodukte besser vermarkten zu können. Die Umweltanforderungen entsprechen dabei dem EU-Bio-Logo.

Im Informationsportal label-online.de finden Sie unter der Kategorie "Ernährung" alle Siegel der Anbauverbände und der Bio-Handelsmarken.

Welche geschützten Begriffe es gibt

Bio-Siegel
Bio-Siegel (Deutschland) Bildrechte: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Bezeichnungen "Bio" und "Öko" sind gesetzlich geschützte Begriffe. Erzeugung und Verarbeitung so gekennzeichneter Lebensmittel sind nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erfolgt. Auch folgende Begriffe auf Lebensmitteln dürfen nur für Bioprodukte verwendet werden:

  • biologisch oder ökologisch
  • kontrolliert biologisch bzw. kontrolliert ökologisch
  • biologischer bzw. ökologischer Landbau.

Andere Begriffe hingegen wie z.B. "integrierter Landbau" oder "kontrolliert" stehen nicht für Bioprodukte.

Wesentliche Merkmale des ökologischen Landbaus sind

  • Fruchtfolgen: Wechselnder Anbau verschiedener Kulturen, die sich gegenseitig ergänzen. Mit dieser Methode wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Außerdem haben Krankheiten und Schädlinge dadurch weniger Chancen, sich zu verbreiten.
  • Humuswirtschaft: Dazu gehören Bodenlockerung und Gründüngung. Ansonsten bildet das aus dem eigenen Betrieb stammende organische Material (Mist und Kompost) die Grundlage für die weitere Anreicherung mit Humus.
  • Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte: Grundprinzip ist die Vorbeugung gegen Krankheiten. Dabei hilft das Wissen über günstige Pflanzen-Nachbarschaften, richtige Saatzeitpunkte, Standort- und Sortenwahl etc.
  • Unkrautregulierung ohne Chemie: Gelingt durch Fruchtfolge und Bodenbedeckung (z.B. mit Stroh) oder auch durch mechanische Bearbeitung.

Gesetzeslage: Nur Produkte, die nach den Regeln der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert werden, tragen das "Bio"-Siegel:

  • Lebensmittel, die aus mehreren Zutaten bestehen, müssen zu mindestens 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau kommen. Die übrigen 5 Prozent dürfen nur dann aus der konventionellen Landwirtschaft stammen, wenn sie in ökologischer Qualität am Markt nicht verfügbar sind.
  • Nur Erzeuger sowie Verarbeitungs- und Importunternehmen, die den Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gerecht werden und sich den vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen, sind berechtigt, ihre Produkte unter der Bezeichnung "Bio" oder "Öko" zu vertreiben.
  • Zur Kennzeichnung der Produkte muss die Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle angegeben werden.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland (NABU), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit/Umweltbundesamt (BMU/UBA)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 26. August 2020 | 17:00 Uhr