Umschau-Quicktipp Akku-Rasenmäher: Besser als mit Benzin oder Kabel?

Heimwerkergeräte, Staubsauger und auch elektrische Gartenwerkzeuge mit Akku gibt es schon seit Jahren. Ohne Kabel lässt es sich einfach besser arbeiten. Auch bei Rasenmähern gibt es inzwischen zahlreiche Modelle mit Akku. Sie nerven weder mit einem knatternden Benzinmotor, noch brauchen sie ein Stromkabel, das von unvorsichtigen Gartenbesitzern zerschnitten werden könnte. Die Technik der Geräte ist inzwischen ausgereift. Ein paar Schwächen haben die Akku-Rasenmäher aber trotzdem, wie aktuelle Tests zeigen.

Wie komfortabel soll es sein?

Herkömmliche Rasenmäher mit Kabel gibt es schon ab 50 Euro, Benzin-Rasenmäher ab rund 100 Euro. Akku-Rasenmäher liegen mit Preisen ab 130 Euro nochmal etwas darüber. Dafür gibt es dann aber nur "Schmalspur"-Geräte mit Schnittbreiten unter 40 Zentimetern. Es geht aber auch deutlich teurer: Manche Akku-Rasenmäher kosten mehr als 1.000 Euro. Die teureren Modelle kommen mit größeren Schnittbreiten oder zusätzlichen angetriebenen Rädern. Bei aufwendigeren Akku-Rasenmähern treibt anstelle eines Riemens sogar ein zusätzlicher Elektromotor die Räder an. Damit können Nutzer selbst bestimmen, wie schnell oder langsam der Rasenmäher fahren soll.

Ein Akku für alle

Zahlreiche Hersteller bieten so genannte Systemfamilien an: Der Rasenmäher nutzt dann den gleichen Wechsel-Akku wie etwa der Rasentrimmer oder die Heckenschere vom gleichen Anbieter. Darauf kann man beim Kauf achten und so oft etwas bei den Anschaffungskosten sparen, denn je nach Hersteller kann der Akku zwischen 60 und 300 Euro kosten.

Nicht ganz leise

Rasentraktor
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Die Hersteller bewerben ihre Akku-Modelle gern als die Rasenmäher der Zukunft. Kein Knattern, keine Abgase wie bei den Benzin-Rasenmähern – das schone die Umwelt, die eigenen Nerven und belaste auch nicht das Verhältnis zu den Nachbarn. Allerdings sind die Akku-Rasenmäher nicht ganz so leise, wie man vermuten könnte. "Das hat uns tatsächlich auch überrascht im Test: Die Modelle sind nicht so leise, wie wir angenommen bzw. erhofft hatten", sagt Roman Schukies von Stiftung Warentest. Im aktuellen Test von Stiftung Warentest (Heft 4/19) war ein Modell mit 92 Dezibel sogar so laut wie ein leiser Benziner. Immerhin sind die Akku-Mäher deutlich wartungsärmer als Geräte, die mit Benzin betrieben werden: Sie müssen nur ab und an gereinigt werden. Zudem sollten die Messer wie bei herkömmlichen Rasenmähern auch regelmäßig nachgeschärft werden. Sonst werden die Grashalme eher abgerupft als abgeschnitten.

Aufladepausen können lang werden

Illustration -  Eine Steckdose in einer Grasfläche.
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Akku-Rasenmäher brauchen kein Kabel. Damit sind sie auch weit abseits von Steckdosen variabel einsetzbar. Zudem läuft niemand Gefahr, versehentlich doch das Kabel mit den Messern zu erwischen. Die Unabhängigkeit vom Stromkabel hat aber einen Nachteil: Sind die Akkus leer, müssen sie für längere Zeit an die Steckdose. Im Test von Stiftung Warentest brauchten einige Energiespeicher etwas mehr als eine Stunde, andere dagegen vier Stunden zum Aufladen. Die Tester kritisierten zudem, dass sich bei einigen Modellen die Akkus für den Ladevorgang nur mühsam aus den Rasenmähern herausbauen ließen. Die Akkus machen die Geräte zudem etwa ein, zwei Kilo schwerer als vergleichbare Benzin- oder Elektromodelle. Das sollte man vor dem Kauf bedenken, wenn der Rasenmäher regelmäßig in den Keller oder Abstellraum getragen werden muss.

Manchen fehlt die Kraft

Im Test wurde auch untersucht, wie viel Rasen die Modelle mit einer Akku-Ladung schaffen. "Der stärkste schaffte 700 Quadratmeter. Das ist nicht schlecht. Aber der schlechteste kam nur auf 200 Quadratmeter, und damit kommt man nicht weit", sagt unser Experte. Er sieht Akku-Modelle vor allem bei kleineren Flächen und auf unwegsamem Gelände im Vorteil. "Da kommt es auf Wendigkeit an, und da würde das Kabel vom Elektromotor nerven", sagt Roman Schukies. Wer größere Flächen mähen möchte, könne immer noch über den Kauf eines Zweit-Akkus nachdenken.

Auffällig war im Test zudem, dass einigen Akku-Rasenmähern offenbar etwas die Kraft fehlte. Die Mähleistung reichte für trockenes Gras, das sauber geschnitten wurde und im Fangkorb statt auf dem Rasen landete. Bei feuchtem und vor allem bei hohem Gras kommen einige Geräte an ihre Grenzen und liefern auch keinen sauberen Schnitt ab. Fast 400 Euro muss man derzeit für einen Akku-Mäher ausgeben, der mit allen Bedingungen auf dem Rasen klar kommt.

Eignet sich der Akku-Rasenmäher für mich?

Wer testen will, ob ein Rasenmäher ohne Benzinmotor oder lästige Kabel zum eigenen Garten passt, muss derzeit etwas suchen. Zwar verleihen viele Baumärkte und auch Mietgerätefirmen Maschinen und Werkzeuge für Haus und Garten tageweise. Akku-Rasenmäher haben aber nur wenige im Angebot. Eine Alternative wäre der Weg über den Onlinehandel: Akku-Mäher beim Händler ordern, testen und dank Fernabsatzgesetz wieder zurückschicken. Allerdings fehlt dabei die Beratung durch den Fachhändler. Hinzu kommt: Allein fürs Testen wird dann ein vergleichsweise schwerer Akku-Rasenmäher mit einem Paket verschickt. Das ist aufwendig und widerspricht dem Grundgedanken hinter den Rasenmähern mit Energiespeicher: Die sollen nämlich auch die Umwelt schonen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 13. Juni 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 00:10 Uhr