Umschau-Quicktipp Bügeleisen oder Dampfbügelstation?

Sämtliche Dampfbügeleisen und auch die Dampfbügelstationen funktionieren nach dem gleichen Wirkprinzip: Heißer Wasserdampf richtet in Hemden, Hosen und anderen zerknitterten Textilien zunächst die Fasern auf. Der Druck von oben und die Hitze der Bügeleisensohle pressen dann die Falten aus der Kleidung. Die Bügelstationen liefern vereinfacht gesagt viel mehr Dampf. "Bei einer Station ist das Bügeleisen über einen Schlauch mit einer Basis verbunden und die fasst dann deutlich mehr Wasser als so ein Dampfbügeleisen", erklärt Rian Voß vom Technikmagazin CHIP. Weil nicht ständig Wasser nachgefüllt werden muss, kann mit einer Station mehr Kleidung gebügelt werden. Anders als bei herkömmlichen Bügeleisen sitzt der Wassertank zudem nicht oberhalb der heißen Sohle. Bei den Stationen wird das Bügeleisen über einen Schlauch mit Dampf versorgt und ist damit auch leichter und handlicher. Das schont auf die Dauer die Arme.

Schneller einsatzbereit

Eine Hand bügelt mit einem Bügeleisen, das zu einer Bügelstation gehört.
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Die Stationen produzieren zudem deutlich mehr Dampf als herkömmliche Bügeleisen. Damit sind auch Gardinen oder Kleidung mit eher dicken Stoffen kein Problem. "Darauf sollte man beim Kauf einer Station beim Dampf auch achten: 100 Gramm pro Minute Dauerdampf und 200 bis 300 Gramm beim Dampfstoß sind gut und beim Druck wären so 6 Bar nicht verkehrt", sagt Rian Voß. Zum Vergleich: Gute Dampfbügeleisen schaffen im Dauerbetrieb um die 40 Gramm die Minute, mit dem Dampfstoß sind es 100 Gramm. Mit der hohen Dampfmenge lassen sich mit den Bügelstationen auch mehrere Lagen Kleidung übereinander bügeln – zumindest in der Theorie. "Da muss man aber die Kleidung sehr ordentlich übereinander legen. Wenn man dann einen Knick drin hat, wenn man das andere Hemd drüber stapelt, dann geht das nicht", sagt unser Experte. Im Handel gibt es eher kompakte Bügelstationen, die nur aus Wassertank und Bügeleisen bestehen. Sie sollten wegen ihres Gewichtes aber besser nur auf einem stabilen und breiten Bügeltisch eingesetzt werden. Andere Bügelstationen kommen gleich mit Bügeltisch und sind damit standsicherer aber eben auch vergleichsweise sperrig.

Qual der Wahl bei der Sohle des Bügeleisens

Wasserdampf entweicht aus den Bodenporen eines Dampfbügeleisens
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Wer sich zwischen Dampfbügeleisen oder Bügelstation entschieden hat, kann man beim Kauf grundsätzlich nicht viel falsch machen. "Die Technik ist ausgereizt, wenn man nicht gerade noch ein Touchpad drauf baut. Wichtig ist nur, dass das Gerät eine Abschaltautomatik hat", erklärt Rian Voß. Die Automatik schaltet Bügelstation oder Bügeleisen aus, wenn sie länger nicht benutzt wurden und verhindert so Brände. Bei der Bügeleisensohle setzen die Hersteller auf verschiedene Materialien wie Alu, Stahl oder Keramik und zusätzliche Beschichtungen. "Die Hersteller werfen da mit ganz vielen selbsterdachten Beschichtungsnamen um sich wie etwa Durilium oder Autoclean. So ein beschichtetes Eisen gleitet besser und es brennen keine Fasern fest, aber so eine Beschichtung kann auch zerkratzen", sagt Rian Voß. Bei Bügeleisensohlen ohne Beschichtungen sei das Material der Auflagefläche wichtig. "Aluminium ist eher billig und gleitet nicht so gut, Edelstahl und Keramik liegen dagegen eher von der Qualität auf Augenhöhe", sagt unser Experte.

Wärme kommt nicht immer in die Spitze

Dampfbügeleisen
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Die Zeitschrift Ökotest hat in einem aktuellen Test zehn Bügeleisen mit Keramiksohle miteinander verglichen: Darunter waren teurere Markenmodelle genauso wie günstige Geräte aus dem Supermarkt oder dem Elektronikgroßmarkt in der Preisspanne von 20 bis 70 Euro. Bügelstationen wurden im Test nicht untersucht. Wirklich große Unterschiede bei der Dampfleistung fielen bei den Bügeleisen nicht auf, sagt Ökotest-Redakteur Frank Schuster: "Bei den meisten Modellen funktionierte das auch gut bis sehr gut. Bei fünf war es befriedigend. Allerdings ist das auch noch immer im Rahmen." Bei der Wärmeverteilung der getesteten Bügeleisen gab es im Test allerdings spürbare Unterschiede. Bei einem idealen Modell wird die Wärme über die ganze Sohle gleichmäßig verteilt, so dass etwa mit der Spitze auch Kragen oder Hemdentaschen gut geglättet werden können. "Die Unterschiede konnte man unter den Wärmemessgeräten deutlich sehen. Die Hitze wurde bei den meisten Bügeleisen teilweise wirklich nur um die Heizelemente in der Mitte abgestrahlt", sagt Frank Schuster. Eine wirklich gleichmäßige Wärmeverteilung bis in die Spitze gab es im Test nur bei einem Gerät für 70 Euro.

Welches Wasser ist das richtige?

Wassertropfen an einem Wasserhahn.
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Bügeleisen und auch Bügelstationen können auf Dauer verkalken, wenn sie in Regionen mit sehr hartem Wasser ständig aus der Leitung befüllt werden. Dieses harte Wasser hat einen hohen Anteil von Kalzium und Magnesium. Destilliertes Wasser hat dies nicht. "Da muss man mal in die Gebrauchsanleitung schauen: Manche Anbieter sagen, es darf pures Leitungswasser rein. Manche sagen, man sollte doch besser noch zu 50 Prozent destilliertes Wasser mit hinzugeben", sagt Frank Schuster. Im Test hätten zwei von zehn Herstellern allerdings keine Angaben dazu gemacht, für welches Wasser ihre Bügeleisen geeignet sind. Destilliertes Wasser gibt es in Baumärkten oder Drogerien. Alternativ würden einige Verbraucher auch das Kondenswasser aus dem Wäschetrockner nutzen, sagt Frank Schuster: "Auch das ist sehr weich. Manche Hersteller von Bügeleisen warnen aber davor, weil da Flusen drin sein könnten." Im Internet oder in Drogerien wird auch so genanntes "Bügelwasser" angeboten. Das ist in der Regel destilliertes Wasser, dem Parfüm zugesetzt wurde. "Das verträgt das Gerät möglicherweise nicht. Es gibt sogar Verbraucher, die in Foren geschrieben haben, sie hätten damit ihre Wäsche ruiniert", sagt Schuster. Die Kleidung hatte nach dem Plätten mit Bügelwasser Flecken.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 26. April 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2019, 00:10 Uhr