Umschau-Quicktipp Holzmöbel richtig reinigen

Helles Holz dunkelt dank der Sonneneinstrahlung nach, ursprünglich dunkles Holz hellt sich auf. Zusätzlich kann auch totes, also verarbeitetes Holz Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, quellen und reißen. Dagegen hilft die richtige Imprägnierung und Reinigung der Oberfläche. Je stabiler und intakter sie ist, desto weniger können Umwelteinflüsse dem Holzmöbel etwas anhaben. Wohlgemerkt: Ganz vermeiden lassen sich die natürlichen Vorgänge in Holz nicht, es arbeitet auch trotz Imprägnierung immer noch ein bisschen weiter.

Basispflege für Alle

Ganz grundsätzlich sind Staub, Dreck und Wasser die größten Feinde Ihrer Holzmöbel. Auf Dauer verursachen sie Kratzer und Flecken. "Einmal in der Woche sollten Sie ganz normal Staub wischen. Dazu verwenden Sie ein spezielles Staubtuch oder Baumwolltuch, es geht auch ein Staubwedel", rät Hauswirtschaftsexpertin Mandy Turreck. Normale Mikrofasertücher sind nicht geeignet. Sie haben Putzfasern, die die Oberfläche des Möbels zerkratzen könnten. Das gilt speziell für lackierte Bereiche. Reicht Staubwischen nicht aus, können Sie mit einem weichen Baumwolltuch das Möbel nebelfeucht abwischen. Bei allen Oberflächen ist es wichtig, sparsam mit Wasser umzugehen. Es dringt leicht ins Holz und kann die Oberfläche irreparabel aufquellen lassen.

Wenn klares Wasser nicht reicht, können Sie ein paar Spritzer Neutralreiniger hinzufügen. Unsere Expertin warnt: "Von reiner Seife würde ich abraten, die kann sich mit Wachs- oder Ölbestandteilen vermischen und einen schmierigen Belag bilden." Neben wöchentlichem Staubwischen sollten Sie Ihr Möbel einmal im Jahr gründlich reinigen und die Oberfläche behandeln, wobei Sie zunächst klären müssen, wie diese Oberfläche beschaffen und imprägniert ist.

Welche Oberfläche hat Ihr Holz?

Wenn Sie können, fragen Sie beim Kauf direkt nach, woraus Ihr Holzmöbel besteht und wie es richtig gepflegt werden muss, spezielle Reiniger und Imprägnierung inklusive. Ist das nicht möglich, untersuchen Sie selbst. Das bekommen Sie oft bei einem Blick hinter die Fassade raus.

Möbel reinigen
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Vollholz oder Furnier (Holz oder Kunst)
Hat das Möbel innen die gleiche Maserung wie außen, lässt es sich mit dem Fingernagel leicht eindrücken? Dann haben Sie es höchstwahrscheinlich mit einem Vollholz zu tun. Ist die Oberfläche ganz anders strukturiert, als die Rückseite und sehr hart, dann haben Sie es meist mit einem Furnier zu tun. Bei lackierten Möbeln ist dieses Furnier zudem oft aus Kunststoff. Hier müssen Sie sich um Holzeigenschaften keine Gedanken machen und sind mit einem Allzweckreiniger gut beraten.

Lackierte Oberfläche
Sie ist glänzend, glatt, sehr fest und hart. Oft können Sie mit dem Fingernagel nicht hineindrücken. Die Holzstruktur lässt sich in der Regel nicht fühlen.

Gelaugte Oberfläche
Sie spüren und sehen das pure Holz, können Maserung und Holzfasern mit der Hand nachfühlen.

Geölte Oberfläche
Auch hier haben Sie fast das pure Holz vor sich, fühlen allerdings eine leichte Glätte und wenn oft nachgeölt wird, können sich fettige Rückstände zwischen den Fasern und Poren ablagern.

Gewachste Oberfläche
Sie haben eine sehr natürliche Struktur vor sich. Rückstände von Wachs können als fettiger Film spürbar sein.

Lasierte Oberfläche
Das Holz kommt mit seiner Maserung zur Geltung. Es können aber ganz unterschiedliche Farbtöne verwendet werden, die mit der ursprünglichen Färbung nichts mehr zu tun haben. Die Oberfläche ist nicht glatt, aber in der Regel ähnlich fest wie bei lackierten Möbeln. Wissen Sie nun, welche Imprägnierung Ihr Möbel besitzt, können Sie es entsprechend pflegen.

Individuelle Pflege

Wichtig für alle Oberflächen: Wenn Sie mit der Wahl des Putz- oder Imprägniermittels nicht sicher sind, probieren Sie immer zuerst an einer schwer sichtbaren Stelle aus, wie sich die Oberfläche verhält.

Lackierte und lasierte Oberflächen
Sie sind sehr pflegeleicht. Abstauben und Abwischen reichen in der Regel aus. Bilden sich durch heiße Pfannen oder Töpfe große helle Flecken, warten Sie einen Tag. Gehen die Flecken nicht von selbst weg, föhnen Sie mit Wärme den Fleck leicht an. Er sollte verschwinden. Gehen Kratzer oder Flecken nicht weg, können Sie die Fläche mit einem feinen Sandpapier (ab 120er Körnung) anschleifen und nachlackieren beziehungsweise lasieren. Scharfe Haushaltsreiniger und Möbelpolituren können Lack und Lasur eher schaden.

Gelaugte und geölte Oberflächen
Diese Oberflächen können Sie leicht feucht abwischen. Hartnäckigen Schmutz bekommen Sie im Idealfall mit einem Neutralreiniger entfernt. Geht das nicht, müssen Sie die Stelle anschleifen, mit einem feuchten Tuch (eventuell mit Reiniger) säubern und neu ölen. Behandeln Sie immer die ganze Fläche, Ausbesserungsstellen und kleine Flecken sind in der Regel deutlich zu erkennen. Werden geölte Flächen stark beansprucht, können Sie aller paar Jahre nachgeölt werden. Vorher müssen sie gründlich gereinigt werden. Lassen Sie das aufgetragene Öl ein paar Minuten einziehen und polieren es dann mit einem weichen Baumwolltuch. Gewachste Oberflächen

Sie können ganz normal entstaubt und feucht abgewischt werden. Einmal im Jahr empfiehlt es sich, nachzuwachsen. Dazu reinigen Sie am besten die ganze Oberfläche mit einem sanften Neutralreiniger und tragen dann ein Naturwachs, wie Bienenwachs, mit einem fusselfreien Wolltuch auf. Nach ein paar Minuten, entfernen Sie das überschüssige Wachs und polieren nach Belieben.

Reinigungs- und Pflegeprodukte richtig anwenden

Holztisch wird mit Möbelpolitur poliert
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Für hochwertige Möbel gibt es spezielle Hartöle und Pflegewachse. Lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten. Möbelhaus und Drogerie sollten dazu die besten Plätze sein. Verwenden Sie keine Produkte wie Speiseöle, die stark riechen oder ranzig werden können. Zudem härten sie nicht nach. Reiniger, Öle oder Wachse auf natürlicher Basis, wie etwa Bienenwachs sind aber grundsätzlich eine gute Wahl. Wann immer Sie eine Oberfläche anschleifen, entfernen Sie danach den Schleifstaub gründlich mit Sauger und einem feuchten Lappen. Wegpusten reicht nicht. Tragen Sie nie zu viel Versiegelung auf und halten Sie sich an die Anwendungshinweise, vor allem was die Einwirkzeit betrifft. Zuviel Öl oder Wachs kann die Poren des Holzes verstopfen, eine natürliche Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit wird so verhindert. Tatsächlich kann ein Möbelstück dadurch anfangen, sich zu verziehen. Putzen und imprägnieren Sie die Oberflächen immer mit der Maserung und nicht quer dazu. Sonst können Sie unnötig viel Material zwischen die Holzfasern quetschen, sie verstopfen und das Material kann nicht tief genug eindringen.

So achten Sie auf Ihre Holzmöbel

Gehen Sie mit allen Oberflächen vorsichtig um. Setzen Sie Möbel nie direkt der Sonne aus. Bekommt ein Möbelstück aber von einer Seite viel Licht, dann drehen Sie es wenn möglich von Zeit zu Zeit, sodass es gleichmäßig nachdunkelt. Vermeiden Sie Feuchtigkeit und groben Schmutz auf den Oberflächen. Und halten Sie eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent in Ihren Räumen, das schützt ebenfalls vor dem Verziehen oder Reißen der Oberflächen.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 11. September 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2019, 00:10 Uhr