Umschau-Quicktipp Isomatten für den Camping-Urlaub: Darauf kommt es an

Wer mit dem Zelt unterwegs ist und in der Natur auf rauem und kühlem Untergrund übernachtet, benötigt eine Isomatte. Sie hält die Kälte vom Körper fern und gleicht im Idealfall Unebenheiten von Steinen und Wurzeln aus. "Selbst der teuerste Schlafsack ist nur so gut, wie die Isoliermatte darunter. Deshalb ist es ganz wichtig, da genau die richtige mit zu haben", rät Torsten Jenninger vom Payola Outdoor- und Trekkingladen in Halle. Neben Kälte und Unebenheiten hält die Matte aber auch noch Feuchtigkeit und Schmutz fern, insbesondere bei Übernachtungen im Freien ohne Zelt. So wird auch der Schlafsack noch vor Beschädigungen geschützt. Je nach Übernachtungsort, Jahreszeit und nächtlichen Temperaturen gibt es verschiedene Varianten von Isomatten:

Diese Arten gibt es

Schlafsack, Zelt und Isomatte
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Die einfache Schaumstoff-Isomatte besteht meist aus Polyethylen (PE). Dieses Material ist sehr robust und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Die Robustheit bringt mit sich, dass die Matte nicht besonders klein verpackt werden kann, sie ist eher sperrig. Meist haben die Matten eine Dicke von zwei bis drei Zentimetern. Sie sind eher hart und unbequem und nur eine bestimmte Sorte isoliert auch wirklich gut, weiß Torsten Jenninger: "Die Schaummatten mit dem offenen großporigen Schaumstoff sind eher schlechte Isolatoren. Bei Matten mit geschlossen-zelligem Schaum können Luft und Wärme nicht ausgetauscht werden. Das heißt, die isolieren viel besser." Fragen Sie beim Kauf, welche Schaumstoffform die jeweilige Matte hat, dann liegen Sie hart aber warm. Weitere Vorteile: Die Schaumstoffmatten sind leicht und ohne Problem auf Ihr individuelles Maß zuzuschneiden.

Frau macht Yoga-Uebungen auf einer Yoga-Matte
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Die Spezialform Yogamatte ist ebenfalls aus Schaumstoff aber in der Regel viel weicher und bis zu zwei Zentimeter dick. Vorsicht: Besonders bei unebenem Gelände können Sie hier schnell mit einigen Körperstellen auf dem Boden aufliegen und gefährlich auskühlen. Auch eine teure Yogamatte ist also nicht automatisch eine gute Isomatte.

Ein Mädchen und ein Junge liegen in einem Zelt auf einer dicken Luftmatratze und schauen sich ein Buch an.
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Die Luftmatratze ist in ihrer herkömmlichen Form als Isoliermatte überhaupt nicht geeignet. Den Grund erklärt unser Experte so: "Eine einfache Luftmatratze ohne Füllung oder Luftbremsen ist vielleicht bequem, aber ein ganz schlechter Isolator, denn sie hat ja nur eine Luftkammer. Die Körperwärme trifft darin ständig auf die kalte Luft des Bodens und wird so abgeleitet." Ein weiterer Nachteil: Wird die Hülle durch einen spitzen Stein oder Ähnliches beschädigt, entweicht die Luft und die Matratze ist hin. Besser sind gefüllte Luftmatratzen, die durch Daunen oder Kunstfasern im Inneren eine hohe Isolationsfähigkeit bekommen. "Diese Matratzen vereinen Dämmung und Liegekomfort ideal, besonders auch bei extremen Witterungsbedingungen", erklärt der Outdoor-Experte. Einziger Nachteil der Luftmatratzen: Sie müssen vor Gebrauch aufgepumpt werden. Das sollten Sie nicht mit der Kraft Ihrer Lungen tun, sondern immer eine spezielle Pumpe nutzen, erklärt Jenninger: "Blasen Sie nie eine Matte mit dem Mund auf, denn die Feuchtigkeit aus Ihrer Atemluft verbleibt in der Matte. Das kann einerseits anfangen zu gammeln und andererseits können sich in besonders kalten Nächten aus der Feuchtigkeit kleine Eiskristalle bilden, die das Material von innen zerstören." Für große Wandertouren eignen sich Luftmatratzen eher nicht, sie sind relativ schwer und umständlich in der Handhabung.

Isomatte, Schlafsack, Rucksack, Wasserflasche
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Selbstaufblasbare Isomatten sind ideale Tourenbegleiter. Sie haben im Vergleich die kleinsten Packmaße, vereinen ab einem bestimmten Preissegmet Isolation und Schlafkomfort optimal und lassen sich ganz einfach handhaben. Im zusammengerollten Zustand herrscht in ihnen ein Unterdruck. Wird das Luftventil geöffnet, füllt sich die Matte dann selbst. Nur für den optimalen Druck müssen Sie am Ende noch ein bisschen Luft aufpumpen.

Was kostet eine Isomatte?

Einfache Schaumstoffmodelle kosten ab fünf Euro, für 20 Euro bekommen Sie eine hochwertige Matte. Luftmatratzen gibt es ebenfalls schon für wenige Euro. Produkte mit Isolationsfüllung können bis zu 150 Euro kosten. Groß ist auch die Preisspanne für selbstaufblasende Isomatten. Zwischen 20 und 100 Euro müssen Sie dafür einrechnen. Torsten Jenninger rät dazu, lieber ein paar Euro mehr zu investieren: "Gerade bei selbstaufblasenden Matten gibt es große Qualitätsunterschiede. Die billigen blasen sich beim ersten Mal oft noch ganz gut auf, danach geht das meist nicht mehr so leicht, darunter leidet dann auch die Isolierung."

Wichtig vor dem Kauf

Frau mit Wanderrucksack und PE-Isomatte
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Informieren Sie sich, wie die Temperaturen an Ihrem Reiseziel sind, insbesondere nachts. Je höher die Gegend, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperaturen auch im Sommer in den tiefen einstelligen Bereich sinken. In Ländern wie Schottland oder Norwegen oder auch in Gebirgslagen ab 1.500 Metern sind sogar leichte Nachtfröste möglich. Mit diesem Wissen können Sie beim Kauf auf einen entsprechenden Isolationswert der Matte achten. Soll die Isomatte direkt auf den Boden gelegt werden, wählen Sie ein Material mit besonders guter Rissfestigkeit.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Der Isolationswert wird als R-Wert (R=Resistance, also Widerstand gegen die Kälte) angegeben. Der ideale Wert für alle Jahreszeiten und normale Campingsituationen liegt zwischen 3,5 und 4,5. Damit lassen sich auch kalte Nächte im Zelt gut überstehen. Wollen Sie in kalte Gefilde reisen, können Sie auch zwei eher dünne Isomatten übereinander legen. Der R-Wert addiert sich annähernd.

Die Größe richtet sich in erster Linie nach Ihren Körpermaßen und der Größe Ihres Zeltes. Es gibt eine grobe Einteilung zwischen Männergrößen (Regular) von Frauengrößen (WR, Womens Regular) über R, L und XL. Die Maße liegen dabei zwischen 168 x 50 Zentimetern und 196 x 76 Zentimetern.

Die Dicke spielt ebenfalls eine Rolle. Je dicker die Matte, desto bequemer ist sie als Unterlage. Besonders wenn Sie auf der Seite schlafen, schützt das vor Schmerzen am nächsten Morgen. Fünf Zentimeter sind optimal. Wird’s noch dicker, werden Handhabung und Transport schwieriger.

So verwenden und pflegen Sie Ihre Matte richtig

Normale Matten lassen sich leicht absaugen, abbürsten oder abwischen. Achten Sie bei der Verwendung von Reinigungsmitteln auf die Informationen der Mattenhersteller. Wichtig ist, dass Sie bei Matten mit Ventil keine Feuchtigkeit ins Innere gelangen lassen.

Für die Aufbewahrung zwischen den Campingtrips rät Experte Folgendes: "Lagern Sie alle gefüllten Matten oder auch selbstaufblasende Isomatten immer ausgerollt. Sonst setzt beim zusammengerückten Schaumstoff der Memory-Effekt ein. Die Matte entrollt sich dann nicht mehr so leicht und vollständig."

Lassen Sie alle Ventile offen, so kann wenigstens teilweise Restfeuchtigkeit entweichen.

Welche Seite muss nach oben?

Gerade bei zweifarbigen Matten kann sich diese Frage stellen. "Eine richtige Ober- oder Unterseite gibt es in der Regel nicht, das ist oft nur eine optische Frage", erklärt Torsten Jenninger. Lediglich bei Matten die auf einer Seite eine Aluminiumschicht haben, müssen wegen der Isolation mit der Schicht nach unten gelegt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 05. August 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. August 2019, 00:10 Uhr