Umschau-Quicktipp Küchenkräuter vom Balkon

Selber säen oder einpflanzen?

Diese Entscheidung hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit man aufbringen möchte. Bevor aus dem Samen eine Kräuterpflanze wird, die man für die Küche verwenden kann, vergehen mehrere Wochen und zwischendurch müssen die Pflänzchen mehrfach umgesetzt werden. Große Pflanzen zum sofortigen Einpflanzen und Ernten gibt es in jedem Bau- und Gartenmarkt. Töpfe aus dem Gemüseregal im Supermarkt können ebenfalls verwendet werden, wenn man sie vorher vereinzelt:  "Die Kräutertöpfchen aus dem Supermarkt sind sehr dicht gesät, weil es einfach optisch gut aussieht und sie so schön voll wirken. Bevor man sie auf den Balkon auspflanzt, muss man sie an den Wurzeln teilen, damit sie wieder genug Platz zum Wachsen haben ", erklärt Brigitte Goss vom "MDR Garten".

Der ideale Standort

Junge Kräuterpflanzen im Topf
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Generell ist ein Balkon mit Südausrichtung für Kräuter besser geeignet als zu schattige Plätzchen, denn die meisten Pflanzen lieben Halbschatten oder Sonne. Vor allem die Kräuter, deren Blätter derb und glänzend sind, vertragen die das Licht gut, denn sie werden von einer Art Wachsschicht vor der Sonne geschützt. Rosmarin, Thymian und Lavendel eignen sich deshalb hervorragend für sehr sonnige Standorte. Auch auf dem Nordbalkon können bestimmte Kräuterpflanzen gedeihen:  "Petersilie und Dill zum Beispiel brauchen nicht ganz so viel Sonne. Die Auswahl der Kräuter für schattigere Orte ist jedoch begrenzt, denn normalerweise wollen es die Kräuterpflanzen schon ein bisschen hell", erklärt die Gartenexpertin.

Auf gute Nachbarschaft: Kräuter nebeneinander pflanzen

Auch wenn Kräuter recht gutmütige Pflänzchen sind, können sie sich, wenn sie nebeneinander gepflanzt werden, gegenseitig behindern und schlechter wachsen. Paare, die nicht gut nebeneinander gedeihen sind zum Beispiel:

  • Fenchel und Koriander
  • Pfefferminze und Kamille
  • Basilikum und Melisse
  • Estragon und Dill
  • Thymian und Majoran

Die Faustregel lautet: Kräuter, die den gleichen Nährstoffbedarf aufweisen, sollten nicht zu dicht nebeneinander stehen. Die meisten ein- und zweijährigen Kräuterpflanzen kommen jedoch recht gut miteinander aus.

Kreativ sein bei der Wahl des Pflanzgefäßes

Eine Frau kümmert sich um die Kräuter auf ihrem Balkon.
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Ob die Kräuter in einen Terrakotta-Topf gepflanzt werden oder in den klassischen Balkonkasten ist egal. Im Kräutergarten können die Pflanzgefäße auch durchaus ungewöhnlich sein:  "Theoretisch können Sie auch eine Milchtüte aufschneiden und Kräuter reinpflanzen. Das funktioniert. Sie müssen nur drauf achten, dass Sie die Pflanzen nicht übergießen ", erklärt Brigitte Goss. Wie die meisten Pflanzen vertragen auch Kräuter keine Staunässe. Wie oft das Gießen notwendig ist, hängt von der Pflanze ab. Es gibt Kräuter, die mit sehr wenig Wasser auskommen und auch mehrere Tage mal trocken stehen können, Rosmarin und Lavendel zum Beispiel. Andere, wie Petersilie oder Dill, wollen dagegen häufiger gegossen werden. Um Schädlinge fernzuhalten, sollte am besten frühmorgens nur an der Wurzel gegossen werden.

Empfehlenswert ist es, die Kräuter gleich in etwas größere Töpfe zu pflanzen. Sie haben den Vorteil, dass die Blumenerde länger feucht bleibt und die schnell wachsenden Pflanzen nicht so schnell wieder umgetopft werden müssen.

Richtige Erde wählen und biologisch düngen

Kräutererde für den Balkongarten 2 min
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Wie alle Pflanzen haben auch Kräuter bestimmte Vorlieben, was die Erde betrifft. Sorten, die in der Natur auf mageren Böden wachsen, gedeihen zuhause in einem Sand-Erde-Gemisch prächtig. Kräuter, die es nahrhafter mögen, benötigen dagegen etwas mehr Humus in der Erde.  "Es gibt spezielle Kräutererde zu kaufen, die kann ich empfehlen, weil sie mineralische Bestandteile enthält. Auch Kübelpflanzenerde kann man verwenden. Ganz normale Blumenerde enthält allerdings zu viel Dünger für Kräuter ", sagt Brigitte Goss.

Da die meisten Kräuter am Ende im Kochtopf oder im Salat landen, sind biologische Produkte als Dünger am besten geeignet. Selber machen kann man zum Beispiel Brennnesseljauche, fertig zu kaufen gibt es Hornmehl oder spezielle Kräuter-Dünger aus Bio-Zutaten.

Schädlinge biologisch bekämpfen

Leider sind auch Kräuter anfällig für Läuse und andere Schädlinge. Um sie wieder loszuwerden, sollte auch hier auf chemische Mittel verzichtet werden. Die biologischen Alternativen sind schnell selbst hergestellt:

Gegen Blattläuse hat sich eine Mischung bewährt, die aus 1 Liter Wasser, 1 Esslöffel Spiritus und 1 Esslöffel Schmierseife besteht. Die Lösung muss an mehreren Tagen auf die betroffenen Pflanzen gesprüht werden.

Gegen die Pflanzensaft saugenden Zikaden wirkt verdünnte Essigessenz. Sie wird auf die Blattunterseiten der Kräuter gesprüht. Bei Blattfleckenkrankheiten wie Rostpilz oder Mehltau kann es schon ausreichen, die Pflanze kräftig zurückzuschneiden.

Kräuterpflanzen vom Balkon überwintern

Einige Kräuterpflanzen, wie Koriander oder Schnittlauch, sind nur einjährig und müssen im nächsten Sommer neu gepflanzt werden. Es gibt aber auch Kräuter, die man mit ein bisschen Glück über den Winter bringen kann.

Ein Blumentopf mit verschiedenen Kräutern
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Rosmarin und Salbei zum Beispiel überwintern in einem hellen, kühlen, aber frostfreien Ort, wie etwa im Treppenhaus. Sie müssen in der Zeit nur wenig gegossen werden. Andere Kräuter, wie die zweijährige Petersilie oder Oregano, können sogar im Freien bleiben, wenn sie vor Frost geschützt werden. Auf einen Styroporblock gestellt und mit wärmendem Vlies um den Topf trotzen sie auf dem Balkon dem Winter. Sie benötigen allerdings an frostfreien Tagen auch etwas Wasser. Außerdem empfiehlt Brigitte Goss, sich im Fachhandel ganz gezielt nach mehrjährigen Pflanzen zu erkundigen:  "Ich habe zum Beispiel seit vielen Jahren einen Schnitt-Knoblauch, der ist milder als normaler Knoblauch und man nutzt ihn wie Schnittlauch. Solche besonderen, winterharten Pflanzen findet man aber eigentlich nur in Spezial-Gärtnereien oder im Onlinehandel. Baumärkte und Gartencenter bieten diese außergewöhnlichen Pflanzen meist nicht an."

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 02. Mai 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Mai 2019, 09:28 Uhr