Umschau-Quicktipp Lebensmittel frisch halten

Ein gut gefüllter Kühlschrank 1 min
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Kaum eingekauft und schon vergammelt: Wer Lebensmittel falsch lagert, hat nicht lange etwas von ihnen. Egal ob verpackt oder lose, ob eingeschweißt oder in der Tüte: Bei allen Lebensmitteln finden ständig Veränderungen statt. Das können physikalische Vorgänge sein, etwa wenn Zellen durch Frost geschädigt werden, oder auch chemische oder biochemische, wenn Pilze, Bakterien oder Reifegase entstehen. Je wärmer und heller es dabei ist, desto schneller läuft das ab. So verschimmeln, vertrocknen oder fermentieren Lebensmittel, wenn diese Vorgänge nicht aufgehalten werden. Doch jeder kann ganz einfach vorbeugen.

Der Einkauf

Ein Mann greift nach Bio-Tomaten in einer Gemüsauslage
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Nur wirklich frische Produkte können auch lange frisch gehalten werden. Gerade bei Obst und Gemüse lohnt es sich genau hinzuschauen, ob nicht Druckstellen oder gar Schimmel vorhanden sind oder die Schale beschädigt ist. Dies sind ideale Angriffspunkte für Pilze und Bakterien.

Es ist kein Problem, überreifes Obst mit Druckstellen zu kaufen, wenn es direkt verarbeitet oder gegessen werden soll. Wichtig ist dabei aber, die beschädigten Stellen großzügig auszuschneiden. Ist ein Lebensmittel bereits an einer Stelle von Schimmel befallen, muss es weg, auch wenn der Rest noch gut aussieht. Im Inneren könnte sich der Schimmel verbreitet haben und bei Verzehr schwere gesundheitliche Reaktionen hervorrufen.

Mindesthaltbarkeitsdatum auf Nudel-Packung
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Ein Mindesthaltbarkeitsdatum kann überschritten werden. Steht auf dem Lebensmittel "Zu verbrauchen bis" – also ein Verbrauchsdatum – sollten Sie das unbedingt einhalten. Gerade Fisch kann beim Verderben Giftstoffe produzieren, die krank machen können. Kaufen Sie nur so viel ein, wie Sie in absehbarer Zeit verbrauchen können.

Der Transport

Je kühler und dunkler, desto besser ist der Transport für Lebensmittel. Wenn Sie Waren aus der Kühl- oder Gefriertruhe kaufen, dann packen Sie sie am besten schon im Einkaufswagen in eine Kühltasche oder einen Kühlbeutel. An der Kasse nur kurz rausnehmen und nach dem Einscannen gleich wieder einpacken.

Kühlakku
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Ein mitgebrachter Kühlakku hilft zusätzlich. Sensible Ware, die nur gekühlt transportiert werden darf, sollte zudem immer erst am Ende der Einkaufstour eingepackt werden. Direkt nach dem Kauf sollten Sie möglichst gleich nach Hause fahren, um die Lebensmittel zu lagern.

Der Lagerplatz

Lebensmittel werden klassischerweise an unterschiedlichen Orten gelagert: Kühlschrank, Gefrierschrank, Speisekammer und Keller oder Dachboden. Doch was gehört wo rein?

Kühlschrank

Alle leicht verderblichen Lebensmittel mit Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum können im Prinzip im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dort sollten Temperaturen von vier bis acht Grad Celsius herrschen, das ist ideal. Dabei gilt, je weiter oben, desto wärmer der Platz im Kühlschrank. Fleisch und Fisch gehören deshalb nach unten, Käse und Wurst in die Mitte und angebrochene Packungen nach oben.

Frau am Kühlschrank
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In der Tür können Milch, Butter und Eier lagern. Ins Obst- und Gemüsefach gehören kälteunempfindliche Gemüse- und Obstsorten wie Brokkoli, Möhren oder Weintrauben und Feigen. Tomaten, Gurken oder Bananen und Orangen gehören nicht in den Kühlschrank. Sie verlieren in der Kälte ihr natürliches Aroma.

Gefrierschrank

Der Gefrierschrank ist der beste Ort für eine besonders lange Lagerung. Frosten Sie Lebensmittel möglichst luftdicht und in verwertbaren Portionsgrößen ein. Beschriften Sie Dosen und Beutel eindeutig und halten Sie sich beim Einfrieren an die Angaben, die meist auf dem Frostfach, der Gefrierschublade oder der Tür zum Gefrierschrank aufgedruckt sind. Dort steht, wie lange Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse maximal eingefroren werden sollten.

Speisekammer

In eine Speisekammer können alle Lebensmittel, die bei rund 20 Grad nicht verderben, etwa Reis, Nudeln, Honig und Gewürze. Auch alle Konserven können bei dieser Temperatur gelagert werden. Haben Sie keine Vorratskammer, ist auch der Küchenschrank ein guter Lagerplatz. Möglichst dunkel und trocken sollte es sein. Kontrolliere Sie von Zeit zu Zeit, dass die Packungen alle intakt sind.

Lebensmittelmotte auf Getreidekörnern
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Machen sich Lebensmittelmotten breit, müssen alle betroffenen Packungen entsorgt und der Schrank gründlich gereinigt werden. Alles, was noch gut ist, gehört dann in Glas- oder Plastikbehälter. Auch eingekochte oder eingelegte Speisen können hier gut beschriftet lagern. Frisches gehört immer nach hinten, Älteres nach vorn.

Keller und Bodentreppe

Gerade in der kühlen Jahreszeit lassen sich hier hervorragend einheimisches Gemüse und Obst wie etwa Äpfel lagern. Achten Sie darauf, dass Mäuse und Co. keinen Zugriff haben. Bestimmtes Gemüse wie Kartoffeln, Möhren und Schwarzwurzeln lassen sich in einem feuchten, kühlen Keller in mit Sand gefüllten Kisten über Monate frisch halten. Auch Äpfel aus dem Garten können hier in Kisten gelagert werden, müssen allerdings immer wieder durchgesehen und ausgelesen werden.

Die Lagerung

Fleisch

Fleisch und Wurst sollten immer gekühlt und in luftdichten Verpackungen gelagert werden, das verhindert Kondenswasser und damit das schnellere Verderben. Rind, Schwein und Geflügel halten sich unterschiedlich lang, deshalb empfiehlt es sich, sie getrennt zu lagern. Auf rohem Fleisch vermehren sich Bakterien und Keime besonders schnell. Verarbeiten Sie Hackfleisch deshalb unbedingt noch am Tag des Kaufes. Beachten Sie peinlich genau die Verbrauchsdaten.

Fisch

tote Fisch auf Eis
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Frischer und geräucherter Fisch ist genauso sensibel wie Fleisch und sollte getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden. Frischer Fisch hält sich maximal einen Tag, Räucherfisch maximal drei Tage im Kühlschrank. Haben Sie auch nur den geringsten Zweifel, dass der Fisch nicht frisch ist, werfen Sie ihn weg.

Milch und Käse

Alle Milchprodukte gehören in den Kühlschrank, abgesehen von ungeöffneter H-Milch und Schmelzkäse. Im Gegensatz zu Fleisch sollte Käse allerdings nicht luftdicht verpackt werden. Er braucht Luft zum Atmen. Käsepapier, perforierte Folie oder Dosen mit Lüftungsventil eignen sich hierfür. Frischkäse ist durch seine große Oberfläche sensibel und bildet hier eine Ausnahme. Er sollte kühl und luftdicht verschlossen lagern.

Brot und Brötchen

Am besten und längsten hält sich ungeschnittenes Brot bei bis zu 18 Grad. Luftdurchlässige Tüten oder ein Brotkasten eignen sich dafür. Brot hält sich auch in speziell beschichteten "Brotwächtertüten" vom Bäcker hervorragend bis zu einer Woche.

Frische Brötchen in einer Tüte
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Plastiktüten sind ungeeignet, die Feuchtigkeit kann durch sie nicht entweichen und es kann Schimmel entstehen. Brot mit Schimmel ist ein absolutes No-Go. Auch wenn nur eine Stelle befallen ist, entsorgen Sie es besser. Das Schimmelgeflecht kann sich auch nicht sichtbar im Brot breitgemacht haben.

Obst

Die meisten weichen Obstsorten wie Ananas, Kirschen und auch Beeren reifen nicht mehr nach, sie sollten möglichst schnell verarbeitet oder gegessen werden. Einige jedoch, unter anderem Äpfel, Bananen und Pflaumen, reifen zu Hause noch nach. Sie können also auch gern ein bisschen "grüner" gekauft und entsprechend länger gelagert werden.

Obst in Kisten.
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Achten Sie bei der Lagerung darauf, dass einige Obstsorten getrennt voneinander liegen. Äpfel, Pflaumen und Mangos geben das Reifegas Ethylen ab und lassen dicht in ihrer Umgebung liegendes Obst schneller nachreifen. Sind Obst und Gemüse in Folie verpackt, schwitzt und fault es leicht. Entfernen Sie daher die Folie.

Gemüse

Kräuter kommen kleinegehackt in eine Box, gerne auch portionsweise ins Frostfach. Möhren und Radieschen können ohne Grün, gewaschen in einer luftdichten Box im Kühlschrank gelagert werden. Kohl, Lauchzwiebeln oder Salat gehören ins Gemüsefach.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 11. November 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 00:10 Uhr