Umschau-Quicktipp Was tun gegen Fruchtfliegen?

Obstfliegen sind zwei bis sechs Millimeter groß und leben entweder als Wildform in Wald und Flur oder als Kulturform in der Nähe des Menschen. Komposthaufen, Obstlager oder die Obstschale in der Wohnung sind die beliebtesten Tummelplätze der Kultur-Obstfliege. Da sie sich bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius nicht vermehren können, haben wir in der Regel von November bis März/April Ruhe vor den Plagegeistern. Allerdings halten sie auch sehr niedrige Temperaturen in einem bestimmten Larvenstadium aus und können so auch im Freien überwintern. Wird es dann im Frühjahr wärmer, entwickelt sich aus der Larve die fertige Obstfliege. Sie fühlt sich vom Duft fauligen Obstes angezogen und macht sich auf den Weg in unsere Wohnung. 

So kommt die Fliege ins Haus

Reifende Früchte setzen Gase frei, die in der Nähe gelagertes Obst und Gemüse noch schneller reifen lassen. Ab einem bestimmten Punkt setzen Zucker und Hefebakterien einen Gärungsprozess in Gang. Der dabei entstehende Essiggeruch lockt die Obstfliege über Fenster und Balkontür in die Wohnung. Aber auch auf dem Obst oder Gemüse, das Sie vom Einkauf mit nach Hause bringen, können schon Eier und Larven der Obstfliege haften und auf diesem Weg in die Wohnung gelangen. Dort fühlen sie sich dann besonders in Obstschalen wohl. Und auch die Eimer für Rest- oder Biomüll und die gelbe Tonne sind beliebte Nahrungs- und Brutplätze. 

So wird die Fliege zum Dauergast

Zwei Obstfliegen (Essigfliegen) paaren sich auf einem Pfirsich
Bildrechte: Imago/blickwinkel

Überall, wo es faulig riecht und möglichst auch noch feucht ist, legen die Tierchen gerne ihre Eier. Das können pro Weibchen und Durchgang bis zu 400 Stück sein. Nach spätestens 14 Tagen ist der Nachwuchs bereits so weit, ebenfalls Eier zu legen. So können in knapp einem Monat theoretisch über 100.000 Fliegen aus einem einzigen Paar entstehen. Bei einer Lebensdauer von gut 50 Tagen können Obstfliegen ihre zahlreichen Enkel also eine Weile genießen. 

Nicht gefährlich, aber unappetitlich 

Schreiten Sie nicht zeitig genug ein, dann vermehren sich Obstfliegen nicht nur rasant, sondern beschleunigen auch noch den Verfallsprozess von Obst und Gemüse. Von fauligen Früchten übertragen sie die für Gärung verantwortlichen Bakterien auf noch intaktes Obst und legen dabei dort auch ihre Eier ab, damit die schlüpfenden Larven gleich etwas zu futtern haben. Eier und Larven sind so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Deshalb hat wahrscheinlich jeder schon unfreiwillig Obstfliegenlarven mitgegessen. Das ist unappetitlich, aber nicht gefährlich, da bei uns heimische Obstfliegen in der Regel keine gefährlichen Keime übertragen.

So beugen Sie vor

Eine Obstfliege (Essigfliege)
Bildrechte: Imago/blickwinkel

Besonders im Sommer und Herbst sind die Tiere aktiv. Werden Kirschen, Äpfel und Birnen reif, gibt es in der freien Natur ein großzügiges Nahrungsangebot. Somit vermehren sich die Fliegen rasant und suchen verstärkt nach neuen Brutplätzen. Da sie dabei vorwiegend nach Geruch fliegen, ist eine gut gelüftete Wohnung, die nicht nach reifem Obst oder vergorenen Getränken riecht, von Vorteil. Außerdem sollten Sie alle möglichen Brutplätze entfernen:

  • Leeren Sie Mülleimer und Müllbeutel öfter, reinigen Sie die Eimer gründlich mit Wasser!
  • Lagern Sie Obst und Gemüse nicht offen in der Wohnung, sondern am besten im Kühlschrank oder an einem möglichst kühlen, trockenen Ort!
  • Äpfel und Tomaten geben viel Reifegas ab, lagern Sie anderes Obst und Gemüse deshalb mindestens 50 Zentimeter entfernt davon!
  • Reinigen Sie Abflüsse und Waschbecken und halten Sie Ausgüsse, die lange Zeit nicht benutzt werden, geschlossen!
  • Lassen Sie keine Speisereste liegen, verschließen Sie Getränke!
  • Reinigen Sie auch den Geschirrspüler regelmäßig und lassen Sie ihn nicht offen und halb gefüllt stehen. Gleiches gilt für schmutziges Geschirr. Auch das sollten Sie nicht längere Zeit stehen lassen.    
  • Lüften Sie regelmäßig, um die Raumluft von Gärungsduft zu befreien!  

So werden Sie die Tierchen los

Obstfliegen (Fruchtfliegen) auf einer Apfelsinenscheibe
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Sind Fruchtfliegen erstmal bei Ihnen eingezogen, sollten Sie vor allem schnell handeln, um die Tierchen wieder loszuwerden. Zuerst entfernen Sie vor allem befallenes Obst und Gemüse und alle möglichen Brutstätten. Dann können Sie versuchen, die verbleibenden Obstfliegen mit dem Staubsauger zu fangen. Der Sog ist stark genug und hält die Tiere auch im Staubbeutel. Am besten fangen Sie Obstfliegen aber mit einer Falle. Der Handel bietet dazu eine Vielzahl an Produkten. Ab zehn Euro bekommen Sie Fallen, die die Tiere meist mit einem Lockstoff anziehen und dann in ein Gefäß lotsen, aus dem die Fliegen nicht mehr entkommen können, ertrinken oder festkleben. Etwa gleich teuer, aber besonders fliegenfreundlich sind sogenannte Trichterfallen: In einen Becher aus Plaste oder Glas legen Sie ein Stück Obst als Lockmittel. Darüber kommt ein Trichter, der unten eine winzige Öffnung hat, durch die die Fliegen zum Obst krabbeln. An den Seiten sorgen winzige Luftschlitze für die Verbreitung des Duftes. Ist die Fliege durch den Trichter gekrabbelt, kommt sie ans ersehnte Obst, aber nicht mehr aus dem Becher. Jetzt können Sie die Fliegen an der frischen Luft freilassen und die Falle wieder in Position bringen.  

Ähnliche effektiv und dazu preiswerter ist eine selbstgebaute Obstfliegenfalle: Dazu geben Sie eine Mischung aus Wasser und einem Obstessig mit etwas Zucker und ein paar Tropfen Spülmittel in eine kleine Schüssel. Essig und Zucker locken die Fliegen an, das Spülmittel sorgt dafür, dass das Wasser kaum noch Oberflächenspannung hat. Die Fliegen versinken so recht schnell und können aus der Falle nicht mehr raus. Mischungen aus Gebissreiniger und Wasser haben eine ähnliche Wirkung. Ein ganz natürlicher Weg zur Fliegenbekämpfung ist Fettkraut, eine fleischfressende Pflanze. Obstfliegenvernichter für die Steckdose locken die Tierchen mit UV-Licht an und töten sie dann mit einem elektrischen Schlag. Sie sollen aber nur bedingt funktionieren, und bei all diesen Fallen kommen die Tiere ums Leben.

Den Lieblingsplatz vermiesen

Wenn alle Früchte fliegensicher untergebracht sind, sammeln sich die Tierchen gerne im oder am Mülleimer. Bringen Sie dort einen Klebestreifen mit Fliegengift an. Der Streifen lockt die Tiere mit einem Duftstoff, und gerade kleine Obstfliegen sterben sehr schnell an dem aufgebrachten Gift. So können sie sich im Mülleimer nicht vermehren. Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Kinder nicht in die Nähe der Giftstreifen kommen. Unwohlsein und Hautausschläge könnten aus einem Kontakt resultieren. Ernsthafte Schäden sind aber nicht zu erwarten.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 04. Juli 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2019, 00:10 Uhr