Umschau-Quicktipp So wird der Grill wieder sauber

Grillroste aus Edelstahl und Gusseisen lassen sich wesentlich einfacher von verbrannten Essensresten befreien, als Teile aus verchromtem oder mit Emaille überzogenem Eisen. "Edelstahl und Gusseisen vertragen die Hitze einfach besser und behalten dadurch länger eine intakte Oberfläche. Emaille- und Chrombeschichtungen dagegen können durch hohe Temperaturen beschädigt werden. An den Stellen bleibt dann umso mehr haften", erklärt Nick Polzin von der Grillakademie Magdeburg. In der Folge lässt sich der Grill immer schlechter reinigen.

Kauftipp: Auf Material des Grillrostes achten

Edelstahl und Gusseisen können zudem bei der Reinigung härter rangenommen werden als Emaille und Chrombeschichtungen. Sie brauchen lange Einweichzeiten und ein sanfte Reinigung. Hochwertige Gas- und Elektrogrills haben außerdem oft Fettpfannen, die dafür sorgen, dass tropfendes Fett, Marinade und Öl nicht anbrennen und den Grill zusätzlich verschmutzen. Holzkohlegrills sind da im Nachteil.

Eigentlich müssen Sie gar nicht putzen ...

Bratwürste auf dem Grill.
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Einen Grill reinigen Sie nicht aus hygienischen, sondern immer aus optischen und ästhetischen Gründen. Theoretisch könnten Sie den verschmutzten Grillrost so lassen, wie er ist. Beim nächsten Einsatz wird er in der Regel ohnehin über 70 bis 100 Grad Celsius erhitzt. "Dabei sterben alle organischen Verbindungen sowieso, was den Grillrost keimfrei macht", so Grillmeister Polzin. Allerdings ist das Putzen gerade beim gusseisernen Rost wichtig, da die schmalen langen Grillschlitze sich sonst mit der Zeit zusetzen könnten. Die Grillleistung würde so mehr und mehr abnehmen.

Grundregeln beim Grillputzen

Je weniger haften bleibt, desto leichter lässt sich der Grillrost später wieder reinigen. Deshalb können Sie den Rost vor dem Grillen mit Fett oder Öl abreiben. Manche Profis verwenden sogar ein Backtrennspray, ein pflanzliches Fett, das Bäcker als Trennschicht zwischen Kuchen und Backblech sprühen. Beim Grillen erfüllt es den gleichen Zweck. "Es reicht aber auch, wenn Sie beim Grillen nur lange genug warten, bis Sie Fleisch oder Wurst umdrehen", rat Nick Polzin.

Völlig falsch ist nämlich das frühe und häufige Wenden von Steak, Fisch und Wurst. Warten Sie lieber, bis das Eiweiß im Grillgut deutlich weiß sichtbar wird, Ihr Steak also Grillstreifen bekommt. Genau dann bildet das Eiweiß der äußeren Fleischzellen eine Trennschicht und lässt eine schöne Kruste entstehen. So bleibt das Grillgut nicht am Rost haften und Sie bekommen eine prima Wendung hin.

Grillkäse in Aluschale auf einem Grill
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Grillen Sie nicht mit zu hohen Temperaturen. Das schadet dem Steak und dem Rost. Löschen Sie Flammen nicht mit Wasser und schon gar nicht mit Bier. Erstens leidet unter dem plötzlichen Temperaturunterschied das Material Ihres Grills, zweitens werden Steak und Fisch labberig und drittens bringt das Bier zu diesem Zeitpunkt keinen zusätzlichen Geschmack ins Grillgut. Nehmen Sie lieber das Grillgut kurz vom Rost, solange, bis die Flammen wieder erloschen sind.

Grillschalen aus Aluminium schützen zwar den Rost vor Verschmutzungen, reduzieren aber auch die Hitze. Experte Nick Polzin rät: "Es gibt solche Grillschalen auch aus Edelstahl, die sind besser geeignet und mehrfach verwendbar. Für kleinere Portionen wie Nürnberger Würstchen können Sie auch eine Grillmatte verwenden." Diese Grillmatten gibt es in unterschiedlichen Größen. Nach dem Grillen können Sie diese einfach abwaschen oder in die Spülmaschine stecken. Sie sind mehrfach verwendbar und schützen den Rost ebenfalls zum Teil vor Verschmutzung.

Das Reinigungsprogramm der vier Faktoren

Zum Reinigen selber gehören bis zu vier Bestandteile, die einander beeinflussen: Mechanik, Chemie, Zeit und Temperatur. Das hat der deutsche Chemiker Herbert Sinner erforscht. Die Idee dahinter: Je mehr Sie bei der Reinigung von dem einen Bestandteil aufwenden, desto weniger brauchen Sie von dem anderen. Das wusste die Oma früher auch schon und hat deshalb die Wäsche möglichst eine Nacht lang eingeweicht.

Für die Grillreinigung sind demnach vier Methoden denkbar:

Die faule Methode
Genau diese Omamethode machen Sie sich zu Nutze, wenn Sie den Grillrost nach der Party einfach über Nacht ins Gras legen. Die Luftfeuchtigkeit und der Morgentau weichen Grillreste lange und gut auf, so haben Sie am nächsten Tag mit einem weichen Schwamm, einem Tuch oder auch einem Stück Alufolie bei der Reinigung leichtes Spiel. Auch mit der Asche vom Grillen können Sie den Rost putzen. Die kleinen Aschebestandteile schmirgeln dabei den Rost sanft sauber. Vorsicht: Bei Emaille oder Chrom sollten Sie keine Stahlpads oder Schwämme mit einer rauen Putzfläche verwenden.

Die sanfte Methode
Lange Einweichzeiten bekommen Sie auch mit Zeitungpapier hin, in das Sie den Grillrost einschlagen. Dann befeuchten Sie das Papier und warten. Die eingeweichten Grillreste bekommen Sie wie oben beschrieben ab.

Grill aus dem Flammen schlagen.
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Die harte Methode
Pyrolyse ist ein Verfahren, bei dem organische Verbindungen mit Temperaturen von 200-900 Grad Celsius aufgespaltet werden. Einfacher beschreibt das Nick Polzin: "Es wird einfach so hoch geheizt, dass die Reste am Rost verbrennen und zu Asche werden. Selbstreinigende Backöfen arbeiten zum Teil so. Und dieses Pyrolyseverfahren können Sie auch zum Beispiel beim Gasgrill anwenden."

Vorsicht: Die weniger haltbaren beschichteten Roste nehmen dabei eher Schaden. Edelstahl und Gusseisen halten diese Temperaturen hingegen gut aus.
Nach dem Erhitzen bekommen Sie Aschereste mit einer Messingdrahtbürste leicht vom Rost.

Die chemische Methode
Backofenspray und chemische Grillreiniger sind weitere Möglichkeiten, hartnäckige Verkrustungen vom Rost zu bekommen. Beachten Sie hier aber die genaue Anwendung. "Einmal im Jahr können Sie den Gasgrill damit einer Komplettreinigung unterziehen. Der Umwelt zuliebe nutzen Sie aber ansonsten besser die anderen Möglichkeiten. Fabrikneu bekommen Sie einen gebrauchten Rost sowieso nicht mehr, " sagt Grillmaster Polzin.

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Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 09. August 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2019, 00:10 Uhr