Energiekosten Beim Stromanbieterwechsel mehrere Hundert Euro sparen

Wie viel lässt sich mit einem Wechsel des Stromanbieters sparen. Wir haben das Sparpotenzial für die 50 größten Städte Mitteldeutschlands ausgelotet. Vor allem ein Wechsel aus der Grundversorgung lohnt sich.

von Henry Rieck

Stecker in Steckdosen
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Private Haushalte in Mitteldeutschland können beim Stromanbieterwechsel bis zu mehrere Hundert Euro sparen. Das ergab eine Auswertung der aktuellen Strompreise für die 50 größten Städte in Mitteldeutschland durch das Vergleichsportal "Verivox" im Auftrag des MDR-Magazins "Umschau".

Danach kann ein Drei-Personen-Musterhaushalt (3.500 kWh pro Jahr) mit Grundversorgungsvertrag beim Wechsel zum günstigsten Anbieter im Durchschnitt rund 250 Euro sparen. Die Höhe des Ersparten richtet sich neben Stromverbrauch und Vertragsart auch nach dem Wohnort. Die größten Sparpotenziale mit 300 bis 360 Euro gibt es in Gotha, Apolda, Weimar, Mühlhausen, Jena, Bitterfeld-Wolfen, Freiberg, Nordhausen, Rudolstadt und Görlitz. In Zeitz sind es sogar fast 500 Euro. Der Spitzenwert ergibt sich aus dem vergleichsweise sehr hohen Preis für den Strom in der Grundversorgung.

Sparpotenzial zwischen 200 und 300 Euro

In knapp zwei Drittel der 50 Städte liegt das Sparpotenzial für den Drei-Personen-Haushalt zwischen 200 und 300 Euro. Unter 200 Euro sind es in Riesa, Gera, Stendal, Wernigerode, Pirna, Halberstadt, Lutherstadt Wittenberg und Halle. Am Ende des Rankings steht Dresden mit 113 Euro. Das geringe Sparpotenzial resultiert aus dem preiswerten Strom in der Grundversorgung. Ähnliche Reihenfolgen im Ranking ergaben sich bei der Auswertung für Single- und Zwei-Personen-Haushalte mit Stromverbräuchen von 1.500 kWh und 2.800 kWh. Alle Sparpotenziale können der Tabelle im Anhang entnommen werden.

Vergleichen und wechseln

Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen verweist darauf, dass die ausgewiesene Ersparnis im ersten Jahr oft ausschließlich auf den Bonus zurückgehe. "Bei einem Tarif mit Bonus sollten Wechselwillige sich darauf einstellen, nach einem Jahr erneut zu wechseln. Denn das zweite Vertragsjahr ist in den Bonus-Tarifen in der Regel teurer", so die Verbraucherschützerin. Zudem rät sie: "Die Sparpotenziale sind gerade für Kunden in der Grundversorgung nicht von der Hand zu weisen. Der Wechsel sollte aber überlegt unternommen werden. Wir empfehlen, mehrere Vergleichsportale zu nutzen. Auch hier gilt: ohne Fleiß kein Preis. Wer sparen möchte, muss auch etwas dafür tun."

Strommast von unten
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16 Prozent der Haushalte in Deutschland hatten nach Angaben der Bundesnetzagentur 2018 den Stromanbieter bzw. den Vertrag beim lokalen Energielieferanten gewechselt. Davon hatten sich 4,7 Millionen Haushalte für einen neuen Lieferanten entschieden; knapp zwei Millionen Kunden hatten beim lokalen Versorger den Vertrag gewechselt. Nach den Wechselaktivitäten der vergangenen Jahre sind knapp ein Drittel (29%) der Haushalte nicht beim örtlichen Grundversorger. Gut ein Drittel (37%) haben einen Sondervertrag bei den Stadtwerken. In der teuren Grundversorgung sind ein Drittel der Haushalte (34%).

Bei der Ermittlung der Sparpotenziale wurden alle Tarife ohne Vorkasse, ohne Paket, ohne Kaution, mit Bonus bis 15 Prozent und einer Laufzeit von maximal 12 Monaten berücksichtigt. "Verivox" recherchiert nach eigenen Angaben tagesaktuell die Konditionen von über 1.100 Stromanbietern. Das entspricht nach "Verivox"-Angaben 90 Prozent aller verfügbaren Daten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 21. Januar 2020 | 20:15 Uhr