Vorsicht bei Erster Hilfe Autounfälle mit Haustieren: Wie man sich richtig verhält

Nur zu oft können Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen, wenn Haustiere auf die Fahrbahn rennen. Ein Zusammenstoß mit einem Auto geht für Haustiere selten glimpflich aus. Auch bei einem Zusammenprall mit Tieren gelten übrigens die gleichen Vorschriften wie bei anderen Unfällen. Etwa für die Absicherung der Unfallstelle. Und: ein verletztes Tier darf man nicht einfach liegenlassen.

Ein Hund auf einer Straße, auf der der Schriftzug "TAXIS" steht.
Haustiere laufen oft unvermittelt auf die Straße. Kommt es dann zum Unfall, muss der Fahrer verschiedene Dinge beachten. Bildrechte: imago/blickwinkel

Bei  einem Zusammenstoß mit einem Haustier, das dann auf der Straße liegen bleibt, gelten die gleichen Regeln wie bei jedem Unfall. Und zwar: An sicherer Stelle anzuhalten, den Warnblinker einzuschalten, die Schutzweste anzulegen und die Unfallstelle abzusichern.

Außerdem solle man umgehend die Polizei über den Unfall informieren und sich natürlich dann um das angefahrene Tier kümmern, nachsehen wie schwer es verletzt sei, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund: "Man kann dann entweder auf die Polizei warten, dass die sich um das Tier kümmert. Aber natürlich zählt bei einer Verletzung jede Minute." Daher sollte man bestenfalls versuchen, das Tier schnell zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik zu bringen, sagt Lea Schmitz weiter.

Weiterfahren im Zweifel Tierquälerei und Unfallflucht

Einen angefahrenen Hund oder eine Katze einfach sich selbst zu überlassen, das bleibt für Autofahrer nicht ohne Konsequenzen. Denn ein verletztes Tier liegenzulassen und weiterzufahren, kann den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen. Ein Vergehen, das mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro bestraft werden kann.

Auch wenn Tiere rechtlich als Sache eingestuft würden, habe der Fahrzeugführer laut Lea Schmitz eine ethische und gesetzliche Verpflichtung, sich um das angefahrene Tier zu kümmern: "Einfach weiter zu fahren, wäre völlig verantwortungslos." Außerdem kann mit der Weiterfahrt nach einem solchen Zusammenstoß auch der Straftatbestand der Unfallflucht im Raum stehen.

Um auf der sicheren Seite zu stehen, ist es also ratsam, in solchen Fällen die Polizei zu informieren. In einigen Städten, so Lea Schmitz, gebe es auch Tiernotrettungsdienste, die von Tierschutzvereinen organisiert würden. Dort, wo diese Rettungsdienste bestehen, würden sie auch von der Polizei zum Unfallort gerufen, sagt Lea Schmitz.

Außerdem verfügen die meisten Polizeidienststellen über Chip-Lesegeräte, so dass sich bei markierten Tieren auch der Halter ermitteln lässt.

Vorsicht bei Erster Hilfe geboten

Bei verletzten Tieren ist schnelle Hilfe und damit auch entschiedenes Handeln geboten. Lea Schmitz warnt aber: "Wenn man das Tier selbst zum Arzt bringt, sollte man natürlich vorsichtig mit dem Tier umgehen, weil man nicht weiß, welche Verletzungen eventuell vorliegen."

So könne sich das Tier zum Beispiel schwer an der Wirbelsäule verletzt haben, sagt die Tierschützerin Schmitz, Verletzungen, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen seien. Ob man das Tier selbst vorsichtig in eine Decke wickelt und zu einem Tierarzt bringt, das hänge auch vom Verhalten des Tieres ab.

Lea Schmitz sagt dazu: "Es ist natürlich möglich, dass ein Tier auch starke Abwehr- oder Drohreaktionen zeigt, insbesondere wenn es Schmerzen hat. Da sollte man vielleicht lieber auf Hilfe warten. Wenn sich das Tier aber relativ ruhig verhält und sich auch transportieren lässt, dann zählt natürlich jede Minute."

Unfälle mit Haustieren lassen sich oft nicht vermeiden. Aber wenn ein Hund oder eine Katze plötzlich aus dem Gebüsch oder hinter einem geparkten Auto hervor auf die Straße rennt, sollte man keinesfalls riskante Ausweichmanöver unternehmen. Damit gefährdet man sich und andere Verkehrsteilnehmer.

Außerdem können irritierte Tiere plötzlich stehen bleiben oder die Richtung ändern. Experten raten darum, so schnell und so kräftig wie möglich auf die Bremse zu treten, um einen Zusammenstoß zu verhindern, oder wenigstens die Wucht des Aufpralls zu vermindern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juli 2020 | 05:00 Uhr