Heizen mit Holz Wenn der Kamin für "dicke Luft" sorgt

Kaminöfen stehen für wohlige Wärme und Gemütlichkeit. Doch so manchem Anwohner bleibt bei der Rauch- und Geruchsentwicklung buchstäblich die Luft weg. Was also tun, wenn es beim Nachbarn übermäßig qualmt? MDR-AKTUELL-Nutzer Alexander Koitzsch aus Brandis fragt: "Haben die Behörden die Möglichkeit, entsprechend Feuerungsanlagen, die diesen Rauch verursachen, zu beauflagen?"

Ein Pärchen sitz aneinander gelehnt vor einem Kaminfeuer.
Wenn ein Kamin nicht für Gemütlichkeit, sondern hitzige Nachbarschaftsdebatten sorgt, kann man sich an das Umweltamt wenden. Bildrechte: imago/Panthermedia

Deutschlandweit gibt es rund elf Millionen Holzöfen. Und die pusten gesundheitsschädlichen Feinstaub in die Luft. In Sachsen zum Beispiel sind es laut einer Schätzung des Umweltministeriums rund zehn Prozent der Gesamtbelastung.

Regionale Verbote für neue Kaminöfen möglich

Um hohe Feinsstaubwerte zu vermeiden, können Kommunen den Bau neuer Holzöfen in bestimmten Gebieten schon jetzt untersagen. Bei bereits installierten Kaminen aber sieht das sächsische Umweltministerium auf MDR-Nachfrage "derzeit keine Rechtfertigung für ein Befeuerungsverbot".

Umweltamt prüft Beschwerden

Fühlen sich Anwohner vom Kaminrauch ihres Nachbarn gestört, empfiehlt Eckhard Rexroth vom Landratsamt Nordsachsen, erst einmal selbst das Gespräch mit dem Verursacher zu suchen. Trete keine Besserung ein, könnten sich Betroffene an das Umweltamt ihres Landkreises wenden.

Geldstrafen bis 2.000 Euro möglich

Rexroth erklärt: "Unsere Mitarbeiter schauen sich die Sachlage vor Ort an und sprechen auch mit den Leuten, die das Problem verursachen. Wir können Geldstrafen von 200 bis 2.000 Euro aussprechen." Bisher sei das aber noch nie nötig gewesen. Eine technische Kontrolle der Feuerstätte sei den Mitarbeitern allerdings nicht möglich.

Wer den falschen Brennstoff verwendet, schadet sich selbst

Owe Nitsche, Bezirksschornsteinfeger in Meißen
Schornsteinfegermeister Owe Nitsche. Bildrechte: MDR/Roman Rackwitz

Die technische Kontrolle ist Sache der Schornsteinfeger. Diese kontrollieren jeden neu installierten Kamin und weisen die Besitzer fachgerecht ein.

Owe Nitsche, Bezirksschornsteinfeger in Meißen, konnte bei seinen Kontrollen bisher keine größeren Mängel feststellen. Er sagt, seiner Erfahrung nach liege das im eigenen Interesse der Kunden: Wer unzulässige Brennstoffe verheize, beeinträchtige auch unmittelbar sich selbst.

Verschiedene Gründe für Rauchbelastung

Es gibt aber auch andere Gründe für einen qualmenden Kamin. Zum Beispiel eine Tallage, hoher Luftdruck oder die sogenannte Inversionswetterlage. Letztere verhindert, dass der Rauch abzieht.

So wird richtig angeheizt

Oft wird auch zu feuchtes Holz zum Feuern verwendet oder der Kamin falsch angeheizt. Owe Nitsche erklärt, wie es richtig geht: "Unten zwei, drei große Holzscheite rein, dann obendrauf kleines Anzündholz und in dieses Anzündholz den Kaminanzünder. Dann brennt das Holz von oben nach unten durch, genauso, wie es eigentlich bestimmungsgemäß sein sollte, und dann brennt es auch sauber."

Für Kaminbesitzer gilt also: Trockenes Holz verwenden, richtig anfeuern und die Wetterlage beachten. Dann erspart man sich den Unmut der Nachbarn.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Februar 2020 | 07:22 Uhr

2 Kommentare

maheba vor 36 Wochen

Irre, einfach Irre. Nach der Wende waren wir hier alle froh endlich die stinkenden Ofenheizungen losgeworden zu sein.
Jetzt fängt das wieder an. Naja, Öl- und Gasheizungen erzeugen ja auch Schadstoffe.
Greta wird's schon richten.

Atheist vor 36 Wochen

Meine Güte, wer einmal in der DDR im Winter um 6 Uhr zur Arbeit gelaufen ist hatte eine Schwarze Nase und Mund.
Pilepalle Problem wegen einen Kamin.

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