Ein Elektroauto des Typs Tesla S lädt 2017 an einer Stromtankstelle.
Die Elektromobilität soll die ökologische Verkehrswende bringen. Doch warum sind E-Autos immer noch so teuer? Bildrechte: dpa

Elektromobilität Darum sind E-Autos so teuer

Bis 2020 sollen eine Million E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Doch bisher schrecken die hohen Preise viele Käufer ab – wer ein ganz normales Mittelklasse-Elektroauto kaufen will, muss zwischen 30.000 und 40.000 Euro auf den Tisch legen. Wer einen vergleichbaren Benziner kaufen will, kommt mit bis zu 10.000 Euro günstiger davon. MDR-AKTUELL-Hörer Kurt Hertwig aus der Nähe von Görlitz möchte wissen, warum Elektroautos so teuer sind.

von Andre Seifert, MDR AKTUELL

Ein Elektroauto des Typs Tesla S lädt 2017 an einer Stromtankstelle.
Die Elektromobilität soll die ökologische Verkehrswende bringen. Doch warum sind E-Autos immer noch so teuer? Bildrechte: dpa

Nehmen wir so ein Elektroauto mal auseinander: Da sind Schrauben und Kabel, Gestelle und Bleche, Konsolen, Schalter und Lämpchen, Sitze und Spiegel – alles Komponenten, die auch in Benzin- oder Dieselautos vorhanden sind. Viele andere Teile, wie einen Verbrennungsmotor, eine Lichtmaschine, eine Abgasanlage oder ein Getriebe sucht man im E-Auto dagegen vergebens.

Batterie macht Auto teuer

Könnte ein Elektroauto also eigentlich preiswerter sein als ein Benziner? Nein, sagt Dirk Vogel vom Netzwerk der Automobilzulieferer Sachsen. Zumindest jetzt noch nicht – und das liege vor allem an der Batterie, denn die sei eine extrem teure Komponente.

Zum einem werde die Zelle an sich in einem sehr aufwendigen chemischen Verfahren hergestellt. Hinzu komme ein Batteriemanagementsystem und ein Gehäuse, das die Zelle im Sommer kühlen und im Winter wärmen muss, erklärt Vogel.

Moderne Lithium-Ionen-Batterien werden seit Anfang der 1990er Jahre in Serie hergestellt. Inzwischen sind sie in allen möglichen Geräten zu finden. In Elektroautos allerdings sei ihre Verwendung noch ziemlich unterentwickelt – und damit teuer, sagt Dirk Vogel. "Das liegt daran, dass wir so langsam in Stückzahlen kommen. Bisher ist ja die Batterieproduktion trotzdem ein Nischenprodukt geblieben."

Mehr Nachfrage nötig

Bislang konnte die Batterie gut die Hälfte des Gesamtpreises eines E-Autos ausmachen – um preiswerter zu werden, tüfteln die Hersteller an der Massenproduktion. Im neuen VW ID3 zum Beispiel soll der Preis auf nur noch ein Sechstel des gesamten Autopreises sinken.

Die Entwicklungskosten geben die Hersteller an die Käufer weiter, sagt Dirk Vogel. Dass andere Bestandteile des E-Autos - wie der Motor - billiger sind, gleiche die Verteuerung nicht aus. Die geringe Nachfrage nach E-Autos bleibt daher ein Problem. Sie verteuert auch viele andere Teile, erklärt Jens Katzek vom Automobilcluster Ostdeutschland ACOD.

Hersteller noch mitten in der Forschung

Die Hersteller stünden vor unglaublich vielen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben – und das betreffe nicht nur die Batterie: Die ganze Elektrik müsse ausgebaut werden, erklärt Katzek. "Aber auch das Thema Leichtbau ist ein ganz wichtiges. BMW hat mit seinem i3 und i8 ganz neue Materialien verbaut, diese Materialien müssten überhaupt erstmal entwickelt werden und es mussten dazu auch neue Klebetechniken entwickelt werden."

Die Forschung wird sich für die Hersteller vielleicht erst in einigen Jahren auszahlen. Denn wer sich fünf Minuten an eine viel befahrene Straße stellt, der sieht: Benziner, Diesel, vielleicht mal ein Hybrid, aber kaum ein E-Auto. Nicht einmal zwei Prozent der neu verkauften Autos fahren mit Strom.

E-Autos werden in Zukunft günstiger

Das Kuriose dabei ist: E-Autos sind teuer, weil die Nachfrage momentan so gering ist. Doch die Nachfrage ist ja deshalb so gering, weil E-Autos so teuer sind. Stecken wir in einem Teufelskreis fest? Nein, sagen Jens Katzek vom ACOD und Dirk Vogel von Zulieferernetzwerk.

Katzek geht davon aus, dass man Elektroautos in den nächsten fünf Jahren deutlich mehr akzeptiere und auch Vogel ist sich sicher, dass E-Autos billiger werden würden. Ob der Preis unter 10.000 Euro sinkt, sei aber schwer zu sagen. Und wenn, dann vielleicht vor allem deshalb, weil die Bundesregierung E-Autos stark fördert. Wer ein reines E-Auto kauft, erhält noch bis zum nächsten Jahr eine Kaufprämie von 4.000 Euro.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 05:00 Uhr

69 Kommentare

nasowasaberauch vor 3 Wochen

Das eMobil ist ein Konglomerat aus unsinnigen Vorgaben der EU zur CO2 Emission, aus dem Wegschauen wie die Rohstoffe gewonnen werden, aus fragwürdigen Konzepten in schweren Fahrzeugen mit 100kWh Akkus halbwegs Reichweite zu erzielen und zuviel Ideologie. Ein moderner Diesel PKW fährt 200.000 km, bis sich zum eMobil mit 100kWh Akku ein Gleichstand der CO2 Emission aus Fertigung einstellt. Würde nur grüner Strom eingesetzt wären es immer noch 40.000 km. So stand der Vergleich jüngst in der LVZ. Das eMobil wird ein Nischenprodukt bleiben, weil es nicht nur Probleme löst, sondern auch welche schafft. U.a. machen wir eine ganze Industrie platt mit dem Verlust von 100.000 bis 200.000 Arbeitsplätzen in Deutschland.

wo geht es hin vor 3 Wochen

Hier geht es nicht um Ölmultis, sondern genauso milliardenschwere Aufträge der angeblich heilsbringenden "erneuerbaren Energien". Und wissen Sie, wer die hauptsächlich bezahlt (besser gesagt, gezwungen wird)? Der Stromkunde und Steuerzahler. Durch Subventionen aus Steuergeld und die höchsten Strompreise. Aber weil Sie es ansprechen - die Ölmultis können niemanden zwingen, den ihre Produkte zu kaufen - der Staat den Stromkunden schon. Die Ölmultis müssen im Gegensatz zu den Spargelbauern ihre Gewinne OHNE Subventionen erwirtschaften. Und bei bisher in Größenordnungen im 3 - stelligem Milliardenbereich seit Beginn der "Energiewende", die in die "erneuerbaren Energien" gesteckt worden (noch mal zur Erinnerung - das ist Steuergeld), ist der Erfolg doch wohl sehr bescheiden - um nicht zu sagen beschämend. Ich verstehe nicht, wo Sie bei diesen (nachweisbaren) Erfahrungen Ihren Optimismus hernehmen. Ich denke da eher an einen berühmten Spruch von Einstein (der mit dem Wahnsinn)...

Ekkehard Kohfeld vor 3 Wochen

Wie oft muß man die noch bringen 3 mal pro Forum oder Woche?Ich habe ihnen so viel Links gesendet die sollten sie mal abarbeiten.Sparen sie sich ihre falschen Beschuldigungen mein Kommentare dazu kann jeder lesen.Auch stimmt diese Links sind ja alles Lügenpresse,ich vergas nur ihre sind ja die richtigen,ach welche eigentlich sie haben ja gar keine geliefert woran das wohl liegen mag.Und mit dumm stellen können sie bei mir auch nicht landen.
Gehen sie Googeln da wird sie geholfen da bin ich nicht für zuständig.
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