Eine in Handschuhen steckende Hand öffnet ein verschneites Auto.
Vereiste Scheibe, gefrorene Tür: Was hilft am besten, wenn das Auto im WInter nicht will wie man selbst? Bildrechte: colourbox

Ratgeber So schützen Sie Ihr Auto vor Frost und Kälte

Früh morgens auf dem Weg zur Arbeit ist man meist in Eile. Besonders wer mit dem Auto fährt, muss dieser Tage aus verschiedenen Gründen oft etwas mehr Zeit einplanen. Mögliche Gründe: Die Batterie streikt, die Scheibe ist vereist oder das Schloss ist zugefroren. Wie ist man trotz Eis und Schnee schnell startklar?

von Marc Zimmer, MDR AKTUELL

Eine in Handschuhen steckende Hand öffnet ein verschneites Auto.
Vereiste Scheibe, gefrorene Tür: Was hilft am besten, wenn das Auto im WInter nicht will wie man selbst? Bildrechte: colourbox

Die winterliche Pannenstatistik des ADAC wird seit Jahren unangefochten von der Autobatterie angeführt. Hier gilt: Frühzeitig prüfen und, falls nötig, ersetzen. Ist die Batterie schon schwach, dann hilft es, beim Start Scheinwerfer, Heizung, Entfroster und andere elektronische Anwendungen auszulassen. Nur so kann die ganze Stromstärke der Batterie an den Motor gehen. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, bis zum nächsten Versuch ein paar Minuten warten.

Ein weiterer, wenn nicht sogar der Klassiker der winterlichen Auto-Probleme: Was tun gegen die vereiste Windschutzscheibe? Die von uns befragten Passanten haben da ganz unterschiedliche Herangehensweisen: Den einen reicht "Kratzen, Starten, Losfahren", die anderen besitzen eine Garage und haben das Problem damit gar nicht.

Am zuverlässigsten vor Eis schützt eine Thermomatte, die man über die Scheibe spannt. Beim Seitenspiegel reicht eine einfache Plastiktüte, die schnell mit ein paar Gummibändern fixiert werden kann.

Chemie nur im Notfall

Johannes Boos vom ADAC
Johannes Boos vom ADAC weiß, wie man ein Auto wintertauglich macht. Bildrechte: ADAC

Ist die Windschutzscheibe doch mal zugefroren, hilft, na klar, der Eiskratzer. Im Netz gibt es darüber hinaus noch einige Hausmittel zu entdecken: Eine alte Socke, vollgestopft mit Salz, soll beispielsweise einen tollen Kratzer ergeben.

Immer wieder taucht auch der Tipp "einfach heißes Wasser drüber kippen" auf. Auf keinen Fall, warnt Johannes Boos vom ADAC.

Das ist gefährlich, weil die Scheibe aufgrund des großen Temperaturunterschiedes reißen kann.

Johannes Boos, ADAC-Mitarbeiter

Davon sei dringend abzuraten, betont Boos, da helfe wirklich nur der Eiskratzer. Oder aber: Enteisungssprays. Die wirken schnell und man bekommt sie in jedem Baumarkt. ADAC-Mann Boos sagt: Solche Gemische der Umwelt zuliebe nur im Notfall benutzen.

Vorsicht bei Hausmitteln

Der Scheibenwischer wird durchs Hochklappen vor dem Festfrieren bewahrt – alternativ können Sie auch eine alte Socke darüber stülpen. Dann noch Frostschutzmittel zum Wischwasser geben, damit die Spritzdüsen nicht einfrieren.

Bei allem, was Sie gegen das Eis am Auto tun: Lassen Sie niemals im Stand den Motor laufen. Das ist laut Johannes Boos vom ADAC aus verschieden Gründen nicht gut:

Das ist erstens aus technischen Gründen Unfug und zum zweiten natürlich auch aus Umweltgesichtspunkten, aus Gründen des Lärmschutzes ist das tabu und vor allen Dingen: Es kostet auch ein Bußgeld, wenn Sie erwischt werden.

Johannes Boos, ADAC-Mitarbeiter

Also: Lieber erst starten, wenn alles andere erledigt ist. Aber was, wenn man gar nicht ins Auto reinkommt?

Letzte Hürde Windschutzscheibe

Gegen zugefrorene Schlösser helfen spezielle Sprays und Öle. Glaubt man dem Netz, tut es auch gewöhnliches Desinfektionsspray für die Hände. Klemmt dann noch die Tür, empfehlen einige Autofahrer, Vaseline oder Babypuder auf die Dichtungen aufzutragen. Der ADAC rät von diesen Hausmitteln aber ab und empfiehlt spezielle Gummipflege-Stifte aus dem Handel.

Sitzt man dann endlich hinterm Steuer, ist sie oft die letzte Hürde an einem kalten Wintermorgen: die beschlagene Windschutzscheibe. Auch hier gibt es spezielle Sprays. Und auch hier kann wieder eine alte Socke helfen: Gefüllt mit Katzenstreu in den Innenraum gelegt, bindet sie Feuchtigkeit im Auto und verhindert, dass die Scheibe anläuft. Den gleichen Dienst verrichtet eine alte Zeitung im Fußraum.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 05:00 Uhr

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3 Kommentare

24.01.2019 16:00 Fragender Rentner 3

Komme mir hier so vor als wenn wir das 1. Mal Winter und Kälte hätten !!!!!!!! :-(((((((

Jedes Jahr das Gleiche und diese Leute wundern sich, dass es im Winter Eis, Schnee, Kälte und andere Dinge des normalen Winters gibt !!!!!!

23.01.2019 16:28 Rüdiger 2

Die Standheizung macht erst Sinn, wenn die Fahrstrecke ca. 10-15 km beträgt. Sonst ist die Gefahr einer leeren Batterie zu groß. Die Heizung verbraucht für das Aufwärmen des Wagens zwar Kraftstoff, aber Wasserpumpe und Lüfter saugen an der Batterie. Beide sind in der Warmlaufphase aktiv. Ich verfüge seit 25 Jahren über eine Standheizung und weiß, wovon ich spreche.
Zur Sicherheit habe ich immer eine geladene Starterbatterie im Kofferraum.

23.01.2019 12:18 Jakob 1

Es gibt Standheizungen - die lösen sämtliche der genannten Probleme auf einen Schlag ;) Lassen sich sogar nachrüsten.