Nudelfertiggericht Mirácoli ist "Mogelpackung des Jahres"

Verbraucher haben Mirácoli-Nudeln zur "Mogelpackung des Jahres 2019" gewählt. Zuletzt häuften sich Beschwerden. Das Produkt enthält keinen Käse mehr und weniger Tomatensauce und Gewürze – bei gleichem Preis. Insgesamt fünf Produkte standen zur Auswahl.

Nudelfertiggericht Miracoli
Ohne Käse und mit weniger Tomatensauce und Gewürzen: Nudelfertiggericht Miracoli Bildrechte: imago images / Chris Emil Janßen

Verbraucher haben das Nudelfertiggericht Mirácoli zur "Mogelpackung des Jahres 2019" gewählt. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg mitteilte, entfiel gut jede dritte der 43.044 abgegebenen Stimmen auf das Produkt des Herstellers Mars.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale gingen jede Menge Beschwerden zu Mirácoli ein. Im Vergleich zu früher fehlt in der Fertigmischung demnach nicht nur der Käse. Auch an Tomatensauce und Gewürzen werde gespart. Dennoch werde das Nudelgericht zum alten Preis verkauft. Es gebe auf der Packung auch keinen Hinweis auf die reduzierten Inhalte.

Fünf Mogel-Produkte standen zur Auswahl

Zweitplatzierter knapp hinter Mirácoli ist ein Karottensaft von Hipp, dessen Preis sich mehr als verdoppelt hat. Auf den Plätzen drei bis fünf der "Mogelpackung"-Abstimmung folgten eine Rama-Margarine, Schokolade von Milka und die Frosties Cerealien. Auch bei diesen Produkten hoben die Unternehmen und der Handel die Preise an, indem sie Füllmengen reduzierten, den alten Preis aber beibehielten.

Verbraucherschützer Armin Valet kritisierte, Kunden hätten kaum eine Chance, versteckte Preiserhöhungen im Handel zu erkennen. Rechtliche Schritte dagegen seien unmöglich. Er forderte die Politik auf, die Verbraucherinnen und Verbraucher endlich besser vor den Tricksereien der Unternehmen zu schützen.

An der sechsten Wahl der "Mogelpackung des Jahres" nahmen laut Verbraucherzentrale Hamburg so viele Verbraucher teil wie nie zuvor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Januar 2020 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2020, 14:03 Uhr

5 Kommentare

Sonnenanbeter vor 4 Wochen

Das Produkt dann auch noch als "Klassiker" auszuweisen, ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Einem solchen Gebaren müsste der Gesetzgeber eigentlich einen Riegel vorschieben. Zum Schutze des Verbrauchers müsste ein veränderter Inhalt (Bestandteile und Gewicht) im Vergleich zum bisherigen Produkt immer ausgewiesen werden, wenn die ursprüngliche Bezeichnung beibehalten wird, irreführende Bezeichnungen wie "Klassiker" in einem solchen Fall auch komplett untersagt werden. Apropos "Klassiker", da fällt mir auch noch einer ein. Den klassischen Dallmayr-Kaffee mit 100% Arabica-Bohnen gibt es seit 1964 als "Prodomo", seit einigen Jahren aber auch einen günstigeren Dallmayr "Classic" mit oder aus Bohnen ganz unterschiedlicher Herkunft. Den Unterschied schmeckt man...

Copper vor 4 Wochen

Nudel macht man eh lieber selber. Klassisch wie von Oma mit Hackbällchen. Dieser Soßenpampe in Mirácoli konnte ich noch nie geschmacklich etwas abgewinnen.

CrizzleMyNizzle vor 4 Wochen

Gerade das Mirácoli-Zeug ist eh der Hammer, meine mich zu erinnern dass da 3-5 Personen draufsteht. idR reichte es für mich und meine Partnerin für je einen Teller. Dass die nun am Käse sparen der vielleicht 2 cent wert ist, ist auch ganz großes Kino.

Naja, einfach nicht kaufen ;)