Viele verschiedene Mehrwegflaschen.
Der Anteil von Mehrwegflaschen geht weiter zurück. Bildrechte: IMAGO

Recycling Mehrweg-Anteil bei Getränken sinkt weiter

Der Anteil von Mehrwegflaschen bei Getränken sinkt seit Jahren stetig. Um Verpackungsabfall zu reduzieren, appelliert das Umweltbundesamt an Käufer und Verkäufer, wieder häufiger zu Mehrwegflaschen zu greifen.

Viele verschiedene Mehrwegflaschen.
Der Anteil von Mehrwegflaschen geht weiter zurück. Bildrechte: IMAGO

Der Anteil von Mehrwegflaschen bei Getränken geht weiter zurück. Mit nur noch 42,2 Prozent hat er im Jahr 2017 einen neuen Tiefstand erreicht, teilte das Umweltbundesamt (UBA) am Mittwoch mit. Unklar blieb auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst, ob sich dies nur auf pfandpflichtige Getränke bezog.

"Alle Supermärkte und Verkaufsstellen von Getränken sollten möglichst viele Getränke in Mehrwegflaschen anbieten und so dazu beitragen, weniger Abfälle zu erzeugen", forderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Mehr als 50 Prozent aller Getränke in Einweg-Flaschen

Mehr als die Hälfte der Getränke-Verpackungen sind demnach Einweg-Plastikflaschen, ihr Anteil lag laut UBA bei 52 Prozent. Dosen kamen auf rund vier Prozent, Getränkekartons und -beutel auf etwa 1,5 Prozent. Einweg-Glasflaschen hatten den geringsten Anteil von deutlich unter einem Prozent.

"Kurze Transportwege und Mehrwegverpackungen sind wichtig, um Umweltbelastungen und Abfälle zu vermeiden», sagte Maria Krautzberger. Dafür nötig seien gut funktionierende Mehrwegsysteme. Den Appellen und Vorgaben zum Trotz sinkt der Mehrweg-Anteil von Jahr zu Jahr. 2010 lag er laut UBA noch bei 48 Prozent.

Mehrwegflaschen gegen Verpackungsmüll

Ein höherer Mehrweganteil würde den Verpackungsabfall insgesamt deutlich reduzieren, weil dieser zu rund 25 Prozent aus Getränkeverpackungen bestehe, teilte die Umweltbehörde mit.

Aus Umweltschutz-Sicht sei "Mehrweg der bessere Weg": Glas-Mehrwegflaschen könnten 50 Mal und PET-Mehrwegflaschen 20 Mal befüllt werden. Mehrwegflaschen aus der Region schneiden demnach wegen der kurzen Transportwege am besten ab.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 16:40 Uhr