Eine Damenbinde liegt auf einem Kalender.
Slipeinlagen und Binden sind als Wegwerfprodukte zwar praktisch – aber sie sind auch aus Stoff als Mehrwegprodukt erhältlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hygieneartikel Umweltfreundliche Alternativen zu Tampons und Binden

Das EU-Parlament ist sich mehrheitlich einig: Diverse Einwegplastikprodukte und Verpackungen sollen aus Umweltschutzgründen verboten werden. Am fünfthäufigsten schwimmen benutzte Tampons und Slipeinlagen im Meer. Auf den Gebrauch der Einwegprodukte wollen nicht alle Frauen verzichten. Es gibt aber mittlerweile umweltfreundlichere Alternativen.

von Juliane Neubauer, MDR AKTUELL

Eine Damenbinde liegt auf einem Kalender.
Slipeinlagen und Binden sind als Wegwerfprodukte zwar praktisch – aber sie sind auch aus Stoff als Mehrwegprodukt erhältlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Offenerer Umgang in sozialen Netzwerken

Seit etwa 60 Jahren können Frauen in Deutschland Tampons kaufen. Herkömmlich bestehen sie aus Viskose, also aus einem Kunststoff. Umweltfreundlicher in der Herstellung und Entsorgung sind Biotampons aus Biobaumwolle. Die kosten allerdings fast zehn Mal so viel wie die konventionellen Produkte.

o.b.-Tampons
Tampons werden einmal benutzt und landen danach direkt im Restmüll. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Egal, woraus der Tampon besteht: Nach seiner Benutzung gehört er in die Restmülltonne – auf keinen Fall in die Toilette. Gleiches gilt für Binden. Viele Frauen wissen das nicht, glaubt Stevie Schmiedel, von der Frauenrechtsorganisation "Pinkstinks". Ein offener Umgang mit Menstruation würde auch den Umweltaspekt der Hygieneprodukte in den Fokus rücken. Das sei im Netz sichtbar. "Es wird viel drüber gesprochen. Es wird viel Blut gezeigt. Es wird dafür geworben, offener damit umzugehen. Das ist aber eine andere Welt: Instagram und Social Media. Wir haben da zwei gespaltene Welten in Deutschland, die sich noch nicht angeglichen haben. Da brauchen wir noch ein bisschen."

Alternativen: Menstruationsunterhose und -tasse

Junge Frauen diskutieren in Videos und auf Fotos ihre Erfahrungen mit Mehrwegalternativen zu Tampons und Binden. Mit der so genannten Menstruationsunterhose zum Beispiel. Sie erfüllt die Funktion einer Binde, ist aber waschbar und damit vielfach verwendbar.

Menstruationstasse, Frauenkleidung und Unterwäsche
Eine Menstruationstasse kostet rund 15 Euro und kann bis zu zehn Jahre halten. Bildrechte: imago/Westend61

Und auch die Menstruationstasse ist seit ein paar Jahren vieldiskutiert: Sie fängt in der Vagina das Menstruationsblut auf. Wird in die Toilette ausgeschüttet, mit lauwarmen Wasser ausgewaschen und soll bis zu zehn Jahre wiederverwendet werden können. Youtuberin Oksana schwärmt von ihrem hippen Hygieneprodukt: "Letztes mal war ich auf einem Geburtstag und da habe ich ein paar Bekannte getroffen und die meinten: 'Ey Oksana, du hast uns doch vor der Menstruationstasse erzählt und jetzt haben wir die auch alle.' Ich finde es einfach cool, wenn man das teilt, weil das ist einfach eine richtig coole Erfindung."

Menstruationstasse kann mehrere tausend Wegwerfartikel ersetzen

Bis zu 12 Stunden kann man die Tasse während der Menstruation tragen. Konsequent benutzt kann sie mehrere tausend Tampons und Binden sparen. Mittlerweile gibt es die Silikontasse ab rund 15 Euro in fast jeder Drogerie und Apotheke zu kaufen.

Die Zeitschrift "Öko-Test" hat die gängigen Modelle kontrolliert. Abgesehen von einem wurden alle als gut bis sehr gut bewertet.

Svenja Markert hat den Test für die Zeitschrift begleitet. Grundsätzlich aus ökologischer Sicht sei es natürlich eine gute Idee, ein Produkt zu verwenden, das nicht gleich im Mülleimer landee, sondern das man mehrfach verwenden könne. Aber Markert findet, dass das letztendlich die Entscheidung der Frau sein sollte.

Man muss wissen, ob man sich damit wohl fühlt, denn man muss diese Tasse wirklich einführen und dann auch wieder herausnehmen. Dann ist sie voller Blut und man muss sie in der Toilette entsorgen. Das ist nicht für jede Frau was.

Svenja Markert Öko-Test

Immer mehr Frauen kombinieren mittlerweile Tampons mit der Menstruationstasse und waschbaren Menstruationsunterhosen. Youtuberin Oksana geht sogar noch weiter, sie skandiert: "Nie wieder Tampons!".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. November 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2018, 13:04 Uhr

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5 Kommentare

05.11.2018 22:28 part 5

Mein Vorschlag: Hygieneartikel aus Hanf, der ist besonders saugfähig, hinterlässt einen guten ökologischen Fingerabdruck und ist zudem biologisch abbaubar und in der EU produzierbar. Doch manche Einkaufstüte aus verstärktem Papier hinterlässt einen schlechteren ökologischen Fingerabdruck als das Pedant aus Plastik. Manchmal sollte man Wissenschaftler mehr glauben als übereifrigen Politkern und unwissenden Konzernmanagern.

05.11.2018 19:03 Arbeitende Rentnerin 4

Leute, habt Ihr keine anderen Probleme, zu unserer Jugendzeit ist das mal als Fortschritt gefeiert worden, unsere Großmütter hatten die Dinger noch auf der Leine hängen, da sollte man lieber solchen Unsinn wie Coffee to go abschaffen, gibt noch mehr solche glorreichen Erfindungen und bitte nicht wieder von Kriegsflüchtlingen anfangen, die gab es 1945/46

05.11.2018 16:45 Dreibeiner 3

OK Frauensache:
- im Luxusdeutschland kein Thema
- Kriegsflüchtlinge kommen damit wie ... zurecht
- wie leben Frauen, wo es kein Wasser gibt
- wo es keine Hygieneartikel gibt
- ist das wirklich Problem oder soll es Ablenken

05.11.2018 13:49 ach so 2

Stoffwindeln und Töpfchen für Barbies sind auch Umweltschonender als Pampers.

05.11.2018 09:01 frank d 1

Wie die Frauen in einem Binnen Land wie Sachsen Anhalt die Weltmeere schützen sollen in dem sie auf die Monatshygiene verzichten ist ein Geheimnis der Medienschaffenden des MDR ich hoffe im eigenen Haus setzen das alle schon ein.