Neu ab August 2020 Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer, modernisierte Ausbildungsberufe und mehr BAföG

Gesundheitsminister Spahn hat einen Pflichttest für Reiserückkehrer aus Coronavirus-Risikogebieten angekündigt. Das neue Ausbildungsjahr beginnt mit modernisierten Berufen. Und Studenten und Schüler erhalten mehr Geld.

Reiserückkehrer gehen zum Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf.
Wer aus einem Coronavirus-Riskogebiet zurückkehrt und in Deutschland wieder einreisen will, soll demnächst einen Test machen müssen. Bildrechte: dpa

Es ist Sommer - und für viele ist das traditionell die Zeit, den Jahresurlaub zu machen. Durch die aktuell geltenden Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen sind auch wieder Reisen in eine Vielzahl von Ländern möglich. Aber genau das bereitet jetzt auch der Politik Sorge. Denn so könnte sich das Virus nun im Ernstfall wieder unbemerkt rasant ausbreiten.

Um dem entgegenzusteuern, hat Bundesgesundheitsminister Spahn angekündigt, dass sich Rückkehrer aus Coronavirus-Risikogebieten künftig einem Pflichttest unterziehen müssen. Diese Schutzmaßnahme soll bereits in der ersten Augustwoche umgesetzt werden. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein und von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Die Risikogebiete werden vom Robert-Koch-Institut benannt. Die entsprechende Verordnung wird voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

Countdown für Anträge zu Überbrückungshilfe

Nur noch bis 31. August können die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen beantragt werden, die die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern sollen. 25 Milliarden Euro hatte der Bund dafür bereitgestellt. Antragsberechtigt sind Unternehmen - aber auch Solo-Selbstständige - und Organisationen aller Branchen, deren Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 in der Summe um mindestens 60 Prozent zum Vorjahr zurückgegangen ist. Erstattet werden fixe Betriebskosten wie etwa Mieten und Pachten bis zu einem Beitrag von 50.000 Euro pro Monat, für den Zeitraum Juni bis August. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden.

Das Corona-Arbeitszeitgesetz gilt nicht mehr

Die am 10. April eingeführte "COVID-19-Arbeitszeitverordnung" ist mit dem 1. August nicht mehr wirksam. Die Regelung ermöglichte es Arbeitgebern, die Arbeitszeiten von Mitarbeitern zu verlängern, wenn dies in Folge der Pandemie nötig geworden war. So durften die Einsätze im Bedarfsfall bis zu zwölf Stunden umfassen und der Wochenumfang bis zu 60 Stunden betragen. Ebenso war eine Verkürzung der Mindestruhezeiten auf bis zu neun Stunden möglich, soweit diese innerhalb von vier Wochen ausgeglichen wurde. Auch die Arbeit an Sonn- und Feiertagen wurde so grundsätzlich erlaubt - so weit die Mehrarbeit nicht anderweitig verteilt werden konnte.

Mehr BAföG für Schüler und Studenten

Ab 1. August 2020 gibt es mehr BAföG. Der Höchstbetrag bei der Ausbildungsförderung wird von 853 auf 861 Euro pro Monat angehoben. Für Absolventen einer schulischen Ausbildung beträgt die maximale Förderhöhe 832 Euro (statt bisher 825 Euro).

Der Freibetrag auf das Einkommen der Eltern, der Grundlage für die Berechnung der Ausbildungsförderung ist, wird ebenfalls wieder angehoben. Dadurch erhöht sich auch die Gruppe der Förderberechtigten. Eine weitere Anhebung ist bereits für 2021 geplant.

Monatliche Freibeträge auf das Einkommen von Eltern, Ehe- und Lebenspartnern nach §25 BAföG
  bisher August 2020 August 2021
verheiratete Eltern 1.835 € 1.890 € 2.000 €
alleinstehender Elternteil 1.225 € 1.260 € 1.330 €
Ehepartner 1.225 € 1.260 € 1.330 €
Stiefelternteil 610 € 630 € 665 €
pro Kind (unterhaltsberechtigt) 555 € 570 € 605 €

Auch der Freibetrag für das Vermögen von Auszubildenden steigt. Er wird von 7.500 Euro auf 8.200 Euro angehoben.

Änderungen beim Aufstiegs-BAföG

Auch für Empfänger des Aufstiegs-BAföGs gibt es gute Neuigkeiten. Die Förderung, die zuvor auch den Namen "Meister-BAföG" trug, kommt Menschen zugute, die sich beruflich zum Meister, Betriebswirt oder staatlich geprüften Erzieher weiterbilden lassen. Mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse sind förderfähig. Ab 1. August wird der einkommensabhängige Zuschuss zum Unterhalt etwa zum Vollzuschuss ausgebaut. Zudem kann die Förderung nun für bis zu drei - statt bisher eine - Fortbildungsstufen in Anspruch genommen werden. Und es gibt auch höhere Zuschüsse für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Die Förderung ist teils ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, teils ein zinsgünstiges Darlehen.

Beihilfe zur Berufsausbildung steigt

Der Höchstbetrag der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) für Auszubildende wird zum 1. August von 716 Euro auf 723 Euro pro Monat angehoben. Auch das Ausbildungsgeld für junge Menschen mit Behinderung steigt.

Mit elf modernisierten Berufen ins neue Ausbildungsjahr

Am 1. August beginnt in Deutschland das neue Ausbildungsjahr. Wie in jedem Jahr wurden dafür die Ausbildungsordnungen für zahlreiche Berufe – in diesem Jahr elf – neu angepasst. Sie sollen damit den Anforderungen einer immer digitaler werdenden Arbeitswelt gerecht werden. Dazu zählen etwa die Ausbildung zum Bankkaufmann/-frau, Fachinformatiker/-in oder Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagment. Insgesamt haben Jugendliche und junge Erwachsene die Wahl zwischen 326 anerkannten dualen Ausbildungsberufen.

Kreuzfahrtschiffe stechen wieder in See

Nach monatelanger Corona-Zwangspause will die Reederei Aida am 1. August wieder mit ihren Kreuzfahrtschiffen in See stechen. Geplant sind dabei - unter Einhaltung eines auf die Coronaschutzmaßnahmen abgestimmten Hygienekonzepts - Kurzreisen ohne Zwischenstopps und ohne Landgänge. Die Kapazitäten der Schiffe sollen nur zur Hälfte ausgelastet werden. Tui hatte die "Mein Schiff 2" schon vor knapp einer Woche mit Passagieren an Bord von Hamburg Richtung Norwegen auslaufen lassen. Hapag Lloyd startete am 31. Juli mit einer sechstägigen Ostseekreuzfahrt in die Sommersaison.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 31. Juli 2020 | 17:45 Uhr

Das ändert sich in diesem Jahr - ein Überblick

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