Neu ab 2020 Arbeit, Ausbildung, Rente, Soziales und Finanzen

Wer weniger als 100.000 Euro brutto verdient, wird ab 2020 nicht mehr für die Pflegekosten seiner Eltern zur Kasse gebeten. Mehr dazu und weitere Änderungen finden Sie hier.

Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand
Bildrechte: dpa

Neue Rechengrößen in der Sozialversicherung

Wie in jedem Jahr ändern sich auch 2020 die Rechengrößen in der Sozialversicherung. In der allgemeinen Rentenversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze im Westen auf 6.900 Euro im Monat angehoben, im Osten auf 6.450 Euro. Die gleichen Werte gelten auch für die Beitragsbemessungsgrenzen in der Arbeitslosenversicherung. Etwas höher liegen die Grenzen in der knappschaftlichen Rentenversicherung, nämlich im Westen bei 8.450 Euro und im Osten bei 7.900 Euro. In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze bundesweit auf 56.250 Euro im Jahr.

Seniorenpaar und Euros
Bildrechte: imago/Steinach

Die Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, bis zu dem Versicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Alles, was über diese Grenze hinausgeht, ist beitragsfrei. Die Anhebung der Grenze hat steigende Beiträge für Menschen mit höherem Einkommen zur Folge.

Die Versicherungspflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung wird bundeseinheitlich auf 62.550 Euro im Jahr angehoben. Die Versicherungspflichtgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der Arbeitnehmer gesetzlich versichert sein müssen. Wer mehr verdient, darf sich privat versichern.

Die Bezugsgröße der Sozialversicherung liegt 2020 im Westen bei 3.185 Euro und im Osten bei 3.010 Euro pro Monat.

  West Ost
Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung 6.900 €

pro Monat
6.450 €

pro Monat
Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung 8.450 €

pro Monat
7.900 €

pro Monat
Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung 6.900 €

pro Monat
6.450 €

pro Monat
Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 62.550 €

pro Jahr
62.550 €

pro Jahr
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 56.250 €

pro Jahr
56.250 €

pro Jahr
Bezugsgröße in der Sozialversicherung 3.185 €

pro Monat
3.010 €

pro Monat
vorläufiges Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung  40.551 € 40.551 €

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt auf 2,4 Prozent

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung liegt ab Januar 2020 bei 2,4 Prozent. Vorher lag er bei 2,5 Prozent. Der Betrag wird von Arbeitnehmern und Arbeitgeber jeweils zur Hälfte getragen. Die jetzige Senkung gilt bis Ende 2022.

Steigende Mindestlöhne

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro angehoben.

Im Jahresverlauf steigen auch die Branchenmindestlöhne in folgenden Bereichen:

Branche Mindestlohn bisher Mindestlohn 2020 ab wann
Abfallwirtschaft 10 Euro 10,25 Euro 01.10.2020
Berufliche Aus- und Weiterbildung:

Pädagogische Mitarbeiter
15,72 Euro 16,19 Euro 01.01.2020
Berufliche Aus- und Weiterbildung:

Pädagogische Mitarbeiter mit Bachelor-Abschluss
15,79 Euro 16,39 Euro 01.01.2020
Elektrohandwerk

( für Beschäftigte, die elektro- und informationstechnische Tätigkeiten ausüben)
11,40 Euro 11,90 Euro 01.01.2020
Dachdeckerhandwerk:

Ungelernte ( Allgemeinverbindlichkeit noch nicht erteilt)
12,20 Euro 12,40 Euro 01.01.2020
Dachdeckerhandwerk:

Gesellen ( Allgemeinverbindlichkeit noch nicht erteilt)
13,20 Euro 13,60 Euro 01.01.2020
Gebäudereinigerhandwerk:

Innen- und Unterhaltsreinigung
10,56 Euro (West+ Berlin)

10,05 Euro (Ost)
10,80 Euro (West + Berlin)

10,55 Euro (Ost)
01.01.2020
Gebäudereinigerhandwerk:

Gl as- und Fassadenreinigung
13,82 Euro (West + Berlin)

12,83 Euro (Ost)
14,10 Euro (West + Berlin)

13,50 Euro (Ost)
01.01.2020
Geld- und Wertdienste siehe unten siehe unten 01.01.2020
Maler- und Lackiererhandwerk:

 ungelernter Arbeitnehmer
10,85 Euro (bundesweit) 11,10 Euro (bundesweit) 01.05.2020
Maler- und Lackiererhandwerk:

Geselle
13,30 Euro (West+ Berlin)

12,95 Euro (Ost)
13,50 Euro (West + Berlin)

13,50 Euro (Ost)
01.05.2020
Pflegebranche       11,05 Euro (West + Berlin)

10,55 Euro (Ost)
11,35 Euro (West + Berlin)

10,85 Euro (Ost)
01.01.2020
Steinmetz- und

Steinbildhauerhandwerk
11,85 Euro 12,20 Euro 01.05.2020

Auch in der Branche der Geld- und Wertdienste steigen die Mindestlöhne zum 1. Januar 2020. Allerdings gibt es hier neben der Unterscheidung zwischen Tätigkeiten im Geld- und Werttransport und solchen in der Geldbearbeitung auch noch regionale Unterschiede, wie die nachfolgende Übersicht zeigt. Zudem wurde keine Allgemeinverbindlichkeit erteilt.

Geld- und Wertdienste Mindestlohn bisher Mindestlohn 2020
Baden-Württemberg    
- Geld- und Werttransport 16,22 Euro* 17,11*
- Geldbearbeitung 13,91 Euro* 14,80*
Bayern    
- Geld- und Werttransport 16,22 Euro* 17,11 Euro*
- Geldbearbeitung 14,28 Euro* 15,03 Euro*
Bremen, Hamburg    
- Geld- und Werttransport 15,90 Euro* 16,79 Euro*
- Geldbearbeitung 13,91 Euro* 14,80 Euro*
Hessen    
- Geld- und Werttransport 15,90 Euro* 16,79 Euro*
- Geldbearbeitung 14,28 Euro* 15,03 Euro*
Niedersachsen    
- Geld- und Werttransport 16,52 Euro* 17,41 Euro*
- Geldbearbeitung 13,91 Euro* 14,80 Euro*
Nordrhein-Westfalen    
- Geld- und Werttransport 17,25 Euro* 18,00 Euro*
- Geldbearbeitung 14,28 Euro* 15,03 Euro*
Rheinland-Pfalz, Saarland    
- Geld- und Werttransport 14,91 Euro* 15,80 Euro*
- Geldbearbeitung  11,80 Euro* 12,69 Euro*
Schleswig-Holstein    
- Geld- und Werttransport 13,79 Euro* 14,68 Euro*
- Geldbearbeitung 11,80 Euro* 12,69 Euro*
Ost + Berlin    
- Geld- und Werttransport 13,53 Euro* 14,42 Euro*
- Geldbearbeitung 11,27 Euro* 12,16 Euro*

Mindestvergütung nun auch für Azubis

Auch Azubis können sich ab 2020 über eine für alle verbindliche Mindestvergütung freuen. Im ersten Lehrjahr ist sie mit 515 Euro festgeschrieben. Arbeitgeber und Gewerkschaften können aber für einzelne Branchen Ausnahmen vereinbaren.

«Azubis gesucht» steht auf einem Banner am Stand einer Firma beim Forum Berufsstart Mitteldeutschland in Erfurt. Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern will 2019 zum Jahr der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung machen. Im Vorjahr war die Zahl neuer Ausbildungsverträge zwar auf 1980 gestiegen. Dennoch blieb etwa jede dritte Lehrstelle im Handwerk unbesetzt.
Bildrechte: dpa

2021 wird die Untergrenze des Ausbildungsgehaltes bereits auf 550 Euro erhöht, 2022 auf 583 Euro und 2023 auf 620 Euro. Auch in den Lehrjahren darauf gibt es mehr. Basis ist das modernisierte Berufsbildungsgesetz, das 2020 in Kraft tritt. Aufgrund dessen sollen auch international vergleichbare Abschlussbezeichnungen wie "Bachelor Professional" oder "Master Professional" eingeführt werden. Zudem soll es leichter werden, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren.

Höhere Regelsätze bei Sozialhilfe und ALG II

Die Regelsätze in der Sozialhilfe sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und beim Arbeitslosengeld II steigen 2020. Alleinlebende Erwachsene erhalten ab dem 1. Januar acht Euro mehr - und damit 432 Euro, Bedarfsgemeinschaften mit 389 Euro pro Person sieben Euro mehr. Auch die Bezüge für Kinder und Jugendliche steigen: Kinder bis zu fünf Jahren bekommen nun 250 Euro (fünf Euro mehr als bisher), Kinder von sechs bis 13 Jahren 308 Euro (sechs Euro mehr als bisher) und Jugendliche von 14 bis 17 Jahren 345 Euro (fünf Euro mehr als bisher).

Kinder bis zu 100.000 Euro Jahreseinkommen von Pflegekosten der Eltern befreit

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Bildrechte: dpa

Wer weniger als 100.000 Euro brutto verdient, wird ab 2020 nicht mehr für die Pflegekosten seiner Eltern zur Kasse gebeten. Grundlage hierfür ist das "Angehörigen-Entlastungsgesetz". Bislang galt hier eine Einkommensgrenze von 21.600 Euro netto im Jahr.

Von der Neuregelung profitieren darüber hinaus alle  Kinder und Eltern bis zu einem Pro-Kopf-Jahreseinkommen von 100.000 Euro pro Person, die gegenüber Sozialleistungsbeziehern unterhaltspflichtig sind. So z.B. auch Familien, die sich um ein Kind mit Behinderung kümmern.                  

Mehr Wohngeld für 660.000 Haushalte

Von der Wohngeldreform 2020 und damit steigende Beträge profitieren nach Angaben der Bundesregierung 660.000 Haushalte. Mehr Menschen sollen nun Anspruch auf die Leistung haben - 180.000 Haushalte das erste Mal oder wieder. Vor allem Rentner und Familien soll die finanzielle Entlastung erreichen. Insgesamt stehen für diesen Posten 1,2 Milliarden Euro mehr zur Verfügung als 2019. Das Wohngeld wurde je nach Region der Entwicklung der Mieten und Einkommen angepasst. Ab 2021 soll dies dynamisiert aller zwei Jahre geschehen.

Umzugskosten absetzen

Volle Umzugskartons stehen gestapelt in einer Wohnung
Bildrechte: dpa

Wer aus beruflichen Gründen in einen anderen Ort zieht, kann die Umzugskosten von der Steuer absetzen. Die Pauschalen hierfür steigen zum 1. März, z.B. für Ledige von 811 auf 820 Euro, für Verheiratete und Alleinerziehende von 1.622 auf 1.639 Euro.    

Höhere Verpflegungskostenpauschale

Auch die Verpflegungspauschale bei beruflichen Einsätzen auswärts steigt: Bei einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden z.B. von zwölf auf 14 Euro - auch am An- und Abreisetag. Dauern Dienstreisen länger als 24 Stunden, beträgt der Pauschbetrag 28 Euro (statt bislang 24 Euro).

Bewertungsabschlag bei Werkswohnungen

Wer von seinem Arbeitgeber eine günstige Werkswohnung gestellt bekommt, hat damit einen sogenannten geldwerten Vorteil. Ab Januar 2020 gilt dafür laut Verbraucherzentrale NRW ein Bewertungsabschlag: Arbeitnehmer müssen den Vorteil dann nicht mehr versteuern, wenn die Miete mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt. Bislang mussten sie die Differenz zur ortsüblichen Miete voll versteuern.                      

Fachkräfte aus dem Ausland

Ein Mitarbeiter bedient eine Maschine zur Verarbeitung von Metall.
Bildrechte: dpa

Am 1. März tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Es soll Fachkräften, die nicht aus der EU kommen, den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtern - und dabei helfen, den Fachkräftebedarf abzusichern. Als Fachkräfte gelten Beschäftigte mit einem Hochschulabschluss oder einer qualifizierten Berufsausbildung. Vereinfacht werden soll der Zugang für Bewerber, als auch spätere Weiterqualifizierungsmöglichkeiten.

Meistertitel wieder von mehr Gewicht

In zwölf Handwerksberufen wird die Meisterpflicht wieder eingeführt. Um einen selbstständigen Betrieb führen zu können, ist damit wieder ein Meisterbrief notwendig. Betroffen sind u.a. Fliesen-, Parkett- und Plattenleger sowie Raumausstatter. Bereits bestehende Betriebe sind von der Regelung allerdings ausgenommen.                              

Zulassungsverfahren für Human-, Zahn-, Tiermedizin und Pharmazie erneuert

Studenten sitzen in einem Hörsaal.
Bildrechte: MDR/Astrid Mudra

Wer sich für ein Studium der Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin oder Pharmazie bewerben will, muss ab dem Sommersemester 2020 ein neues Vergabeverfahren durchlaufen. Bei dem sogenannten Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) können bis zu zwölf Bewerbungen parallel abgegeben werden. Gleichzeitig wird die Abiturnote noch stärker als bisher berücksichtigt. Zusätzlich wird eine Eignungsquote vergeben, bei der zum Beispiel Studieneignungstests, eine abgeschlossene Berufsausbildung und weitere Qualifikationen berücksichtigt werden. Auch das Auswahlverfahren der Hochschulen wird erneuert und bekommt eine andere Gewichtung.

Auslöser für das neue Verfahren ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das das bisherige Zulassungsverfahren für das Medizinstudium für teilweise verfassungswidrig erklärt hat. Danach haben die Bundesländer beschlossen, die neue Vergaberegelung auch auf die Tier- und Zahnmedizin und die Pharmazie anzuwenden.

Reform der Eingliederungshilfe

Die dritte Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wird zum 1. Januar 2020 wirksam. Die Eingliederungshilfe ist dann nicht mehr Teil des Fürsorgesystem der Sozialhilfe (SGB XII). Sie wird als eigenständiges Leistungsrecht in das SGB IX eingegliedert. Der Vermögensfreibetrag beträgt dann 50.000 Euro. Einkommen und Vermögen von Partnern werden nicht mehr herangezogen. Zudem fallen Fachleistungen dann nicht mehr unter die existenzsichernden Leistungen.

Veränderte Ausbildung im Pflegebereich

Eine junge Frau hat ihre Hand auf der Schulter einer älten Frau gelegt, die in einem Seniorenheim am Tisch sitzt.
Bildrechte: dpa

Ab 2020 fasst die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann bisherige Berufsausbildungen zusammen, nämlich die für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. Im Verlauf der neuen Ausbildung kann dann zwischen verschiedenen Vertiefungsrichtungen im pädiatrischen, stationären oder ambulanten Bereich gewählt werden. Die Wahl der Vertiefung ist aber keine Festlegung auf eine spätere Arbeit in diesem Bereich und schließt eine Tätigkeit in einem anderen nicht aus. Auszubildende erhalten eine Vergütung, die Ausbildung selbst ist aber kostenlos, das Schulgeld wird überall abgeschafft.

Ausbildung von Hebammen und Entbindungshelfern wird zum Studium

Die Ausbildung von Hebammen und Entbindungshelfern erfolgt ab 2020 als Studium. Damit zieht Deutschland nach, denn in allen anderen EU-Staaten werden Hebammen bereits an Hochschulen ausgebildet. Das Studium wird sechs bis acht Semester dauern und neben einem wissenschaftlichen Teil auch einen hohen Praxisanteil enthalten. Durch die Überführung der Lehre in ein Studium mit entsprechendem Abschluss wird es für sie auch einfacher, außerhalb Deutschlands in der EU beruflich Fuß zu fassen.

Säugling
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fertig ausgebildete Hebammen brauchen sich aber keine Sorgen zu machen, denn für sie ändert sich dadurch nichts und sie dürfen die Berufsbezeichnung Hebamme weiterhin führen. Gleiches gilt für alle, die sich in Ausbildung an einer Hebammenschule befinden oder diese noch antreten werden. Auch sie dürfen sich nach erfolgreichem Abschluss als Hebamme bezeichnen. Erst ab 2022 wird die Ausbildung nur noch an einer Hochschule möglich sein.

Kinderfreibetrag und Grundfreibetrag werden erhöht

Ab 2020 beträgt der steuerliche Kinderfreibetrag 7.812 Euro. Damit wurde die Grenze um weitere 212 Euro angehoben. Der Kinderfreibetrag wird vom zu versteuernden Abkommen abgezogen, was sich positiv auf das Nettoeinkommen auswirkt.                             

Der Grundfreibetrag bei Erwachsenen steigt von 9.168 Euro auf 9.408 Euro und auf 18.816 Euro für zusammen veranlagte Verheiratete. Das sind pro Person 240 Euro mehr als bisher. 

Kinderzuschlag kommt noch mehr Familien zugute

Eine Mutter hält ihren Sohn an der Hand.
Bildrechte: dpa

Den Kinderzuschlag von bis zu 185 Euro monatlich können Eltern dann beantragen, wenn sie zwar ihren eigenen Unterhalt, nicht aber den ihrer Kinder sichern können. Mit Jahresbeginn entfällt die obere Einkommensgrenze, sodass auch Bezieher mittlerer Einkommen einen geminderten Kinderzuschlag beantragen können. Das Einkommen der Eltern, das über den eigenen Bedarf hinausgeht, wird dabei nur noch zu 45 Prozent angerechnet, statt wie bisher zu 50 Prozent. Das Einkommen wirkt sich weniger stark als bislang auf die Höhe des Zuschlags aus. 

Höhere Sätze beim Unterhaltsvorschuss

Immer mehr Kinder wachsen in Deutschland bei nur einem Elternteil auf. Die vom Kind getrennt lebenden Eltern müssen für den Unterhalt aufkommen. Alleinerziehende, die vom anderen Elternteil keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt für ihr Kind erhalten, können Unterhaltsvorschuss beantragen. Die Sätze werden zum 1. Januar 2020 erhöht. 

  • Kinder bis fünf Jahre: 165 Euro (plus 15 Euro)
  • Kinder von sechs bis elf Jahren: 220 Euro (plus 18 Euro)
  • Kinder von zwölf bis vollendetes 17. Lebensjahr: 293 Euro (plus 21 Euro)          

Mehr Unterhalt für Trennungskinder und Studierende

An der Universität in Leipzig sitzen Lehramts-Studenten vom ersten Semester in einer Vorlesung.
Bildrechte: dpa

Zum Jahreswechsel 2020 müssen sich Unterhaltspflichtige wieder auf höhere Zahlungen für ihre Kinder einstellen. Zum 1. Januar steigen die Bedarfssätze der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, die bundesweit gültig ist. Der Mindestunterhalt für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr wird von 354 auf 369 Euro erhöht. Für Kinder von sieben bis zwölf Jahren werden 424 statt 406 Euro fällig. Und für Kinder vom 13. Lebensjahr sind bis zu ihrer Volljährigkeit ab 1. Januar 497 statt der bisherigen 476 Euro als Unterhalt zu zahlen. Auch die Bedarfssätze für volljährige Kinder, die in diesem und im Jahr 2018 unverändert geblieben waren, werden nun wieder angehoben – auf 125 Prozent des festgelegten Bedarfs für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Damit müssen Eltern ihren studierenden Kindern im Monat nun maximal 860 Euro Unterhalt zahlen.

Mehr Bafög

Ab dem Wintersemester 2020 gilt für Studierende ein neuer BAföG-Höchstsatz: von 861 Euro pro Monat, das sind acht Euro mehr als bisher. Zudem werden die Einkommensfreibeträge für Eltern angehoben. Für eigenes Vermögen von Studierenden gilt ein höherer Freibetrag von 8.200 Euro. 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 31. Dezember 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2019, 13:56 Uhr

Zurück zur Startseite