Einfacher Stromsparen EU gibt grünes Licht für neue Energielabel

Nach mehr als 25 Jahren ändert die EU ihre Kennzeichnung zum Stromverbrauch von Elektrogeräten. Statt der unübersichtlichen Unterteilung von A+++ bis D soll es nur noch eine Skala von A bis G geben.

Für Fernseher oder Kühlschränke soll es in der EU künftig einfachere Energielabel geben. Wie die EU-Kommission mitteilte, einigten sie Mitgliedstaaten und Europaparlament auf ein neues Kennzeichnungssystem für den Stromverbrauch von Elektrogeräten.

Demnach soll eine einheitliche Skala von A bis G durchgesetzt werden. A ist die Bestnote für besonders sparsame Geräte, G die schlechteste Bewertung. Diese Kennzeichnung löst die bisherige Unterteilung aus Buchstaben und Plus-Zeichen ab. Dabei war für Verbraucher kaum ersichtlich, dass der Unterschied zwischen Geräten mit der Kennzeichnung A und A+ genauso groß war wie zwischen Geräten der Kategorien A und B.

Umsetzung kann noch zwei Jahre dauern

Bis zur Umsetzung der Neuregelung wird es aber noch einige Zeit dauern. Die Entscheidung muss noch formal von den Mitgliedsländern und vom EU-Parlament gebilligt werden. 15 Monate später soll sie dann in Kraft treten und im Jahr darauf soll die neue Kennzeichnung dann auf Produkten in Läden zu finden sein. Das alte System war 1990 eingeführt worden.

Produktdatenbank soll Vergleich erleichtern

Zusätzlich sollen Geräte künftig in einer Produktdatenbank registriert werden. Verbraucher können den Energieverbrauch dann per Datenbank-Recherche vergleichen und so das sparsamste Gerät finden. Die EU-Kommission verspricht sich von der besseren Kennzeichnung mehr Energieersparnis und sieht die Verbraucherrechte gestärkt. Umfragen zeigten, dass 85 Prozent der Europäer beim Kauf auf die Energielabels achteten.

Der Europäische Verbraucherverband Beuc begrüßte die Einigung: Das einfach zu verstehende A-G-Label ersetze die irreführenden Pluslabel. Die Grünen-Fraktion bemängelte hingegen, dass keine verbindlichen Regeln für Tests der Energieeffizienz von Geräten vorgesehen ist. Außerdem fehle eine Kaufpreiserstattung bei falscher Kennzeichnung.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 22.03.2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2017, 14:03 Uhr

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7 Kommentare

22.03.2017 19:54 Paulchen 7

Wenn A weiterhin als Bestbewertung verwendet wird, ändert sich an der +++++Problematik aufgrund unerwarteten technischen Fortschritts überhaupt nichts. Durch den größeren Wertebereich wird einfach nur Zeit gewonnen. Sinnvoll wäre es gewesen, gleich auf ein nach oben offenes numerisches System zu wechseln wie z.B. die Hardware-Leistungsbewertung in Microsoft Windows. Diese Chance wurde vertan. Wir diskutieren erneut in spätestens 20 Jahren.

22.03.2017 17:41 Menthox 6

Naja, ab und zu versucht der Wasserkopf in Brüssel seine Daseinsberechtigung zu zeigen. Diese grossen Europäer sollten sich lieber um den Schutz der europäischen Aussengrenzen verdient machen.

22.03.2017 12:44 jochen 5

Für solche unwichtigen Beschlüsse braucht niemand diese EU und deren Vertreter.
Der Verein ist doch Unsinnig und unwichtig.
An der Realität völlig vorbei..

22.03.2017 10:57 REXt 4

Da haben die EU Bürokraten wieder ein neue Selbstbestätigung gefunden!!!!!! Von den Bananen, Gurken, Staubsaugern, zum Stromverbrauch. Und wer kontrolliert, ob das alles stimmt?

22.03.2017 10:41 Fragender Rentner 3

Sieht besser aus, als wenn wir noch 10 Pluszeichen hinter dem "A" bekommen.

Die Frage ist nur ob wir wirklich auch Strom sparen können mit der neuen Kennzeichnung?

22.03.2017 09:57 gwm 2

Es ist ein Wahnsinn ,wie flexibel dei EU-Bürokraten geworden sind. Manchmal folgen sie sogar dem gesunden Menschenverstand.

22.03.2017 09:30 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

Damit dürften sich die EU-Skepsis ja mit einem Schlag erledigt haben und die gestern hier veröffentlichten Zustimmungswerte der Jugend zur EU mittlerweile der Wahlbeteiligung in der DDR entsprechen.