Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Es gibt viele Wege, um seine Daten im Netz zu sichern. Bildrechte: dpa

Cybersicherheit So sichern Sie Ihre Daten vor Angriffen

Immer wieder geraten sensible Daten ungewollt an die Öffentlichkeit. Schuld daran sind u.a. schlecht geschützte Emailprogramme oder der unvorsichtige Umgang mit Passwörtern. Mit diesen einfachen Tipps schützen Sie sich.

Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Es gibt viele Wege, um seine Daten im Netz zu sichern. Bildrechte: dpa

Immer wieder geraten sensible Informationen übers Internet an die Öffentlichkeit – ob es private Telefonnummern sind, Adressen, Fotos oder Schriftverkehr. Emails und Emailprogramme wie Microsoft Outlook oder Mozillas Thunderbird sind für Hackerangriffe besonders interessant, denn sie beinhalten nicht nur die Kommunikation selbst, sondern oft auch Anhänge mit Bildern, Videos oder Schriftstücken.

Zudem verfügen Emailprogramme über Adressbücher mit Telefonnummern, Anschriften und Emailadressen sämtlicher Kontakte – diese können aus den eingehenden Emails sogar automatisch gesammelt werden. Der Schutz dieser sensiblen Daten sollte dem Nutzer also besonders wichtig sein.

Viele Nutzer gehen dem als lästig empfundenen Thema aus dem Weg. Dabei kann mit wenigen Handgriffen die Sicherheit vor Cyberattacken massiv erhöht werden.

Passwörter

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ermittelt jährlich die am häufigsten vergebenen Passwörter in Deutschland. 2018 belegte "123456" Platz eins – wie auch in den Vorjahren. Andere beliebte Passwörter sind "passwort" oder "hallo".

Experten raten Usern dagegen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zu kombinieren. Dabei sollten allerdings leicht verfügbare Informationen wie der eigene Geburtstag oder der Name des Haustieres vermieden werden. Außerdem sollte das Passwort regelmäßig geändert werden.

Zwei-Faktor-Authentifizierung

Wo es angeboten wird, sollte die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet werden. Das bedeutet, dass Sie einen Login am Rechner auf einem zweiten Gerät – etwa ihrem Smartphone – bestätigen müssen. Anbieter wie Microsoft, Facebook oder Google bieten Apps dafür an.

Sicherheitsfrage

Hat man ein kompliziertes Passwort gefunden, besteht die Gefahr, es auch wieder zu vergessen. Über die sogenannte Sicherheitsfrage lässt sich ein Passwort zurücksetzen oder wiederherstellen. Typisch ist etwa die Frage nach dem Geburtsnamen der Mutter.

Doch auch so eine Information lässt sich relativ leicht herausfinden. Sicherer wäre deshalb eine Sicherheitsfrage, die wirklich nur Sie beantworten können - etwa nach dem Namen des ersten Haustiers oder dem besten Freund in Grundschultagen.

Cookies und Autofill-Einstellungen

Loggen Sie sich über den Browser in Ihr Emailkonto, bei Facebook oder Twitter ein, fragt dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit, ob Sie das Passwort speichern wollen. Ist ja auch praktisch.

Doch Vorsicht: Vor allem bei Computern, die nicht nur Sie, sondern mehrere Menschen benutzen, ist die Autofill-Funktion gefährlich, denn Sie hinterlassen Emailadresse und Passwort auf dem Computer. Auch auf das Speichern von Cookies sollten Sie möglichst verzichten.

Am einfachsten funktioniert das, wenn Sie im sogenannten "Inkognito-Modus" surfen. Dabei handelt es sich um anonymes Surfen. Der Browser verzichtet dann automatisch darauf, Daten wie den Verlauf, Passwörter oder andere Zugangsdaten zu speichern. Einstellen kann man den "Inkognito-Modus" bei Chrome im Menü.

Software aktuell halten

Regelmäßig stoßen Experten auf Sicherheitslücken in der Software. Softwareanbieter stellen deshalb regelmäßig Updates zur Verfügung, die die Sicherheit verbessern sollen.

Microsoft empfiehlt seinen Usern die automatische Softwareaktualisierung einzustellen, um das System immer auf dem neuesten Stand zu halten.

Vorsicht vor Phishing

Unter dem Begriff "Phishing" versteht man den Versuch, per Email an private Daten zu gelangen. Hacker programmieren etwa Emails, die exakt so aussehen, wie die System-Emails von Microsoft, Amazon oder Ebay. In diesen Emails werden User dann etwa aufgefordert, Emailpasswörter zu ändern oder Angaben zu Bankkonten oder Kreditkarten zu aktualisieren. Tatsächlich sollen auf diese Art die sensiblen Daten aber nur abgefragt werden.

Experten raten daher, solche Daten niemals per Email rauszugeben. Viele Unternehmen weisen darauf hin, dass sie ihre Kunden niemals per Email nach Passwörtern fragen. Auch (Online-)Banken fragen niemals per Email nach Zugangsdaten oder TAN-Nummern.

Antiviren-Software

Verwenden Sie immer Antiviren-Software und aktualisieren Sie diese regelmäßig. Dabei gibt es kostenlose und kostenpflichtige Programme, verbreitet sind die Programme von Norton, Kaspersky oder Avira.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2019, 16:18 Uhr