Cyberkriminalität Neue Betrugsmethode: Opfer mit Paketdienst-SMS geködert

Eine neue Betrugsmethode im Internet treibt Verbraucherschützer um: Kriminelle verschicken SMS im Namen von Paketdiensten und locken Opfer auf Fake-Webseiten. Dort werden Kreditkartendaten abgegriffen. Verbraucherschützer raten, verdächtige Links nicht zu öffnen und auf gar keinen Fall, Kreditkartendaten einzugeben.

"Wichtige Info zu einem Paket", darunter ein Link. Eine SMS mit diesem Inhalt bekam kürzlich Hertha B. aus Leipzig zugeschickt. Sie klickte drauf, schließlich wartete sie tatsächlich auf ein Paket.

Zwei Euro gefordert, 70 abgebucht

Hertha B. wurde zu einer Seite weitergeleitet, die wie eine von DHL aussah. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Paket gestoppt worden sei, weil noch zwei Euro Versandkosten ausstünden. Sie könne aber gleich per Kreditkarte zahlen.

Das tat Hertha B. Ihren Namen haben wir geändert, um die Frau zu schützen. Später auf ihrer Kreditkartenabrechnung musste Hertha B. feststellen: Sie hatte nicht nur zwei Euro gezahlt, sondern ihr wurden auch noch zusätzlich 68 Euro abgebucht. Und zwar für ein Abo für einen Yogakurs, das sie auf der Webseite unbemerkt abgeschlossen hatte.

Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Leipzig erklärt, es handele sich hier um eine Spam-Mail. Es gebe schon seit langer Zeit einen Trend zu Spam- oder Phishing-Mails, sagt Siegert. "Und ganz oft lässt sich das auf den ersten Anschein gar nicht bestimmen", warnt Siegert. Manchmal müsse man regelrecht recherchieren, um herauszubekommen, dass es sich bei einer E-Mail um einen Phishing-Versuch handelt.

Massenweise Phishing-Mails

Verbraucherschützer und Experten von der Polizei warnen vor dieser aktuellen Variante von Spam und Phishing: Die Täter gingen mit sehr viel krimineller Energie vor, sagt Stefanie Siegert. Zurzeit würden solche SMS oder Mails massenweise verschickt. Und zwar nicht nur im Namen von DHL, sondern auch von anderen Zustellern wie UPS oder Hermes.

Auch die Inhalte der Nachrichten variieren. Mal heißt es, ein Paket sei nicht zugestellt worden, mal wird eine Versandbestätigung vorgegaukelt, ein anderes Mal soll Porto nachgezahlt werden. Und immer ist ein Link in der Nachricht enthalten, der zu einer Fake-Webseite führt. DHL hat damit nichts zu tun, sagt Unternehmenssprecher Mattias Persson:

Diese sehr fraglichen Meldungen werden natürlich nicht von DHL verschickt.

Mattias Persson, DHL-Sprecher

Weder versende man Paket-Statusmeldungen per SMS noch fordere man die Kunden in der Online-Sendungsverfolgung dazu auf, Geld nachzuzahlen, erklärt Persson. Man rate den Kunden daher, Links in solchen dubiosen Mitteilungen nicht anzuklicken. Auch andere Unternehmen beteuern, keine derartigen Nachrichten zu verschicken.

Kreditkartenunternehmen haften in der Regel bei Betrug

Vom Klick auf den Link rät auch Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Leipzig ab. Auf gar keinen Fall sollte man aber später irgendwo seine persönlichen Daten oder sogar Kreditkartendaten eingeben.

Wer das trotzdem getan habe, so wie Hertha B. aus Leipzig, der solle seine Kreditkarte sofort sperren lassen, um weitere Abo-Zahlungen zu verhindern, sagt Stefanie Siegert. Was sich auf jeden Fall sagen lasse, sei, dass man rechtlich keinen Vertrag abgeschlossen habe. Die Verbraucherschützerin erläutert: "Es müsste nämlich ein Button existieren, auf dem beispielsweise 'kostenpflichtig bestellen' oder 'zahlungspflichtig bestellen' steht, damit ich dem Vertrag wirklich auch zustimme".

Und nur weil ich irgendwo irgendwas angeklickt habe oder beispielsweise zwei Euro irgendwohin überwiesen habe, kann rechtlich gesehen kein Vertrag zustande gekommen sein.

Stefanie Siegert, Verbraucherzentrale Leipzig

Das Geld kann sich Hertha B. mit guter Wahrscheinlichkeit zurückholen, erklärt Stefanie Siegert weiter. Und zwar vom Kreditkartenunternehmen. Das haftet in der Regel nämlich bei Betrugsfällen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2020 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

lucas film vor 44 Wochen

Irgendwie verwirrt mich der Text und ich kann dem absolut keinen Glauben geben!
Woher wollen die potenziellen Kriminellen wissen ob ich ein Paket erwarte und dazu noch über welches Transportunternehmen...?
Wie enstehen diese Parallelen...??
Wenn man der Story ernsthaft Glauben schenken soll, dann muss da schon mehr dahinter stecken.!.was hier leider auch nicht tiefgründiger nachgefragt wird.
Und was ich auch nicht glauben möchte oder kann, das es Leute gibt die auf so etwas herein fallen und Geld überweisen.
In der heutigen Zeit kennt man 1. seine Bestellseiten und 2. erhält man immer eine Sendungs-Verfolgungsnummer, sowie per email die eventuelle oder Zeitnahe Paketzustellung.