Technische Störung Sparkasse: Probleme bei Überweisungen

Überweisungen sind nicht möglich, Kartenzahlungen werden nicht verbucht, Lastschriften nicht bearbeitet: Tausende Sparkassen-Kunden haben in den vergangenen Tagen Störungen gemeldet. Ursache ist eine technische Störung, die laut Helaba eigentlich behoben sein sollte - aber offenbar noch nicht überall.

Verbraucherzentrale in Leipzig.
Eine technische Störung hat den Zahlungsverkehr der Sparkassen massiv eingeschränkt. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Im Zahlungsverkehr der Sparkassen treten derzeit massive Probleme auf. Wie das Internetportal allestörungen.de meldet, gibt es die meisten Störungen beim Online-Banking. Besonders viele Probleme werden aus den Ballungsgebieten Rhein-Ruhr, Rhein-Main, München, Berlin und Hamburg gemeldet. Aber auch Sparkassen-Kunden in Leipzig und Dresden sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen sind betroffen.

Technische Störung bereits am Donnerstag

Die Störungen waren erstmals am vergangenen Donnerstag aufgetreten. Wie die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) MDR AKTUELL bestätigte, kam es im Zahlungsverkehr zu "Leistungseinbußen". Demnach war es Kunden nicht möglich, Geldbeträge zu überweisen. Auch das Lastschrift-Verfahren sowie Kartenabbuchungen funktionierten nicht.

Grund dafür war nach Helaba-Auskunft eine technische Störung bei einem IT-Dienstleister. Betroffen sei die zentrale Komponente zur Verarbeitung von Finanztransaktionen gewesen. Die genaue Ursache werde noch untersucht. Ein Cyberangriff kann laut Helaba aber ausgeschlossen werden.

Inzwischen meldet die Helaba, das Problem innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe behoben zu haben. Mehr als 97 Prozent der liegen gebliebenen Überweisungen hätten schon am Freitag verarbeitet werden können. Die übrigen Fälle seien bis Montagmittag erledigt worden.

Weiter Verzögerungen bei Überweisungen

Allerdings räumt die Landesbank ein, dass es bei Überweisungen zu anderen Instituten weiterhin zu Verzögerungen kommen kann. Das liege daran, dass Zahlungen an Institute außerhalb des Sparkassen-Verbandes ein sogenanntes Clearing der Europäischen Bankenaufsicht durchliefen.

Die Sparkassen rechnen damit, dass die fälligen Überweisungen spätestens am Dienstag verbucht werden können. Sollten Zahlungen dennoch ausbleiben, rät die Helaba den Kunden zu einem Nachforschungsantrag. Die Kosten will die Helaba übernehmen.

Das Warten auf Gehalt

Tatsächlich wurden bei allestöerungen.de auch am Dienstagmittag Tausende neue Störungsmeldungen eingestellt. Zahlreiche User vermissten ihre Gehaltszahlung und äußerten die Sorge vor einem Minus auf dem Konto oder gar einem negativen Schufa-Eintrag.

Kontoauszug mit Kostenaufstellung für Kontogebühren, darauf liegen Münzen
Mancher Kunde wartet seit Tagen auf sein Gehalt. Bildrechte: IMAGO

Die Helaba versichert, dass die Betroffenen keine Dispo-Zinsen zahlen müssten. Ein Sprecher erklärte MDR AKTUELL, sollte durch die technische Störung ein finanzieller Schaden entstanden sein, werde die Helaba gegen einen Nachweis diesen Schaden begleichen. Die Kunden könnten sich einfach bei ihrer Sparkasse melden.

Die Verbraucherzentrale Thüringen sieht die Banken in der Pflicht. Die Sparkassen müssten ausstehende Transaktionen unaufgefordert und unverzüglich nachholen. Schäden, die durch ihr Fehlverhalten entstanden seien, müssten sie ersetzen.

Sorgen vor negativem Schufa-Eintrag

Zugleich warnt die Verbraucherzentrale vor übertriebenen Schufa-Sorgen. Einem negativen Eintrag gingen mehrere Warnsignale voraus. Wer Geld schulde, müsse mindestens zwei schriftliche Mahnungen erhalten haben. Außerdem gelte: Zwischen der ersten Mahnung und dem Schufa-Eintrag müssten vier Wochen vergehen.

Wer tatsächlich vor einem negativen Schufa-Eintrag steht, dem rät die Verbraucherzentrale, seinen Gläubiger zu kontaktieren. Der Schuldner müsse erklären, dass er jetzt aufgrund der Sparkassen-Störung nicht zahlen könne.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 10. Dezember 2019 | 21:45 Uhr

2 Kommentare

Edward S. vor 41 Wochen

Wer unsere Gebühren akzeptiert. Unsere finanzmathematisch ungebildeten
"Vermögensberater" als Finanz-Genies hält. Diese Leute ertragen auch Blackouts
unserer Technik.

Klarheit vor 41 Wochen

der Verein soll von mir aus Pleite gehen !
Entlassungen und Kündigungen von Altverträgen - aber Landesbanken "retten" mit Milliardenbeträgen .......