Gesichtsloser Mann im Hoodie am Laptop
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Online-Kriminalität Vorsicht vor Identitätsdieben!

Für Polizei und Verbraucherzentralen wird Identitätsklau zum wachsenden Problem: Betrüger geben sich für andere aus und missbrauchen deren Identität für kriminelle Geschäfte. Wir erklären die Maschen und sagen, wie Sie sich schützen und was Sie tun können, wenn Sie Opfer von Identitätsdieben geworden sind.

Gesichtsloser Mann im Hoodie am Laptop
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Beim Identitätsdiebstahl nutzen Betrüger im Internet illegal erlangte fremde Identitäten, um sich zu bereichern. Die gestohlenen Daten werden beispielsweise für Einkäufe oder den Abschluss von Verträgen eingesetzt. Geschädigte wissen häufig gar nicht, wie ihnen geschieht:

Login-Fenster
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"Das Thema ist für Verbraucher oftmals auf den ersten Blick nicht greifbar, weil sie beispielsweise eine seriöse Rechnung von einem Anbieter bekommen, den sie zwar kennen, aber nichts bestellt haben", sagt Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Beim Abgleich der Daten stellen wir in der Beratung dann fest, dass jemand anders die Daten zur Bestellung genutzt hat." Die Ursachen für den Datenklau lassen sich nur schwer identifizieren. "Denkbar sind gezielte Hackerangriffe über Spam oder Phishing-Mails, die Teilnahme an Gewinnspielen und der großzügige Umgang mit den eigenen Daten bei unseriösen Anbietern. Aber auch Datenlecks bei großen E-Mail-Anbietern, Messenger-Diensten oder sozialen Medien können die Ursache sein", so Siegert.

Aktueller Fall in Sachsen-Anhalt: Zahlreiche Verbraucher erhielten Anfang des Jahres Rechnungen des Inkassodienstleisters der Firma FlixBus, obwohl sie zu keinem Zeitpunkt mit dem Unternehmen gefahren waren. Die Forderungssummen waren nicht unerheblich, dazu kamen sich Mahngebühren und Rücklastschriftgebühren.

Anzeige erstatten

Fest steht: Eine Leistung, die man selbst nicht in Anspruch genommen hat, muss man auch nicht bezahlen. Betroffene sollten aber dringend Anzeige wegen Betrugsverdachtes erstatten. Anschließend sollte das Inkassounternehmen über die Anzeigenerstattung samt Tagebuchnummer informiert werden. Erfahrungsgemäß zeigen sich viele Unternehmen kulant und stornieren die Rechnung. Auch die Verbraucherzentralen helfen weiter: Natürlich könne man zum Thema Auskunft geben, so Pressesprecherin Mara Mertin von der Verbraucherzentrale Thüringen. Wenn Verbraucher in die Beratung kämen, würden sie aber dringend an die Polizei verwiesen.

Dreiste Masche

Ein Paar sitzt mit einer Kreditkarte vorm Laptop.
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Vor einer besonders dreisten Masche warnt derzeit das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt. Hier musste eine Frau auf der Suche nach einer Nebentätigkeit, bei der sie angeblich Gutscheine und Rabattcodes im Netz testen und bewerten sollte, ihre Personalien, ihre Handynummer und ein Foto von sich mit gut lesbarer Vorder- und Rückseite des Personalausweises übermitteln. Zudem wurde sie aufgefordert, ein Onlinekonto als Verrechnungskonto für den Lohn zu eröffnen – bei einer Direktbank über das dort angebotene Video-Ident-Verfahren. Anschließend sollte die Frau sämtliche Daten zur späteren Löschung an den Jobanbieter senden. Mit diesen Daten eröffneten die Betrüger ebay-Accounts, auf denen sie Ware verkauften, die es gar nicht gab. Das Geld nahmen sie per Vorkasse auf dem neu angelegten Onlinekonto in Empfang und tauchten ab. Die Frau blieb auf Kosten in Höhe von 8.000 Euro sitzen.

Datendiebstahl vorbeugen

Frau hinter Maske
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Präventiv hilft nur Sparsamkeit im Umgang mit persönlichen Daten. Kontodaten, Handynummern oder Ausweiskopien sollten nicht leichtfertig an Dritte weitergegeben werden. Online-Jobangebote sollten gut überprüft werden – gibt es bereits Bewertungen? Hat die Firma ein Impressum? Datensparsamkeit sei im kollektiven Bewusstsein jedoch teilweise noch nicht angekommen, sagt Simone Meisel von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt: "Gerade im Zusammenhang mit sogenannten Gewinnspielen – auf Straßenfesten, vor Einkaufsmärkten etc. – werden in Erwartung eines Gewinns persönliche Daten preisgegeben, die man im normalen Leben nicht teilen würde". Auch am Telefon sei insbesondere die ältere Generation leichte Beute: "Hier spielt sicherlich die ostdeutsche vertrauende Mentalität eine Rolle." Generell gilt: Wer den Verdacht hat, dass die eigenen Daten missbräuchlich verwendet wurden, sollte umgehend seine Passwörter ändern. "Insbesondere beim E-Mail-Postfach sollte ein sicheres, kompliziertes Passwort mit Sonderzeichen verwendet werden, das bei keinem anderen Account genutzt wird", rät Stefanie Siegert. Im Ratgeber Internetkriminalität hat die Polizei verschiedene Betrugsmaschen zusammengetragen und zeigt, wie man sich schützen kann.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Kripo live | 26. Mai 2019 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2019, 10:00 Uhr