Sitz der Sparkasse Leipzig
Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Musterfeststellungsklage gegen Sparkasse Leipzig Notwendige Kläger-Zahl erreicht

Kaum ist das Klageregister zur Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Leipzig offen, haben sich doppelt so viel Betroffene wie nötig gemeldet. Laut Verbraucherzentrale Sachsen machen bereits 100 Kläger mit – und es gibt weitere Interessenten. Erforderlich waren mindestens 50.

von Michael Naumann

Sitz der Sparkasse Leipzig
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Für die Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Leipzig ist schon am ersten Tag die notwendige Anzahl betroffener Kläger erreicht worden. Das teilte die Verbraucherzentrale Sachsen dem MDR-Magazin "Umschau" am 18. Juni mit. Sprecherin Christina Siebenhüner sagte: "Wir haben bereits rund einhundert Vollmachten von betroffenen Sparerinnen und Sparern, die sich der Klage anschließen wollen, und werden diese nun in das Klageregister beim Bundesamt für Justiz eintragen". Zusätzlich hätten sich auch noch einmal rund einhundert Verbraucher für eine Beratung angemeldet. Siebenhüner rechnet damit, dass sich noch weitere Kläger anschließen. Damit die Musterfeststellungsklage zu einem Gerichtsverfahren führen kann, müssen sich innerhalb von zwei Monaten nach öffentlicher Bekanntmachung mindestens 50 Betroffene wirksam in das Klageregister eintragen. Das Register ist beim Bundesamt für Justiz seit dem 17. Juni offen.

Durchschnittlich 2.500 Euro Zinsen zu wenig

Das zuständige Oberlandesgericht Dresden hatte in der vergangenen Woche die Klage geprüft und für zulässig erachtet. Die Verbraucherzentrale Sachsen führt die Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Leipzig aufgrund mutmaßlich fehlerhafter Zinsberechnungen zum Nachteil von Sparern. Die Verbraucherzentrale Sachsen hatte 2.300 sogenannte Prämiensparverträge verschiedener Sparkassen mit variablen Zinssätzen überprüft und dabei berechnet, dass im Durchschnitt pro Kunde rund 2.500 Euro Zinsen zu wenig ausgezahlt worden sein sollen. In einem Fall beträgt der nachträgliche Zinsanspruch sogar 36.000 Euro.

Auch BaFin prüft

Inzwischen geht auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Thema nach. Ein BaFin-Sprecher bestätigte dies dem MDR-Magazin "Umschau", verwies aber gleichzeitig auf die Verschwiegenheitspflicht zu Einzelheiten dieses "aufsichtlichen Vorgehens".

Frühere Meldungen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 18. Juni 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2019, 10:34 Uhr