Rechtliche Regelungen Was tun, wenn ein Haustier stirbt?

Grabplatte mit eingraviertem Hundekopf 1 min
Bildrechte: imago images/epd

Dem Statistikportal Statista zufolge leben gut 34 Millionen Haustiere in Deutschland. Wenn ein Tier stirbt, stellt sich auch die Frage, was mit dem verstorbenen Haustier passieren soll. Die Antwort darauf hat grundsätzlich der Besitzer zu finden, denn er ist verantwortlich, die rechtlichen Grundlagen, speziell das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG) und seine Ausführungsbestimmungen, zu beachten und einzuhalten.

Wer diese ignoriert und zum Beispiel auf die Idee kommt, für den geliebten Hund im Wald auf seiner Lieblingsrunde ein schönes Plätzchen zu suchen und ihn dort zu vergraben, muss mit bis zu 15.000 Euro Strafe rechnen. Wald ist also tabu, es sei denn, man findet über einen Tierbestatter einen sogenannten Friedwald, in dem das ausdrücklich erlaubt ist.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Über den Hausmüll entsorgen
War es nach dem bis 2004 geltenden Tierkörperbeseitigungsgesetz noch möglich, Kadaver kleiner Heimtiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Wellensittich im Hausmüll zu entsorgen, ist das mit dem Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz nicht mehr erlaubt. Das verlangt die Entsorgung von toten Heimtieren in einer Tierkörperbeseitigungsanlage. Wahlweise kann der Kadaver - wenn die Voraussetzungen erfüllt sind - auf dem eigenen Grundstück begraben werden. Allerdings regeln die Länder und Kommunen dies höchst unterschiedlich. In Dresden etwa ist die Entsorgung von Kleinsttieren "bis Eichhörnchengröße" über den Hausmüll noch erlaubt. Im Zweifel fragt man also besser beim kommunalen Entsorgungsunternehmen oder seiner Gemeinde nach. Eine Entsorgung über den Hausmüll könnte sonst Bußgelder zur Folge haben.

Tierfriedhof
Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Auf dem eigenem Grundstück begraben
Wenn sich das Grundstück nicht in einem Wasser-oder Naturschutzgebiet befindet oder an ein solches grenzt, sollte das Begraben des Heimtieres in der Regel problemlos möglich sein, zumindest bis zu einem Gewicht von zehn Kilogramm. Wiegt der Tierkörper mehr, sollten sich die Halterin oder der Halter mit der Gemeinde oder/und dem Veterinäramt absprechen. Das sollte man auch deshalb, weil die Regelungen von Bundesland zu Bundesland und sogar von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sind.

Meist gleich sind Angaben zur Lage und Tiefe des Grabes: Die letzte Ruhestätte muss ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen entfernt sein. Das Grab muss ausreichend tief und das Tier mit gut 50 Zentimeter Erde bedeckt sein. Außerdem muss es in Material eingewickelt sein, das leicht verrottet.

Solche Bestattungen sind allerdings nur auf dem eigenen Grundstück zulässig. Mieter müssen unbedingt die Erlaubnis des Vermieters einholen, öffentlicher Raum ist tabu.

Wichtig: Das Tier darf bei der Bestattung auf dem eigenen Grundstück keine nach dem Seuchengesetz relevanten Krankheiten gehabt haben. Tierbesitzer sollten das im Zweifel unbedingt mit dem Tierarzt oder dem zuständigen Veterinäramt klären.

Das Tier bestatten lassen
Das tote Tier kann auch den zahlreichen Tierbestattern anvertraut werden. Die meisten sind rund um die Uhr erreichbar und alle kümmern sich um die rechtlich einwandfreie Behandlung des toten Tieres. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 120 Tierfriedhöfe. Tierbesitzer haben hier die Möglichkeit zu wählen, ob sie ihr Haustier in einem anonymen Sammelgrab oder einem Einzelgrab bestatten lassen wollen. Das kostet zwischen 100 und 300 Euro, kann aber mit entsprechend aufwendigem Sarg oder Urne auch deutlich teurer werden. Kosten für die Grabmiete und - wenn gewünscht - die Grabpflege kommen noch hinzu.

Symbolbild Tiereinäscherung
Bildrechte: imago/Sommer

Wer sein Tier vor der Beerdigung noch einäschern lassen möchte, hat auch hier die Möglichkeit, der Einzel- oder Sammeleinäscherung. Eine Besonderheit ist, dass man die Urne mit der Asche des Tieres dann ohne Weiteres mit nach Hause nehmen darf. Rechtliche Vorschriften für den Umgang mit Tierurnen gibt es nicht.

Preislich ist das Einäschern günstiger als eine herkömmliche Sargbestattung. Aber auch hier bieten die Tierbestatter von der stillen Trauerfeier bis hin zur einer individuellen Rede und einer Videoaufzeichnung der Zeremonie eine große und mitunter kostspielige Palette an Möglichkeiten an.

Beim Tierarzt oder in der Tierkörperbeseitigungsanlage abgeben

Nach dem Ableben kann man sein Haustier auch zum Tierarzt oder direkt zu einer Tierkörperbeseitigungsanlage bringen und für eine Gebühr ab etwa 20 Euro entsorgen lassen. Hinzu kommen beim Arzt unter Umständen noch Kosten für die Lagerung des Tieres bis zur Abholung. Darüber informiert der Tierarzt im Detail.

Ausstopfen lassen

Rechtlich ist dies in der Regel kein Problem, es ist allerdings sehr kostspielig. Wer seinen Liebling nahezu lebensecht bei sich haben will, der kann auf das Können der wenigen noch existierenden Tierpräparatoren zurückgreifen.

Für einen Wellensittich bezahlt man etwa 100 Euro, für eine Katze 450 Euro. Das Ausstopfen eines mittelgroßen Hunds kostet etwa 550 Euro.

Fazit

Man kann sein verstorbenes Haustier für relativ wenig Geld einfach "abgeben". Man kann es aber auch aufwendig und würdevoll zur letzten Ruhe betten lassen oder auf dem eigenen Grundstück begraben. Die gültigen Vorschriften müssen natürlich eingehalten werden. Letztlich ist es Geschmackssache und auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 15. Januar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2020, 00:10 Uhr