Gefahr für Mensch und Tier So verhalten Sie sich bei Wildunfällen richtig

Alljährlich im Herbst steigt die Zahl der Wildunfälle merklich an. Dann ist erhöhte Vorsicht geboten. Wie man der Gefahr vorbeugen kann und wie man richtig reagiert, wenn es gekracht hat, erklärt Kriminalrätin Ilona Wessner.

Die Gefahr von Wildunfällen steigt im Herbst und Winter wieder an. Grund ist die frühe Dämmerung, die während des Berufsverkehrs einsetzt. Wenn Rehe oder andere Wildtiere am Straßenrand auftauchen, ist besondere Vorsicht geboten. Im schlimmsten Fall springen oder laufen die Tiere unvermittelt auf die Fahrbahn.

Erhöhte Aufmerksamkeit und Bremsbereitschaft

Ein Schild warnt vor vielen Wildunfällen.
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Wildunfälle zählen zu den häufigsten Unfällen im Straßenverkehr und können jederzeit und überall passieren. Häufig in den Morgen- und Abendstunden, wenn es noch dämmrig ist, sind die Tiere aktiv und auf Nahrungssuche. Aber auch nachts können Rehe, Wildschweine und Füchse unterwegs sein. Neuralgische Abschnitte sind Straßen, die durch Wälder und an Feldrändern vorbeiführen.

Hier gilt: Vorausschauend fahren, Geschwindigkeit reduzieren und bremsbereit sein. Vor allem, wenn durch Straßenschilder ausdrücklich vor Wildwechsel gewarnt wird.

Wenn Sie ein Tier am Straßenrand entdecken: Langsamer werden oder sogar ganz abbremsen. Das Fernlicht ausschalten, um das Tier nicht zu blenden. Hupen, um das Wild zu verscheuchen.

Verhalten bei einem Zusammenstoß

Wenn der Zusammenstoß nicht zu vermeiden ist, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Auf keinen Fall ausweichen! Die Gefahren für Sie selbst (z.B. Baumaufprall) und den Gegenverkehr oder nachfolgende Verkehrsteilnehmer sind bei Ausweichmanövern in der Regel gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Wild.
  • Bremsen Sie möglichst stark ab und halten Sie das Lenkrad gut fest.

Unfallstelle absichern

Sofern Sie in Folge des Zusammenstoßes nicht verletzt sind oder sich zuerst um andere Fahrzeuginsassen kümmern und Rettungskräfte unter der Rufnummer 112 informieren müssen, schalten Sie die Warnblinkanlage ein. Ziehen Sie die Warnweste an und sichern Sie mit dem Warndreieck die Unfallstelle ab. Das gilt auch für den Fall, wenn das Tier verletzt geflüchtet ist. Ganz wichtig: Bewahren Sie Ruhe!

Polizei und Jäger informieren

Warndreieck auf einer Straße
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Informieren Sie die Polizei unter der Rufnummer 110 und geben Sie Ihren genauen Standort durch. In vielen Bundesländern muss bei einem Wildunfall zusätzlich noch ein Jäger informiert werden. Das übernimmt in der Regel die Polizei.

Wenn Sie Handschuhe dabei haben (wegen eventueller Tollwutgefahr), ziehen Sie das tote Tier an den Randstreifen, damit keine Folgeunfälle passieren. Verletzte Tiere nicht anfassen, da sie sich wehren könnten.

Warten Sie am Unfallort, bis die Polizei oder der Jäger da sind.

Übrigens, was viele nicht wissen: Das angefahrene Wild darf nicht vom Unfallort entfernt werden. Wer dies tut, riskiert eine Anzeige wegen Wilderei. Dasselbe gilt auch für die Mitnahme verendeter Tiere für den eigenen Verzehr.

Unfallaufnahme durch Polizei

Wichtig ist, dass die Polizei den Wildunfall nicht nur ungeprüft protokolliert, sondern am Unfallort und in der näheren Umgebung sowie am betroffenen Kfz selbst eine gründliche Spurensuche durchführt. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn das Wild nach der Kollision nur verletzt wurde und flüchten konnte.

Wer kommt für den Schaden auf?

Damit der Schaden reguliert werden kann, muss die Polizei oder der Jagdpächter eine sogenannte Wildschadenbescheinigung am Unfallort ausstellen. Machen Sie am besten Fotos, um den Unfall als Wildunfall zu dokumentieren. In der Regel übernimmt die Teilkasko-Versicherung den Schaden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 06. November 2018 | 17:00 Uhr