Ehrenamtlicher DRK-Mitarbeiter mit der Rückaufschrift Helfer vor Ort.
Ehrenamtlicher DRK-Mitarbeiter im Einsatz Bildrechte: imago/Klaus Martin Höfer

Freiwilliges Engagement Wie sind Ehrenamtliche während eines Einsatzes versichert?

Sie löschen Brände, fördern Kinder und Jugendliche oder helfen beim Auszählen von Wahlzetteln. Ein Drittel der Deutschen arbeitet in der Freizeit ehrenamtlich. Unsere Hörerin Edith Tust aus Leipzig engagiert sich seit Jahren für Menschen mit Behinderung. 2011 ist sie auf dem Weg zu einer Veranstaltung gestürzt und fragt sich nun, wie man versichert ist, wenn man bei einem ehrenamtlichen Einsatz ist und dabei einen Unfall hat.

von Fabienne von der Eltz, MDR AKTUELL

Ehrenamtlicher DRK-Mitarbeiter mit der Rückaufschrift Helfer vor Ort.
Ehrenamtlicher DRK-Mitarbeiter im Einsatz Bildrechte: imago/Klaus Martin Höfer

Entscheidend für die Frage der Versicherung ist die Art des ausgeübten Ehrenamts. Wer einen öffentlichen Auftrag hat, sich also im Interesse der Allgemeinheit engagiert, ist durch die Gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dazu zählen Ehrenamtliche, die für Bund, Länder, Kommunen und andere öffentliche Einrichtungen tätig sind, aber auch Freiwillige beim Roten Kreuz, der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen.

Eberhard Ziegler von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV sagt, bei allen Versicherten sei es so, dass natürlich diese Tätigkeit, für die man zum versicherten Personenkreis gehört, also die Ausübung dieses Ehrenamts, versichert ist. Dazu gehörten auch die notwendigen Wege und gegebenenfalls Schulungen.

Wie geht es nach einem Unfall weiter

Kommt es zu einem Unfall, dann müssen die Betroffenen angeben, dass dieser im Zusammenhang mit dem Ehrenamt passiert ist. Eine Frist müssen sie dabei nicht einhalten. Die Versicherung übernimmt dann nicht nur die Kosten für die Heilung. Sie zahlt auch eine monatliche Rente, wenn die Erwerbsfähigkeit in Folge des Unfalls um mindestens 20 Prozent gemindert sein sollte.

Aus Sicht von Frank Manneck, Fachanwalt für Sozialrecht, reicht dieser Versicherungsschutz aus. Die Leistungen seien in aller Regel umfangreicher als bei einer privaten Unfallversicherung. Sie seien auch weitergehender als bei der gesetzlichen Krankenversicherung, die natürlich auch in jedem Falle greife.

Was man daneben immer noch empfehlen kann, das ist der Versicherungsschutz in der Haftpflichtversicherung für die Tätigkeit, die man dort ausübt, wenn andere die Schäden erleiden.

Frank Manneck, Fachanwalt für Sozialrecht

Was nicht versichert ist

Nicht versichert per Gesetz sind Ehrenamtliche in Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, in politischen Parteien und in eingetragenen Vereinen. Sie sind entweder über die Versicherung der jeweiligen Organisation geschützt oder können selbst eine freiwillige Versicherung abschließen.

Laut Eberhard Ziegler von der DGUV sagt der Gesetzgeber dazu, wenn man als Mitglied eines Vereins tätig werde, dann sei das eine Freizeitgestaltung. Wenn das allerdings im Auftrag der Gemeinde gemacht werde, was der Verein da tue, dann sei es wieder versichert.

Die Suche nach dem Unterschied

Dass die Unterscheidung nicht immer leicht ist, weiß auch Uwe Lummitsch von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Sachsen-Anhalt. Die Frage nach dem Versicherungsschutz erreicht ihn oft, vor allem von älteren Ehrenamtlichen.

Ihnen rät Lummitsch, unbedingt Fragen zu stellen - an die Ansprechpartner vor Ort, die Freiwilligenkoordinatoren oder die Leiter der Einrichtung: "Wie sind wir versichert?" Und wenn es dort keine befriedigende Antwort gebe, könne man anregen, für diese Fälle Versicherungen abzuschließen.

Lummitsch appelliert dabei an die Vereine, ihre engagierten Mitglieder zu versichern. Denn das sei eine gute Methode, das Ehrenamt zu würdigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Oktober 2019 | 07:21 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2019, 05:00 Uhr