Gemüse im Glas Gewürze.
Bildrechte: Ulrike Dorau/einkochhelden.de

Rezepte Garten im Glas: So einfach ist Einkochen!

Was Oma schon kannte und vor allem für den Vorrat und für schlechte Zeiten gemacht hat, kommt heute als Trend wieder: Das Einkochen. Man spart Zeit und Geld, macht sich unabhängig von Tiefkühlung und Kühlschrank und isst pure, wirkliche Lebensmittel ohne industrielle Zusätze. Bloggerin und Expertin Ulrike Dorau zeigt, wie es am besten gelingt.

Gemüse im Glas Gewürze.
Bildrechte: Ulrike Dorau/einkochhelden.de

Gartengemüse im Glas

(5 Varianten möglich) Die Zutaten sind jeweils für 1 kg Gemüse bzw. 1 Liter Essig berechnet.

Zutaten: 

  • 1 kg Gartengemüse (Karotten, Blumenkohl, Minigurken, Fenchel, Radieschen)
  • 1-2 Zwiebeln
  • 1 Liter Kräuteressig oder Apfelessig (5%)
  • 1 Liter Wasser
  • 2 EL Zucker
  • 2 EL Salz
  • 5 Knoblauchzehen
  • 1 Bund frischer Dill
  • Senfkörner
  • rosa Pfefferkörner


zusätzlich für die Karottenvariante:

  • frische Minze
  • unbehandelte Zitrone
  • Kreuzkümmel
  • Schwarzkümmel

zusätzlich für die Varianten Radieschen und den Fenchel:

  • Ingwer
  • Schwarzkümmel
  • Koriander


zusätzlich für die Variante gemischtes Gartengemüse:

  • Lorbeerblatt
  • unbehandelte Zitrone
  • Rosmarin

Zubereitungszeit: 30 Minuten plus 20 bis 30 Minuten Einkochzeit

Und so geht's:

In einem großen Topf Wasser und Essig mit Salz und Zucker einmal aufkochen, beides gut auflösen und bis zur weiteren Verwendung zur Seite stellen.

Das Gemüse gut waschen – Knoblauch und Zwiebeln schälen. Blumenkohl und Gurken in mundgerechte Stücke, Karotten, Radieschen, Fenchel, Zwiebeln und Knoblauch in Scheiben schneiden. 

Anschließend das Gemüse je nach Variante auf die sterilen* Gläser verteilen – ruhig etwas stopfen. Dabei kann ruhig immer bis knapp unter den Rand gefüllt werden.

Jetzt die Gläser mit dem Essigsud auffüllen bis der Inhalt bedeckt ist – ruhig bis knapp unter den Rand. Mit einem Stiel von Löffel oder Gabel eventuelle Bläschen im Glas lösen und aufsteigen lassen. 

Mit ebenfalls sterilen* Deckeln verschließen und 20 Minuten im Wasserbad einkochen. 

Gläser abkühlen lassen. (Je nach Glasart nach dem vollständigen Erkalten Klammern bzw. Schraubringe entfernen) Fertig!

Für die Variante orientalische Karotten: Karottenscheiben auf die Gläser verteilen. Je nach Glasgröße ein bis zwei kleine Zweige frische Minze, ein paar Scheiben Knoblauchzehe und ein bis zwei Scheiben unbehandelte Zitrone zwischen Karotten und Glasrand stecken. Nun jedes Glas würzen. Dazu in jedes Glas je 1/2 TL Kreuzkümmel, rosa Pfeffer und Schwarzkümmel sowie 1 TL Senfkörner oben auf die Karotten geben. 

Für die Asia-Varianten Radieschen und den Fenchel: Radieschen und Fenchel auf die jeweiligen Gläser verteilen. Je Glas 1 Scheibe Ingwer, je 1/2 TL Schwarzkümmel,  rosa Pfeffer und Koriander sowie 1 TL Senfkörner oben auf die Radieschen bzw den Fenchel geben. Beim Fenchel ruhig auch das Fenchelgrün und etwas Knoblauchzehe mit ins Glas stecken.


Hier weiter für alle Varianten:

Jetzt die Gläser mit dem Essigsud auffüllen bis der Inhalt bedeckt ist – ruhig bis knapp unter den Rand. Mit einem Stiel von Löffel oder Gabel eventuelle Bläschen im Glas lösen und aufsteigen lassen. 

Mit ebenfalls sterilen* Deckeln verschließen und 20 Minuten im Wasserbad einkochen. 

Gläser abkühlen lassen. (Je nach Glasart nach dem vollständigen Erkalten Klammern bzw. Schraubringe entfernen) Fertig!

*Zum Sterilisieren die Gläser einfach ohne Deckel für 15 Minuten in den 150 °C heißen Backofen stellen. Oder mit dem Gläserheber in einen Topf mit kochendem Wasser tauchen. Die Deckel separat mit Wasser bedeckt in einem Topf für ca. 5 Minuten auskochen. Falls Weckgläser verwendet werden, die Gummiringe mit auskochen, dann auch etwas Essig zufügen.

Tipp der Expertin: Ich mache meist tatsächlich 2-3 Varianten auf einmal. Die Essiglösung ist ja immer die gleiche und die Gewürze variieren nur je Glas. So hat man an einem Nachmittag mehrere Varianten fertig ohne extra Aufwand! Eurer Fantasie sind bei dieser Art des Gemüse-Haltbar-Machend keine Grenzen gesetzt. Man kombiniert einfach Gemüse und Gewürze die man mag. Da kann eigentlich nichts schief gehen. Wichtig ist das Verhältnis Essig-Wasser. Es sollte immer 1:1 sein. Beim Würzen mutig sein!


Pfirsich-Chili-Chutney mit Knoblauch, Ingwer und Honig

Ergibt ca. 5 bis 6 Weck-Mini-Tulpengläser a 220 ml

Zutaten:

  • 1 kg reife Pfirsiche
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 große rote Zwiebel
  • Ingwerwurzel
  • 4 EL Honig
  • 200 g brauner Zucker
  • 200 ml Apfelessig
  • Senfkörner oder Senfpulver
  • Chilischoten
  • Meersalz

Zubereitungszeit: 15 Minuten plus 50 Minuten Kochzeit plus 30 Minuten Einkochzeit

Und so geht's:

Zuerst eine große Schüssel für die ganzen klein zu schneidenden Zutaten bereit stellen.

Mit den Pfirsichen beginnen. Die werden erst einmal halbiert, entkernt und geschält. Dann einfach klein schneiden und in die Schüssel geben. Die Zwiebel wird auch klein gewürfelt, der Knoblauch mit der Knoblauchpresse gepresst. Und ab in die Schüssel. Nun alles mit der Hälfte des Essigs übergießen, dann den braunen Zucker dazugeben und kurz umrühren.

Nun den geschälten Ingwer mit einer Käsereibe oder feinen Gemüsereibe dazureiben. Für eine kräftige Ingwernote etwa 4 cm einer Ingwerwurzel nehmen. Wer es dezenter mag, nimmt einfach etwas weniger.

Jetzt muss sich jeder ein bisschen selbst einschätzen, denn bei der Schärfe ist es immer gar nicht so einfach. Zum einen weiß man oft nicht, wie scharf die frischen Chilis sind zum anderen hat jeder einen anderen Schärfegrad, den er als angenehm empfindet. Darum erst zurückhaltender anfangen und bei Bedarf während des Kochens noch mal "nachschärfen".

Nun ist alles geschnitten und bereit zum Kochen. Den Inhalt der Schüssel mit den vorbereiteten Zutaten in einen Topf, die Chilis hinzufügen, den übrigen Apfelessig und den Honig ebenfalls und unter Rühren alles kochen. Der Honig und der Zucker sollten sich rasch gut auflösen. Anschließend bei ganz kleiner Flamme etwa 50 Minuten köcheln lassen – nach 30 Minuten 1/2 Teelöffel Senfkörner zufügen, mit einer Prise Meersalz abschmecken und bei Bedarf noch mal "nachschärfen".

Jetzt am besten mit einem Einfülltrichter die sterilisierten* Gläser befüllen, Ränder säubern und verschließen. Bei 90 °C etwa 30 Minuten einkochen.

Am besten schmeckt das Chutney, wenn es jetzt ca. 4 Wochen Zeit zum Durchziehen hat.

 Sehr lecker zu allen Geflügelgerichten, aber auch zu Käse oder Gegrilltem.


Schokoladenkuchen

Ergibt ca. 6 Sturzgläser 1/2 Liter oder 4 Sturzgläser 3/4 Liter

Zutaten:

  • 250 g Butter
  • 1/2 Tasse Wasser
  • 2 Tassen Zucker
  • 3 EL Kakaopulver
  • 2 Tassen Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 Päckchen Vanillinzucker
  • 4 Eier
  • außerdem Butter und gemahlene Mandeln, Gries oder Paniermehl zum Fetten und Ausstreuen der Gläser

Zubereitungszeit: 15 Minuten plus 25 Minuten Backzeit plus 30 Minuten Einkochzeit

Haltbarkeit nach dem Einkochen: ca. 6 Monate

Butter zusammen mit dem Wasser in einem Topf schmelzen lassen. Zucker und Kakaopulver zugeben und unter Rühren einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen und auskühlen lassen.

Die Eier mit dem Vanillinzucker schaumig schlagen und anschließend Mehl und Backpulver zufügen. Sobald ein glatter Teig entstanden ist, die zuvor zubereitete Schokoladenmasse zufügen und gut unterrühren.

Die zuvor in heißem Wasser sterilisierten*, eingefetteten und ausgetrockneten Gläser bis etwa zur Hälfte mit dem Teig einfüllen. Achtung: nicht mehr einfüllen, da sonst der Teig zu weit nach oben steigt!

Im auf 150 C° vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene ca. 25 Minuten backen. Mit einem Zahnstocher überprüfen, ob der Teig noch haften bleibt und bei Bedarf Backzeit verlängern.

Nach dem Backen je nach Einkochglassystem mit zuvor sterilisierten* Twist-Off- oder Glasdeckeln mit Gummi und Klammern verschließen. Wichtig ist, dass der obere Glasrand frei von Teigresten ist, damit die Deckel einwandfrei sitzen. Sollte der Teig beim Backen zu sehr aufgegangen sein, den Kuchendeckel abschneiden, so dass der Deckel locker auf das Glas passt.

Bei 100 °C gut 30 Minuten im Backofen einkochen.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Weitere Rezepte und Ideen von Ulrike Dorau finden Sie hier.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 14. Juli 2017 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2018, 11:42 Uhr