Leaf-to-Root-Rezepte Selbstgemachte Ostergeschenke aus der Küche

"Leaf to Root" heißt der Küchentrend, bei dem Gemüse in seiner Ganzheit zubereitet wird. Zu Ostern zeigt Daniela Posern am Beispiel der Karotte, wie sich aus verpönten Gemüseteilen köstliche Leckereien und Präsente herstellen lassen. Die Genuss-Expertin stellt drei einfache Rezepte zum Haltbarmachen vor.

Einkochen nach dem Leaf-to-Root-Prinzip
Bildrechte: MDR/Daniela Posern

Osterpäckchen statt Osterbrunch

Genuss-Expertin Daniela Posern zeigt dieses Mal, dass man kein Sternekoch sein muss, um Köstliches aus allen Teilen eines Gemüses herzustellen. Und weil Ostern unmittelbar vor der Tür steht, ist der Star des Tages die Karotte.

Aus dem Grün entsteht ein herzhaftes Pesto, das prima zum hartgekochten Osterei schmeckt. Aus frisch gepresstem Karottensaft zaubert Daniela Posern einen traumhaften Möhren-Passionsfrucht-Aufstrich. Und selbst für die Karottenreste aus dem Entsafter hat die Expertin noch eine leckere Idee.

"From leaf to root": Vom Blatt bis zur Wurzel

Was für Fleischliebhaber der Trend "From nose to tail" (von der Nase bis zum Schwanz), ist für den Pflanzenverwerter der Slogan "From leaf to root". Bei beiden Varianten geht es um dasselbe: möglichst alle Bestandteile des "Ausgangsmaterials", also vom Tier nicht nur Filet und Keulen, sondern auch Füße und Innereien, und beim Gemüse auch Blätter und Stängel als Lebensmittel zu verwerten, anstatt als Reste wegzuschmeißen.

Netter Nebeneffekt: Die selbstgemachten Köstlichkeiten eignen sich hervorragend als Osterpräsente. Da alles in ein Glas passt, lassen sich die Geschenke prima verschicken.


Hasen-Pesto

Zutaten für ca. 300 g

  • Grün von einem Bund Möhren
  • 70 g Pinienkerne oder Mandeln
  • 70 g Parmesan oder anderer Hartkäse
  • ca. 150 ml gutes Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Salz

benötigte Utensilien

  • kleine Schraub- oder Bügelgläser
  • Stabmixer, Universal-Zerkleinerer oder Standmixer
  • Salatschleuder
  • Pfanne

Zubereitung

Einkochen nach dem Leaf-to-Root-Prinzip
Bildrechte: MDR/Daniela Posern

Gläser in kochendem Wasser ca. 10 Minuten sterilisieren. Mandeln in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten. Möhrengrün gründlich waschen, trockenschleudern und grob hacken.

Gemeinsam mit Knoblauch, grob geschnittenem Käse und Mandeln in den Mixbecher geben.

Mit ca. 1 TL Zitronenabrieb und 1 TL Zitronensaft pürieren. Dabei das Olivenöl zugießen und mixen, bis das Pesto eine cremige Konsistenz hat. In Gläser füllen und zur besseren Haltbarkeit mit einer ca. 1 cm hohen Schicht Olivenöl abschließen.

Das Pesto hält sich kühl aufbewahrt mindestens 2 Wochen.


Möhren-Passionsfrucht-Aufstrich

Zutaten für ca. 5 Gläser à 200 ml

  • 6 reife Passionsfrüchte
  • ca. 300 ml frisch gepresster Möhrensaft (alternativ fertig gekaufter Möhrensaft)
  • Saft von ca. 4 Orangen (alternativ Orangen-Direktsaft aus dem Supermarkt)
  • 500 g Zucker
  • 20 g Pektin (alternativ 500 g Gelierzucker 2:1)
  • Saft einer halben Zitrone

benötigte Utensilien

  • Schraub- oder Bügelgläser
  • Saftpresse

Zubereitung

Gläser in kochendem Wasser ca. 10 Minuten sterilisieren. Passionsfrüchte halbieren und Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen.

Möhrensaft und Passionsfruchtfleisch in einen Messbecher geben. Mit Orangensaft auf 750 ml auffüllen. Pektin und Zucker mischen. Zitronensaft, Fruchtmischung und Zucker in einen breiten Kochtopf füllen, zum Kochen bringen. Masse 3 bis 5 Minuten kochen lassen, Gelierprobe machen. Danach in die Gläser füllen und verschließen. Auskühlen lassen, nett verzieren und ab die Post!

Einkochen nach dem Leaf-to-Root-Prinzip
Bildrechte: MDR/Daniela Posern

Der Fruchtaufstrich hält sich dunkel gelagert mindestens 1 Jahr (realistisch betrachtet allerdings nur für ein Wochenende).


Möhrenbrot im Glas

Zutaten für 5 Gläser à 400 ml

  • 100 ml Milch
  • 30 g Butter
  • 2 TL Salz
  • 20 g Zucker
  • ½ Würfel Hefe
  • Möhren-Trester (Reste) vom Entsaften, alternativ: ca. 300 g geraspelte Möhren
  • 350 g Mehl für den Teig
  • etwas Mehl zum Ausstäuben der Gläser

benötigte Utensilien

  • 5 Sturzgläser (mit geradem Rand, sonst bekommt man das Brot nicht mehr aus dem Glas)

Zubereitung

Die Milch lauwarm erhitzen. Nun 20 g Butter, Zucker und Hefe zugeben und verrühren. Mehl, Salz und Möhrenraspel in einer Schüssel vermischen. Wenn sich die Hefe in der Milch aufgelöst hat, die Flüssigkeit in die Schüssel geben und alles miteinander verkneten, bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Den Teig an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen.

Einkochen nach dem Leaf-to-Root-Prinzip
Bildrechte: MDR/Daniela Posern

In der Zwischenzeit die Gläser mit den übrigen 10 g Butter einfetten und mit Mehl ausstäuben. Den Teig noch einmal durchkneten, in fünf Teile teilen und in die vorbereiteten Gläser geben. Die Gläser sollten nur zur Hälfte gefüllt sein, damit für den Teig noch genügend Platz ist, um beim Backen aufzugehen.

Einkochen nach dem Leaf-to-Root-Prinzip
Bildrechte: MDR/Daniela Posern

Im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober-/Unterhitze (Umluft 180°C) 20–25 Minuten backen. Nach dem Backen die Ofentür öffnen und die Gläser 10 Minuten im geöffneten Ofen stehen lassen, damit das Brot etwas von seiner überschüssigen Feuchtigkeit verliert.

Die Gläser verschließen. Vorsicht: Verbrennungsgefahr! Ofenhandschuhe tragen!

Die Gläser nun auf ein mit ca. 2 cm lauwarmen Wasser befülltes Backblech geben und bei 100 °C (Ober-Unterhitze) ca. 30 Minuten einkochen. Auskühlen lassen. So halten sich die Brote mindestens 6 Monate.

Viel Spaß beim Nachmachen!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 06. April 2020 | 17:00 Uhr