Ein Frau mit Mobiltelefon steht im griechischen Touristenort Sarti am Strand.
Kurz zuhause anrufen, um zu sagen, dass man gut am Urlaubsort angekommen ist - das kann je nach Urlaubsziel teuer werden. Bildrechte: dpa

Smartphone im Urlaub Wo Daten-Roaming teuer wird

In EU-Ländern wurden Roaming-Gebühren vor gut zwei Jahren abgeschafft. Doch in Nicht-EU-Ländern, wie der Schweiz oder der Türkei, kann es schnell teuer werden. Das gilt auch, wenn man sich nur in Grenzgebieten aufhält. Und auch auf Schiffen oder in Flugzeugen geht Roaming schnell ins Geld. Auch manche Gruppen-Tarife funktionieren im Ausland anders - auch innerhalb der EU.

von Stefan Römermann, MDR AKTUELL

Ein Frau mit Mobiltelefon steht im griechischen Touristenort Sarti am Strand.
Kurz zuhause anrufen, um zu sagen, dass man gut am Urlaubsort angekommen ist - das kann je nach Urlaubsziel teuer werden. Bildrechte: dpa

Innerhalb der EU ist die Sache ganz einfach: Beim Nutzen von ausländischen Mobilfunknetzen, dem sogenannten Roaming, gelten in allen Mitgliedsstaaten grundsätzlich die gleichen Preise für Telefonate und Datennutzung, die auch in Deutschland anfallen würden.

Ein Mann liegt auf einer Luftmatratze und hält ein Smartphone in den Händen
Das Smartphone wird auch am Strand von vielen gern genutzt. Bildrechte: dpa

Auch gebuchte Flatrates oder Minuten-Pakete könne man im Urlaub weiter nutzen, sagt Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen. Es gelten die gleichen Tarife innerhalb der EU: "Also eine grenzüberschreitende Nutzung. Es gibt also keine unterschiedlichen Preise mehr für die EU-Auslandsnutzung."

Achtung bei Gruppen-Tarifen

Ausgenommen sind allerdings ausdrücklich sogenannte "Community-Tarife". Mit ihnen können sich Kunden des gleichen Mobilfunkanbieters häufig besonders günstig oder gar kostenlos anrufen. Beim Roaming im EU-Ausland werden solche Gespräche aber meist wie ganz normale Telefonate zu allen anderen deutschen Mobilfunk-Rufnummern auch abgerechnet.

Monaco, Schweiz, Türkei – wo sie aufpassen müssen

Außerdem gelten die besonders günstigen EU-Tarife auch wirklich nur innerhalb der Europäischen Union. In beliebten Urlaubsländern wie beispielsweise der Türkei oder selbst in der Schweiz oder auch auf den britischen Kanalinseln werden weiterhin Roaming-Zuschläge fällig.

Ein Flugzeug fliegt am Himmel und zieht Kondensstreifen hinter sich her.
Im Flugzeug ist man mit dem Flugmodus meist am besten beraten. Bildrechte: dpa

Aber auch in Kleinstaaten wie Andorra und Monaco müssen Verbraucher aufpassen: Zwar können Urlauber dort oft auch noch über die Mobilfunknetze der EU-Nachbarstaaten telefonieren. Doch dazu müsse man das entsprechende Mobilfunknetz von Hand in den Telefoneinstellungen auswählen, sagt Alexander Kuch vom Telekommunikationsmagazin teltarif.de.

Wenn ich die automatische Netzwahl eingestellt habe, dann wird wahrscheinlich dieses Netz von Monaco irgendwann so stark dort strahlen, dass mein Handy sich automatisch in das Netz von Monaco einwählt. Und dann gelten auch die Roaming-Preise des dortigen Netzbetreibers, die sehr teuer sein können. Minutenpreise von 1,49 Euro pro Minute können anfallen.

Alexander Kuch Mobilfunkexperte

Automatische Netzwahl in Grenzgebieten riskant

Ein Länderschild "Deutschland-Schweiz" ist in Lörrach an der deutsch-schweizerischen Grenze zu sehen.
Verzwickt werden kann es in bestimmten Grenzregionen. Bildrechte: dpa

Auch in der Nähe von EU-Außengrenzen sollten Urlauber aufpassen, beispielsweise in den Alpen in der Nähe der Schweizer Grenze. Denn das Telefon sucht normalerweise immer nach dem Handynetz mit dem besten Empfang. Daher kann es in Grenzregionen passieren, dass sich das Gerät beispielsweise in ein Schweizer Mobilfunknetz einbucht, obwohl man noch auf deutschem Gebiet ist.

Deshalb ist es auch in solchen Gebieten sinnvoll, das entsprechende Mobilfunknetz von Hand auszuwählen und die automatische Netzwahl zu deaktivieren.

Hohe Roaming-Gebühren in Flugzeugen und auf Fähren

Aufpassen sollten auch Reisende, die mit dem Schiff oder per Flugzeug verreisen. Denn dort gibt es an Bord inzwischen oft eigene Mobilfunknetze der jeweiligen Fluglinie oder Reederei.

Egal ob das Schiff oder das Flugzeug sich nun auf dem Gebiet der Europäischen Union bewegt oder nicht: Die Netze in Schiffen und in Flugzeugen sind nicht Bestandteil des EU-Roamings. Das heißt, da fallen immer hohe Roaming-Zusatzkosten an.

Alexander Kuch teltarif.de

Hier ist es am besten, das Telefon für die gesamte Zeit an Bord auszuschalten oder alternativ die SIM-Karte sicherheitshalber komplett aus dem Telefon zu nehmen, rät Mobilfunkexperte Kuch.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juli 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 05:00 Uhr

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