Stempel mit der Aufschrift "Samenspender"
Wer ab dem 1. Juli 2018 mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wird, kann ab dem 16. Lebensjahr den Namen des Spenders erfahren. Das neue Samenspenderregister macht es möglich und stärkt damit die Rechte von Spenderkindern. Bildrechte: imago

Neues Samenspenderregister Spenderkindern wird Suche nach biologischen Vätern erleichtert

Die Suche nach dem biologischen Vater war für Spenderkinder in Deutschland bisher sehr schwierig. Sie hatten keinen Rechtsanspruch auf Auskunft. Und abgesehen davon, waren die Kliniken auch nicht verpflichtet, die Daten von Spendern zu speichern. Es war also viel Glück im Spiel, bei der Suche nach den eigenen Wurzeln. Das hat sich zum 1. Juli 2018 geändert. Seit Anfang des Monats gibt es ein zentrales Samenspenderregister.

Stempel mit der Aufschrift "Samenspender"
Wer ab dem 1. Juli 2018 mit Hilfe einer Samenspende gezeugt wird, kann ab dem 16. Lebensjahr den Namen des Spenders erfahren. Das neue Samenspenderregister macht es möglich und stärkt damit die Rechte von Spenderkindern. Bildrechte: imago

Die künstliche Befruchtung muss nach dem 30.06.2018 erfolgt sein. Dann haben Menschen, die mit einer Samenspende gezeugt wurden, einen gesetzlichen Auskunftsanspruch auf Informationen zum Spender. So sieht es das "Gesetz zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen" vor. Der Bundestag hatte es kurz vor Ende der vergangenen Legislatur, im Juli 2017, beschlossen.

Darin wurde festgeschrieben, dass beim "Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information" ein Samenspenderregister einzurichten und zu führen ist. Der Gesetzgeber wollte sicherstellen, dass Spenderkinder einen Rechtsanspruch darauf haben, ihren biologischen Vater zu kennen.

Was ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)? Das DIMDI ist eine Behörde, die zum Bundesgesundheitsministerium gehört. Es ist eine von zahlreichen Bundesanstalten, existiert seit 1969 und hat seinen Hauptsitz in Köln.

Das DIMDI gibt unter anderem amtliche medizinische Klassifikationen auf Deutsch heraus, zum Beispiel die ICD-Verschlüsselungen. Es führt außerdem nationale Register zu klinischen Studien und zu Arzneimittelversandhändlern.

Nun ist es auch für das neue Samenspenderregister Deutschlands zuständig. Das DIMDI speichert die Daten von Spendern und Empfängerinnen und erteilt künftig Auskünfte.

Datenspeicherung für 110 Jahre

Mit dem Gesetz und dem neuen Register wurden zentrale Forderungen des Vereins "Spenderkinder" umgesetzt. Dazu gehören:

  • Der Auskunftsanspruch ab dem 16. Lebensjahr.

  • Die Datenspeicherung für 110 Jahre.

  • Der Schutz der Spender vor Unterhalts-, Sorgerechts- und Erbansprüchen der Kinder.

Rückgang der Spendebereitschaft befürchtet

Ab sofort müssen Spender also ihre Personalien hinterlegen, um später identifiziert werden zu können. Was bisher vollkommen anonym ablief, wird nun zu einer empfindlichen Angelegenheit für den Datenschutz. Reproduktionsmediziner gehen davon aus, dass die Bereitschaft zur Samenspende abnehmen wird.

Das ist für manche eine Hemmschwelle. Sie werden auch befragt, warum sie das machen. In England war es so, dass die Spendenfreudigkeit eingebrochen ist.

Dr. Heidi Fritzsche, Reproduktionsmedizinerin in Jena

Ob es tatsächlich einen Einbruch geben wird, müssen die nächsten Jahre zeigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 01. Juli 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2018, 14:05 Uhr

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