Nur noch das Vorderrad ist an einem Fahrradständer angeschlossen
11.700 Fahrräder wurden laut Polizei 2017 in Leipzig gestohlen. Bildrechte: imago/Markus Tischler

Neue Sicherungssysteme So schützen Sie Ihr Fahrrad vor Dieben

Leipzig ist die Hochburg der Fahrraddiebe in Deutschland. Sie klauen am Straßenrand, aus Kellern und sogar Fahrradläden. Wir erklären, wie Sie Ihr Rad am besten vor Dieben schützen können.

von Linda Schildbach, MDR AKTUELL

Nur noch das Vorderrad ist an einem Fahrradständer angeschlossen
11.700 Fahrräder wurden laut Polizei 2017 in Leipzig gestohlen. Bildrechte: imago/Markus Tischler

Tausende Markenfahrräder hat der Laden "Lucky Bike" an der Leipziger alten Messe im Angebot. Für die wertvollen Stücke geben Kunden vierstellige Summen aus, erklärt Verkäufer Eric Andrzejewski. "Für ein E-Bike mit schöner Motorisierung und leistungsfähigem Akku kann man schon mal 4.000 Euro hinlegen." Besonders die guten Stücke bleiben nachts nicht einfach so stehen. "Sobald wir den Laden schließen, sichern wir diese Räder extra ab." Hinzu kommt der Schutz rund um den Laden durch feste Fenstergitter und die Alarmanlage.

Smarte Sicherungen mit GPS

Andere Fahrradläden leisten sich zudem GPS-Systeme, mit denen die Räder nach dem Diebstahl geortet werden können. Das sei auch für Privatpersonen verlockend, doch für die sei die Technik bisher noch zu teuer, sagt Andrzejewski. Hier könne eine "smarte Sicherungsmethode" helfen, bei der man das Schloss mit dem Handy öffnet und schließt. Gleichzeitig kann man überprüfen, wo das Rad steht – denn das GPS-System im Handy ist mit dem Schloss verbunden. Im Falle eines Diebstahls kann diese Technik dann bei der Ermittlung helfen, sagt Uwe Voigt von der Leipziger Polizei.

Wenn der Täter nicht weiß, dass so etwas [ein GPS-System] am Fahrrad angebracht ist und der Geschädigte in sehr kurzer Zeit feststellt, dass sein Fahrrad entwendet worden ist, dann können wir das verfolgen.

Uwe Voigt, Sprecher der Leipziger Polizeidirektion

Kosten und Nutzen

Andere Systeme setzen auf Abschreckung. Neu seien da Fahrradschlösser mit Alarm, erzählt Radhändler Eric Andrzejewski. So gebe es Falt- oder Bügelschlösser, die bei Berührungen und Erschütterungen laute Töne von sich geben.

Der Haken an der Sache: Für die neuen Sicherungstechniken muss man ganz schön in die Tasche greifen. Kostet ein normales Schloss mit einer sehr guten Sicherheitsstufe um die 50 Euro, muss man bei solch neuen Schlössern das Doppelte oder Dreifache zahlen.

Registrierung und Fahrradpass

Ein kostenloser und durchaus effizienter Schritt ist, wenn man sein Fahrrad bei der Stadt registrieren lässt. Auf dem Rad wird eine Registriernummer aufgeklebt und die Merkmale samt Foto in einen Fahrradpass aufgenommen. So kann es die Polizei später wiederfinden – auch zufällig bei Hausdurchsuchungen, erzählt Polizist Uwe Voigt.

Ein mittels einer Codierungsnummer markiertes Fahrrad.
Lässt man sein Rad registrieren, gibt es zumindest eine kleine Chance, dass es wiedergefunden wird. Bildrechte: IMAGO

In Wohnungen oder Kellern finden wir manchmal Fahrradteile. Da ist es sehr hilfreich, wenn es eine Registriernummer gibt, weil wir dieses Fahrrad dann einer Bürgerin oder einem Bürger zuordnen können.

Uwe Voigt, Sprecher der Leipziger Polizeidirektion

Doch bei all der neuen Technik und Registrierung: Einen 100-prozentigen Schutz vor Fahrraddiebstahl gibt es leider nicht. Man kann lediglich versuchen, es dem Dieb so unangenehm und schwer wie möglich zu machen. Sehr effektiv sind da auch zwei verschiedene Schlösser am Rad – denn viele Diebe sind nur auf eine bestimmte Schlossart spezialisiert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Februar 2019 | 08:53 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2019, 05:00 Uhr

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3 Kommentare

04.02.2019 10:33 Willy 3

@ 1 , die haben doch jetzt einen neuen Polizeichef da geht es wieder vorwärts............

03.02.2019 21:35 wwdd 2

Mein Ratschlag gegen Fahrraddiebe im Alltag ist, nur noch gebrauchte (und trotzdem verkehrssichere) Räder kaufen und fahren. Da nützt dann auch das preiswerte 10 € Sicherheitsschloß. Die Aufklärungsquote ist sowieso sehr gering und mein Rad steht vor dem Supermarkt oder Bahnhof immer noch.

03.02.2019 19:36 Sabrina 1

Kriminalität existiert bevorzugt dort, wo es was zu holen gibt, wo das wirtschaftliche Risiko geringer ist als der wirtschaftliche Erfolg des Diebstahls, wo also die Politik versagt.
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In der Stadt Leipzig hat die Politik offensichtlich stärker versagt als in anderen Städten Deutschlands - oder die Anzeigequote ist höher.