Roboter-Staubsauger auf der IFA 2017
Welche Daten werden abgesaugt? Bildrechte: imago/STPP

Haushalt Tipps für Umgang mit Saugrobotern

Beim Umgang mit Saugrobotern gilt es einiges zu beachten, wie Test-Experten immer wieder erklären. Gerade bei den Premiummodellen sollte man sich die Datenschutzbestimmungen genau anschauen.

von Michael Voß, MDR AKTUELL

Roboter-Staubsauger auf der IFA 2017
Welche Daten werden abgesaugt? Bildrechte: imago/STPP

Sie sind ein wenig lautstark, irgendwie niedlich, sehr hilfsbereit und einfach nur praktisch: die Saugroboter. Eric Clausing schaut trotzdem ein wenig skeptisch auf die kleinen rollenden Staubsauger, die in seinem Magdeburger Büro unterwegs sind. Clausing hat für die Firma AV-Test einige der Premium-Saugroboter untersucht, mit erstaunlichen Ergebnissen.

Clausing sagt: "Um das Saugen durchführen zu können, müssen sie natürlich schon intern eine Karte der Wohnung erstellen, die sie halt durch verschiedene Sensoren erfassen. Kameras, Infrarot zum Beispiel, Schallsensoren haben wir hier gesehen. Das zeichnet natürlich ein ziemlich genaues Bild der Wohnung. Würde dann theoretisch auch mitbekommen, wenn Türen und Fester geöffnet sind, die bis zum Boden reichen."

Die Möglichkeit einer Insel

Die Daten lassen sich als genaues Bild der Wohnung visualisieren: Wo stehen welche Möbel? Welche Zimmer gibt es? Wie groß ist die Wohnung? Diese Daten werden nicht etwa intern auf einem Speicher in dem Saugroboter abgelegt, sondern im Internet in sogenannten Cloud-Lösungen. Doch ist das tatsächlich notwendig? Reicht nicht die Speicherung direkt auf dem Gerät?

Clausing erklärt: "Das könnte natürlich praktisch komplett als Insellösung umgesetzt werden. Eigentlich spricht nichts dagegen, dass der Roboter auch ohne Internetfunktionalität die Aufgabe erfüllt, die er eigentlich erfüllen soll."

Saugdaten für Dritte

Zu wenig Energie und der kleine Staubsauger fährt selbstständig zur Ladestation. Tatsächlich entscheidet der Roboter viele Dinge selbst, ohne den Kontakt zum Internet aufzunehmen. Die Verbindung ins Internet hat offensichtlich noch eine ganz andere Funktion: In den Datenschutzbestimmungen einiger Geräte steht, dass die Informationen an Dritte weitergegeben werden, sagt Eric Clausing von AV-Test.

Und es sei auch deutlich, weshalb. So sei zu lesen, dass "die Daten, die dort gesammelt werden, zu Werbezwecken, zu Profilerstellungen zum Beispiel verwendet werden. Ein Hersteller ist jetzt auch eine Kooperation mit Google eingegangen, d.h. die Daten werden wahrscheinlich auch dahin wandern."

Kleingedrucktes lesen

Google sei bekannt dafür, Daten möglichst komplett zu sammeln, erklärt Eric Clausing. Da die Saugroboter der Premiumklasse alle über das Smartphone gesteuert werden, könnte Google sogar genau den Standort der Wohnung feststellen, eventuell sogar direkt den Nutzer identifizieren.

Anhand der Wohnungsgröße und der Möbel können Experten auch Rückschlüsse auf die finanzielle Situation und auf die Bedürfnisse der Eigentümer ziehen. Deshalb empfiehlt der Tester dringend, sich vor dem Kauf eines Roboters die jeweiligen Datenschutzbestimmungen genau durchzulesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Februar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2019, 05:00 Uhr

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