Die Pflegeschwestern Michaela Holst (l) und Cornelia Gehlhaar (r) bereiten Bewohnerin Martha Engel (M) am 11.09.2014 in der Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke «Haus Lethe» im Dörfchen Kalsow (Mecklenburg-Vorpommern) bei Wismar für einen Spaziergang vor.
Der Eigenanteil für einen vollstationären Platz im Pflegeheim liegt durchschnittlich bei 1.800 Euro. Bildrechte: dpa

Studie Viele unterschätzen Pflegekosten im Alter

Die Deutschen wissen laut einer Umfrage zu wenig über die Pflegekosten im Alter. Zwei Drittel der Befragten unterschätzen deutlich den Eigenanteil für einen Heimpflegeplatz. Viele sorgen daher ungenügend vor.

Die Pflegeschwestern Michaela Holst (l) und Cornelia Gehlhaar (r) bereiten Bewohnerin Martha Engel (M) am 11.09.2014 in der Wohngemeinschaft für Demenz-Kranke «Haus Lethe» im Dörfchen Kalsow (Mecklenburg-Vorpommern) bei Wismar für einen Spaziergang vor.
Der Eigenanteil für einen vollstationären Platz im Pflegeheim liegt durchschnittlich bei 1.800 Euro. Bildrechte: dpa

Die Mehrheit der Bürger unterschätzt die Pflegekosten im Alter. In einer Umfrage erwarteten 43 Prozent der Befragten ab 18 Jahren,  dass die gesetzliche Pflegeversicherung die Kosten für einen vollstationären Pflegeplatz komplett übernimmt. Jeder Fünfte ging von einem Eigenanteil von unter 1.000 Euro aus, tatsächlich liegt er im Bundesdurchschnitt bei monatlich rund 1.800 Euro.

Auch Senioren wissen kaum Bescheid

Laut der Studie im Auftrag der Postbank zieht sich die Unkenntnis über die Pflegekosten durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Pflegekraft mit Seniorin in einem Pflegeheim. Bildrechte: dpa

Der Chefvolkswirt der Postbank, Marco Bargel, nannte es erstaunlich, dass sogar Menschen im Rentenalter kaum besser informiert seien. Vier von zehn Senioren gingen von einer vollen Kostendeckung aus, jeder vierte Befragte über 60 Jahre konnte den Eigenanteil nicht abschätzen.

Der Chefvolkswirt warnte, es sei nicht möglich, angemessen vorzusorgen, wenn man das abzusichernde Risiko falsch einschätze. Viele Menschen wiegten sich in trügerischer Sicherheit.

Sechs von zehn Bürgern sorgen vor

59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zusätzlich für die Pflege im Alter vorsorgten. Ein gutes Drittel dieser Gruppe hält zu diesem Zweck Vermögenswerte; ein weiteres Drittel  spart dafür. Eine private Pflegeversicherung haben 22 Prozent abgeschlossen.

Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von 3,3 Millionen im Jahr 2017 auf fünf Millionen bis 2045 anwachsen wird. Ökonomen erwarten einen weiteren Anstieg des Beitrags zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

Bundesministerium und Verbraucherschützer beraten

Angehörige von Pflegebedürftigen können sich beim Informationsportal und über die Pflege-Hotline des Bundesfamilienministeriums sowie bei Verbraucherzentralen informieren.

Das Pflegetelefon ist montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr
unter 030-20179131 zu erreichen.

Die Verbraucherzentralen bitten Menschen, die bereits einen Vertrag zur häuslichen 24-Stunden-Pflege abgeschlossen haben, die Vertragsdokumente an mail@pflegevertraege.de zu senden. Sie prüfen die Unterlagen auf rechtliche Probleme. So gewonnene Erkenntnisse sollen zur Lösung oder Vermeidung solcher Probleme beitragen.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. März 2019 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2019, 20:46 Uhr