Neues Gesetz Tattoo-Entfernung bald nur noch beim Arzt

Die Entfernung von Tattoos wird bald deutlich teurer, denn ab Ende 2020 dürfen nur noch Ärzte den Laser ansetzen. Warum wurden die gesetzlichen Vorgaben verschärft, was bedeutet das für die Boombranche?

Durch Laserbehandlung wird ein Tattoo entfernt.
Tattoos können mittels Laserbehandlung entfernt werden. Bildrechte: dpa

Die Entfernung von Tattoos ist schon jetzt teuer, sie kostet meist das Vielfache der Tätowierung. Ab 2021 werden die Kosten wohl weiter steigen, denn dann dürfen nur noch Mediziner ungeliebte  Tattoos per Laser entfernen. Bislang durfte jeder die Dienstleistung anbieten, der über ein Lasergerät und Gewerbeschein verfügt und einen Laserschutzkurs absolviert hat.

Anders als im 542 Seiten starken Regierungsentwurf vorgesehen sind dazu nicht nur Dermatologen oder Plastische Chirurgen berechtigt, sondern alle approbierten Ärzte.

Betreiber von Laserstudios fürchten deshalb um ihre Existenz und warnen vor illegalen Anbietern. Markus Lühr vom deutschlandweit aktiven Anbieter "Tattoolos" sagt: "Die Tattoo-Entfernung wird künftig viel teurer und es wird lange Wartezeiten geben. Ich hoffe, dass das Ganze nicht in eine Grauzone abdriftet und in Hinterzimmern praktiziert wird." Auch vor Behandlungen im Ausland mit unklaren Standards wird gewarnt.

Hautarzt lobt Gesetzverschärfung

Schätzungen zufolge haben 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland eine Tätowierung. Auf Anregung der Bundesärztekammer änderten Bundesregierung und der Bundesrat im Herbst 2018 das Strahlenschutzrecht beim Einsatz von Lasern zu kosmetischen Zwecken.

Der Karlsruher Hautarzt und Laser-Experte Christian Raulin verteidigt die Neuregelung: "Ein Arzt hat eine Ausbildung, medizinisches Verständnis und vielfach auch eine Ethik." Werde ein Laser falsch eingesetzt, drohten Verbrennungen, Pigmentveränderungen, Entzündungen und unschöne Narben. Er rate vielen Patienten, vor allem bei großflächigen Tattoos, von einer Laserbehandlung ab.

Risiken bei Laserbehandlung

Bei einer Laserbehandlung werden die Farbstoffe in Kleinteile zerlegt. Die Bruchstücke werden über das Blut abtransportiert oder abgebaut. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor Risiken: Bei der Zerstörung mancher Pigmente können giftige und krebserregende Verbindungen wie Blausäure oder Benzol entstehen. Zudem drohen beim unsachgemäßen Lasereinsatz  Verbrennungen, Pigmentveränderungen, Entzündungen und Narbenbildung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. April 2019 | 10:36 Uhr

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