Umweltbonus Wie man die E-Auto-Prämie bekommt

Jessica Brautzsch
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Um mehr Menschen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu begeistern, hatte die Bundesregierung 2016 einen Umweltbonus eingeführt. Beim Kauf eines E-Autos erhielten Kunden eine Prämie von Staat und Hersteller. Mit dem Corona-Konjunkturpaket bekam der Umweltbonus eine Neuauflage. Bis zu 9.000 Euro Zuschuss winken nun beim Kauf eines E-Autos. Das scheint zu wirken: Seit Januar 2020 stieg die Zahl mit fast 70.000 Anträgen um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch wie kommt das Geld zum Kunden?

E-Auto
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Ein Teil der Prämie wird beim Kauf verrechnet

Die Prämie beim Kauf eines E-Autos landet in zwei Stufen in den Taschen des Kunden. Den einen Teil zahlt der Staat, den anderen der Autohersteller. Diesen Anteil erhält der Kunde direkt beim Autohändler, erklärt Thomas Peckruhn, Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). "Das wird in der Regel gleich vom Kaufpreis abgezogen. Die Prämie wird dann von den Autohäusern beim Hersteller beantragt." Durchschnittlich 3.000 Euro Prämie werden von den Autoherstellern beigesteuert.

Den Rest muss man nach der Zulassung beim Staat beantragen

Um auch die restlichen bis zu 6.000 Euro vom Staat zu erhalten, muss der Käufer einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. Dazu teilt das Amt schriftlich mit: "Dabei muss natürlich auch die Fahrzeugrechnung und eine Erklärung eingereicht werden. Das BAFA prüft den Antrag und meldet sich, wenn noch Unterlagen fehlen sollten. Nach erfolgreicher Prüfung erhält der Antragsteller seinen Zuschuss." Das bedeutet aber auch: Den zweiten Prämienteil vom Staat erhält der Kunde erst eine ganze Weile nach Kauf seines E-Autos.

E-Auto-Käufer erhalten die Prämie in jedem Fall

Einige Kunden rechnen offenbar nicht damit, für die Prämie in Vorkasse gehen zu müssen, erzählt Thomas Peckruhn vom ZDK. "Die Prämie wird nach Zulassung des Fahrzeugs beantragt. Bis dahin entsteht schon ein kleines Delta. Wir reden da ja über Geld – bei einem rein elektrischen Fahrzeug über 6.000 Euro." Doch das Geld kommt nach der Antragstellung auf jeden Fall. Das bestätigt das ZDK genauso wie der ADAC.

Zum Teil lange Wartezeiten

Die Frage scheint allerdings zu sein: Wann? In Foren und den sozialen Netzwerken wird moniert, dass die Bearbeitungszeit sehr lange sei. Dieses Problem scheint auch das BAFA erkannt zu haben: Mittlerweile sei das Personal um 40 Prozent aufgestockt worden, um eine schnellere Bearbeitung zu erreichen. Allerdings hänge die Bearbeitungszeit von verschiedenen Faktoren ab, etwa, ob alle Unterlagen korrekt vorlägen.

Anträge können bis Ende 2021 gestellt werden

Wen Anträge und langes Warten nicht abschrecken und wer schon länger mit der E-Mobilität liebäugelt, sollte nicht zu lange warten, rät Thomas Peckruhn vom ZDK. "Viele Hersteller haben lange Lieferzeiten und der Umweltbonus ist bislang begrenzt." Anträge für die Prämie beim Kauf eines E-Autos können bis zum 31. Dezember 2021 gestellt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Oktober 2020 | 05:00 Uhr