Ein Vater sitzt mit seiner kleinen Tochter im Wohnzimmer vor dem Sofa und blättert mit ihr in einem Buch.
Bei Tod des Ex-Ehepartners haben die hinterbliebenen Eltern Anspruch auf Erziehungsrente. Bildrechte: imago images / Westend61

Unterhalt Nach Tod des Ex-Partners Erziehungsrente möglich

Nicht jede Ehe, aus der auch Kinder hervorgehen, hält ein Leben lang. Nach der Scheidung können Alleinerziehende vom Ex-Partner Unterhalt für das gemeinsame Kind beanspruchen. Doch wenn der Ex-Partner plötzlich verstirbt, dann fallen diese für den Lebensunterhalt notwendigen Zahlungen weg. Allerdings wissen viele Betroffenen nicht, in solchen Fällen gibt es einen finanziellen Ausgleich. Und zwar in Form der Erziehungsrente von der gesetzlichen Rentenversicherung.

von Klaus Deuse

Ein Vater sitzt mit seiner kleinen Tochter im Wohnzimmer vor dem Sofa und blättert mit ihr in einem Buch.
Bei Tod des Ex-Ehepartners haben die hinterbliebenen Eltern Anspruch auf Erziehungsrente. Bildrechte: imago images / Westend61

Nach dem Tod des Ex-Partners drohen geschiedenen Müttern oder Vätern mit kleinen Kindern große finanzielle Probleme. Doch in solchen Fällen, sagt Christian Runzer von der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, kann man eine Erziehungsrente beantragen – auch wenn vielen nicht bekannt sei, "dass auch der Tod eines geschiedenen Ehegatten dazu führen kann, dass man Anspruch auf eine Rentenleistung hat."

Nach dem Tod des geschiedenen Ex-Partners erfüllt die Erziehungsrente, so Christian Runzer, daher einen ganz bestimmten Zweck. Diese Rente diene als Unterhaltsersatz und erlaube es, sich verstärkt um die Erziehung der Kinder zu kümmern.

Aufgrund der Tatsache, dass die Eheleute geschieden sind, entfällt ja die Hinterbliebenenrente. Und insofern dient dann dafür die Erziehungsrente, um hier Unterstützung zu leisten.

Christian Runzer, Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Überlebender Elterteil muss Rentenanspruch haben

Die Erziehungsrente basiert übrigens nicht auf den erworbenen Rentenanwartschaften des verstorbenen Ex-Partners, sondern auf denen des überlebenden Elternteils. Ein Rentenanspruch setzt dabei voraus, dass der Antragsteller selbst die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt hat. Einschließlich Kindererziehungszeiten. Berechnet wird die Erziehungsrente wie eine Erwerbsminderungsrente in voller Höhe, um den Lebensunterhalt abzusichern.

Christian Runzer erklärt: "Der Vorteil ist auch der, dass nicht nur die tatsächlich zurückgelegten Rentenanwartschaften berücksichtigt werden, sondern zusätzlich wird eine sogenannte Zurechnungszeit berücksichtigt. Das heißt, vom Rentenbeginn an bzw. bis zum Erreichen des 64. Lebensjahres und vier Monate derzeit, wird die Versicherte so gestellt, als ob sie Beiträge eingezahlt hat in die Rentenversicherung, obwohl sie es tatsächlich nicht getan hat."

Erziehungsrente bis zum 18. Lebensjahr

Falls man einer Erwerbstätigkeit nachgeht und ein eigenes Einkommen erzielt, dann, so Christian Runzer, "wird das Nettoarbeitsentgelt angerechnet, wenn es einen bestimmten Freibetrag überschreitet. Und dieser überschreitende Betrag wird zu 40 Prozent dann auf die Rente angerechnet".

Liegt das Nettoeinkommen zum Beispiel 100 Euro über dem Freibetrag, wird die Erziehungsrente um 40 Euro gekürzt. Gezahlt wird die Erziehungsrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes. Bei einem behinderten Kind gibt es keine Altersbeschränkung. Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, sollte man den Antrag möglichst innerhalb von drei Monaten nach dem Tod des Ex-Partners stellen.

"Dann beginnt die Rente mit dem Ersten des folgenden Monats. Wird die Rente nach Ablauf dieser drei Kalendermonate gestellt, dann beginnt die Rente mit Antragsmonat," so Christian Runzer.

Beantragen kann man die Erziehungsrente bei den Außen- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung, bei den Gemeinden und dem Versicherungsamt der Stadt, in der man wohnt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Juli 2019 | 09:21 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2019, 05:00 Uhr

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2 Kommentare

23.07.2019 03:27 part 2

Manchen Intelligenten Personen wünscht man einfach mal das sie plötzlich alleinerziehend dastehen mit den vollen Forderungen aus dem Bildungssystem, das eine ungerechtfertigte Beteiligung beinhaltet und all den Erfordernissen bei plötzlichen halbierten Einkommen, damit sie nachdenken lernen.

22.07.2019 13:46 Pfingstrose 1

Diese Kinder bekommen doch vom Staat Waisenrente wenn sie beantragt wird, was braucht es Erziehungsrente.