Audi A4 Avant
Ein Audi A4 Avant mit Turbodiesel-Motor. Bildrechte: dpa

OLG Köln VW muss Schadenersatz für Schummel-Diesel zahlen

Das Urteil dürfte viele Besitzer von Diesel-Pkw der Volkswagengruppe mit manpulierter Motorsoftware aufhorchen lassen: Volkswagen muss einem Käufer eines Audi TDI den Großteil des Kaufpreises erstatten – trotz einer inzwischen neu aufgespielten Software.

Audi A4 Avant
Ein Audi A4 Avant mit Turbodiesel-Motor. Bildrechte: dpa

Die Volkswagen AG muss einem Autokäufer wegen der manipulativen Software am Dieselmotor den Kaufpreis abzüglich der Nutzungsentschädigung erstatten. Das hat das Oberlandesgericht Köln entschieden.

Demnach muss das Unternehmen dem Käufer eines Audis A 4 Avant 2.0 TDI nun 17.000 Euro zurückzahlen. Der Kläger hatte für den Gebrauchtwagen beim Audi-Händler 21.500 Euro bezahlt.

Der Zivilsenat des OLG bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Köln und wies eine Berufung des Autokonzerns zurück. Eine Revision wurde nicht zugelassen. (Az: 18 U 70/18)

Entschädigung trotz Software-Update

Eine Besonderheit in dem Fall ist, dass die Entschädigung gezahlt werden muss, obwohl VW bereits ein Software-Update an dem Fahrzeug durchgeführt und übernommen hatte.

Der Kläger aus dem Raum Köln machte jedoch geltend, dass er das Fahrzeug nicht gekauft hätte, wenn er bei Vertragsschluss den tatsächlichen Schadstoffausstoß gekannt hätte. Er bezweifelt zudem die Wirksamkeit des Updates. Zudem seien schädliche Auswirkungen auf den Motor zu befürchten.

Vorsätzliche Schädigung  

Laut Urteil hat sich VW durch den Verkauf des Diesel-Pkw mit betrügerischer Software einer sittenwidrigen vorsätzlichen Schädigung schuldig gemacht. Über die Motormanipulation sei auch der Konzernvorstand informiert gewesen. VW habe im Verfahren die Vorwürfe "nicht einmal ansatzweise" ausräumen können.

Im Vorjahr hatte es ein ähnliches Urteil in Augsburg gegeben. Dabei musste VW dem Käufer eines Golf-Diesel nach sechs Jahren sogar den vollen Kaufpreis erstatten. In fast allen anderen Urteilen gab es jedoch Abzüge entsprechend dem Wertverlust des Fahrzeugs.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2019, 18:17 Uhr

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23 Kommentare

27.01.2019 20:02 Samoht 23

41 MILLIARDEN DAS FEHLT DANN UND ALLE WERDEN ES AUSBADEN MÜSSEN, WIE BEI ALLEM ANDEREN AUCH,RENTE , UNGLEICHHEIT DER STUNDENLÖHNE OST WEST BEI GLEICHER ARBEIT USW. ,ICH FAHRE MEINEN JAPANER DIESEL BIS DER TÜV UNS SCHEIDET!!!!!!!!!

27.01.2019 10:57 Supercat 22

Sehr geehrter Hans, Sie haben Ihr Auto nicht nach den Abgaswerten ausgesucht, sondern nach Ausstattung und Preis. Nicht nur Ihr Gejammer ist recht fadenscheinig. Schön locker bleiben. Flächendeckende Fahrverbote wird's schon nicht geben. Dagegen halte ich den Einwurf von Samoth für sehr interessant. Man stelle sich vor, in wenigen Jahren summen nur noch E-Autos über die Straße. Da wären 41 Milliarden Mineralölsteuer futsch. Aber bis dahin wird ja keine Braunkohle mehr verstromt und der Strompreis steigt in schwindelerregende Höhen. Warum eigentlich? ;-)

27.01.2019 09:57 Hans 21

Alle Kommentare, die von uns betrogenen Autokäufern abgegeben werden, interessieren in diesem moralisch verkommenen geldregierten Deutschland niemanden. Jeder sollte nachdenken, wem er seine Stimme bei der nächsten Wahl gibt.

27.01.2019 09:47 jochen 20

Das ein erwiesener schwerer Betrug von Medien als - "Schummel" - bezeichnet wird, ist ungeheuerlich. Das ist wieder einmal Bildzeitungsniveau.

26.01.2019 20:26 Majer 19

Ja, die Entwicklung was Diesel an geht, wie es sich Jahr für Jahr das ganze Entwickelt, echt der Hammer. Es ist ganz einfach,... Geld regiert die Welt, die Reichen stehen immer über das Gesetz, es ging immer schon nur ums Geld, seit die Menschheit da ist. Die Politiker sind nur Schachfiguren. Entscheidungen werden woanders gemacht und nicht wo die 700 Politiker sitzen und reden reden. Die Autokonzerne bauen einfach viel zu viele Autos die die gar nicht verkaufen können. Wenn ich ein Auto ab 15000 kaufe, dann fahre ich auch sehr lange und so können die kein geld verdienen. Das heißt, Lösung muss her und das sind wir die Diesel Fahrer. Es geht gar nicht um die Klima. Z.b. ein Raucher stößt Vielfaches an CO2 aus wie ein Diesel, aber da macht sich keiner Gedanken. Oder das Feuerwerk am Silvester, ist einfach gigantisch was da an einem Abend auf der ganzen Welt ausgestoßen wird. Oder wenn die Kerzen brennen, auch ohne Ende, mehr wie ein Diesel.

26.01.2019 12:05 SAMOHT 18

ALLE REDEN ÜBER E MOBILITÄT, ABER WER DENKT AN DIE MASSIVEN EINBUSSEN AN MINERALÖLSTEUER,DA KASSIERT DER STAAT JA OHNE ENDE!!!! WO BITTE UND WIE WERDEN DANN ALLE BÜRGER DIESE LÜCKE FÜLLEN DÜRFEN???? HAUPTSACHE ÜBER 700 ABGEORDNETE IN BERLIN UND NIX PASSIERT!!!

26.01.2019 10:47 Dominik Bausenwein 17

Aktuell spielen die Konzerne wohl auf Zeit, und hoffen das möglichst viele Dieselbesitzer das Auto gegen den Baum fahren.
So das sie bei einem jurisitischen Gesamturteil eine möglichst lange Nutzung vorliegt. Damit sie diese auf die Neukaufkosten im Schadensersatzfall anrechnen können.
Ein Jahr Verzögerung kann hier bei einer Sammelklage von 1Mio. Dieselbesiter chnell mal 1Milliarde "Schadensersatz" ausmachen. Was der Kläger (Kunden) nicht bekommt.
Zumal SUV "Luxus-Diesel-Fahrer" ja auch älter sind, einige Kläger sterben in 5-Jahren einfach weg....
Sie schauen nur auf die Zahlen ihrer Bwl'ler und Investoren der Reputationsverlust wiegt aktuell weltweit schwerer. Auofirmen die keine Autos verkaufen sind wertlos...

26.01.2019 10:35 Supercat 16

"Volkswagen war 2018 mit insgesamt 643.518 zugelassenen Neuwagen die erfolgreichste Automarke." (Autozeitung vom 4. Januar 2019) Die meisten deutschen Käufer fühlen sich wohl doch nicht hinters Licht geführt. Und jeder, der ein Auto kauft, weiß ja, dass er sich eine Dreckschleuder anschafft. Trifft in der ökologischen Gesamtbilanz übrigens auch auf E-Autos zu.

26.01.2019 09:16 Satiane 15

Der kleiner mann soll die Fehler der grosser ausbaden. Habe vor Jahren ein Auto gekauft,,bin gut damit gefahren, bis grüne plakatte rauskamm.Musste nachrussten. Das Auto hat nach einige Zeit Motorschaden bekommen.
Habe vor kurzen eines gekauft mit grüne Plakatte gekauft,dann kamm raus, das was zu Zeit dieskutiert wird. Bin entãucht wann das durchgesetzt wird.Es sei den bekomme ich von so genannten Umweltschûtzer Geld für neue Auto. Übrigens es spricht sich viel dafür kein Mensch wird sich ein neuen in Deutschland kaufen.....viel auffällig was hier abgezogen wird.

26.01.2019 07:20 Pitbrat 14

Die Politiker bzw unsere Regierung wird für uns auf Bezug zudem ganzen Diesel Skandal nichts tun,weil die Autoloby zu stark ist in unserem Land, und die Politiker nach deren Politkarieren wollen auch noch ein ruhiges Postchien in der Industrie haben,zu einem ein VW Konzern ist zum Teil auch noch staatlich das heißt man wird sich nicht selber in die Suppe spucken.
Ich denke, die Gelbwesten in Frankreich haben uns ein Beispiel geliefert wie es zu machen ist... Mit Massen Protesten. Die Politik will auch noch nach neussten Berichten Kraftstoff deutlich verteuern uns damit bestrafen und nicht die Autoindustrie.