Ein Cafe mit der Aufschrift "Coffee to go" am Schaufenster.
Ein Kaffee zum Mitnehmen zwischen zwei Arbeits-Terminen unterbricht laut Gericht den Arbeitsweg. Bildrechte: dpa

Urteil "Coffee to go"-Unfall während Arbeitszeit nicht versichert

Eine Krankenpflegerin macht zwischen zwei Terminen einen Abstecher zur Bäckerei und hat dabei einen Unfall. Muss ihre Berufsgenossenschaft zahlen? Das Landessozialgericht Thüringen sagt "Nein". Der Arbeitsweg sei unterbrochen worden.

Ein Cafe mit der Aufschrift "Coffee to go" am Schaufenster.
Ein Kaffee zum Mitnehmen zwischen zwei Arbeits-Terminen unterbricht laut Gericht den Arbeitsweg. Bildrechte: dpa

Arbeitnehmer, die sich auf dem Weg zwischen zwei Arbeitsterminen einen Kaffee oder einen Snack holen, sind bei einem Unfall nicht automatisch unfallversichert. Das geht aus einem Urteil des Thüringer Landessozialgerichtes hervor.

Darin heißt es, Betriebswege wie die Fahrt von einem Klienten zum nächsten stünden zwar unter Versicherungsschutz. Ein Zwischenstopp bei einem Bäcker unterbreche aber den versicherten Weg. Wer sich einen "Coffee to go" hole, tue dies aus persönlichen Gründen. Es bestehe kein sachlicher Zusammenhang zwischen dem Kaffeeholen und der eigentlichen versicherten Tätigkeit. Die Entscheidung kann beim Bundessozialgericht noch angefochten werden.

Zwischen zwei Terminen zum Bäcker

Im konkreten Fall wollte sich die Mitarbeiterin eines mobilen Pflegedienstes vor einem Termin einen Kaffee in einer Bäckerei holen, um ihn nach der Arbeit zu trinken. Auf dem Weg zur Bäckerei stürzte sie und verletzte sich am Knie. Die Berufsgenossenschaft erkannte dies nicht als Arbeitsunfall an. Die Frau klagte dagegen, verlor aber in der Vorinstanz. Das Landessozialgericht bestätigte nun dieses Urteil.

(Az.: L 1 U 1312/18)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juni 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2019, 13:35 Uhr