Ein Briefkasten, in den ein Brief eingeworfen wird.
Wer auf dem Arbeitsweg private Post einwerfen will, ist nicht automatisch gesetzlich unfallversichert. Bildrechte: Colourbox.de

Urteil zu Unfallversicherung Briefe-Einwerfen gehört nicht zum Arbeitsweg

Das Bundessozialgericht hat ein Urteil zu Unfällen auf dem Arbeitsweg gefällt. Demnach ist man in der Regel nicht gesetzlich unfallversichert, wenn man den Arbeitsweg für private Tätigkeiten unterbricht.

Ein Briefkasten, in den ein Brief eingeworfen wird.
Wer auf dem Arbeitsweg private Post einwerfen will, ist nicht automatisch gesetzlich unfallversichert. Bildrechte: Colourbox.de

Wer auf seinem Arbeitsweg private Post in einen Briefkasten einwerfen will, ist dabei in der Regel nicht gesetzlich unfallversichert. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel entschieden.

Im konkreten Fall hatte eine Arbeitnehmerin aus dem Erzgebirge auf dem Weg von der Arbeit nach Hause die private Post einwerfen wollen. Sie parkte dafür ihr Auto am Straßenrand, um zu Fuß zum Briefkasten zu gehen. Beim Aussteigen aus dem Auto stürzte die Frau, das Auto rollte über ihren linken Fuß. Den Unfall wollte sie von der Berufsgenossenschaft als versicherten Wegeunfall anerkannt haben.

"Nicht geringe Unterbrechung" des Arbeitsweges

Das lehnte der Versicherungsträger ab - zu Recht, wie das Bundessozialgericht nun entschieden hat. In der Begründung der Kasseler Richter heißt es, es könne Versicherungsschutz bestehen, wenn der Arbeitsweg gering durch eine private Tätigkeit unterbrochen werde, die Tätigkeit also quasi "im Vorbeigehen" erfolge.

Im vorliegenden Fall sei das aber nicht so gewesen. Die Arbeitnehmerin habe ihren Arbeitsweg "zeitlich und räumlich" unterbrochen, als sie das Auto gestoppt habe, um zu Fuß zum Briefkasten zu gehen. Die private Tätigkeit sei damit nicht im Vorbeigehen erfolgt. Es handele sich vielmehr um eine "nicht geringe Unterbrechung" des Arbeitsweges.

(Az: B 2 U 31/17 R)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Mai 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2019, 13:59 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

07.05.2019 22:36 Sabrina 3

Wenn man den Arbeitsweg nicht unterbrechen darf, um schnell Post einzuwerfen, dann ist das nicht mehr nur ein Arbeitsweg, sondern Arbeitszeit, die zu bezahlen ist.

Wissen diese Richter eigentlich noch, was Sie tun?

Die Gewerkschaften mögen bitte das Urteil dahingehend verwenden, um die Bezahlung des Arbeitsweges als Arbeitszeit durchzusetzen.

07.05.2019 22:31 Sabrina 2

Die finden immer irgendetwas, um sich vor Zahlungen zu drücken.

Immer auf der Seite des Staates und der Versicherungen und niemals unabhängig und neutral - das sind deutsche Richter.

Hier müsste man eigentlich deutlicher werden, was das für Leute auf den Richterposten sind.
Abgehoben und mit großer Distanz zur arbeitenden Bevölkerung.

07.05.2019 18:13 Harzfreund 1

Na Gottseidank wurde das bei mir noch vor 15 Jahren noch problemlos als Arbeitsunfall gewertet, als ich einen Miniweg vom Auto zur Sparkasse zurück legte.