Das Logo des Internetvergleichsportals Verivox
Verivox ist ein beliebtes Vergleichsportal und hat entsprechend auch eine gewisse Marktmacht. Bildrechte: dpa

Verivox und Co. Verbraucherschützer fordern strengere Regeln für Vergleichsportale

Vergleichsportale wie Verivox und Check24 erleichtern die Suche nach einem günstigen Strom- oder Handytarif, einer Versicherung oder nach einem Kredit. Nach dem Kartellamt monieren nun auch Verbraucherschützer, dass oft unklar sei, wie die Ranglisten zustande kommen.

Das Logo des Internetvergleichsportals Verivox
Verivox ist ein beliebtes Vergleichsportal und hat entsprechend auch eine gewisse Marktmacht. Bildrechte: dpa

Die Deutschen Verbraucherschützer fordern eine strenge gesetzliche Regulierung von Internet-Vergleichsportalen wie Check24 oder Verivox. Verbandschef Klaus Müller kritisierte im "Handelsblatt", Vergleichsportale bildeten nicht die Angebote in ihrer Vielfalt und Breite ab.

Müller verlangte verbindliche Vorgaben. Dabei gehe es insbesondere um die Verfahren, wie die Ranglisten erstellt würden.

Weil Vergleichsportale so immens wichtig geworden sind, können sie sich nicht damit herausreden, dass sie tun und lassen können, was sie wollen.

Klaus Müller, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen

Verwirrende Werbeanzeigen - fehlende Anbieter

Der Verbraucherschützer bemängelte, oft seien ganz oben aufgeführte Angebote nicht die besten und die günstigsten. Vielmehr seien die Einträge dort häufig zu Werbezwecken platziert worden.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)
Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Bildrechte: dpa

Außerdem deckten manche Portale nicht den kompletten Markt ab. Für Verbraucher ärgerlich sei etwa, wenn wichtige Anbieter nicht berücksichtigt werden, weil man sich nicht über Provisionen einig geworden sei.

Zahlungen an Vergleichsportale für die Vermittlung sind aus Sicht der Verbraucherschützer legitim. Das gelte jedoch nicht für das Erkaufen von Bestenplätzen in den Rankings. Ferner dürften Portale nicht ignorieren, wenn sich Beschwerden über bestimmte Produktanbieter häuften.

Auch Kartellamt sieht Defizite

Ähnliche Schwachstellen hatte im Dezember das Bundeskartellamt aufgelistet. Nach einer Untersuchung von Vergleichsportalen zu den Branchen Reise, Energie, Versicherungen, Telekommunikation und Finanzen prüft die Behörde den Verdacht von Verstößen gegen Verbraucherrechte.

Bis vor Kurzem hatten die betroffenen Portale Zeit für Stellungnahmen. Einen abschließenden Bericht will das Kartellamt in diesem Jahr vorlegen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Februar 2019 | 14:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2019, 10:05 Uhr