Gesundheit Trockener Januar: Alkoholverzicht nach den Feiertagen

Bei vielen Menschen steigt am Ende des Jahres der Alkoholkonsum. Da scheint es doch sinnvoll, im Januar komplett auf alkoholische Getränke zu verzichten. Die Briten haben sogar einen eigenen Namen dafür: den "Dry January". Und auch in Frankreich haben Gesundheitsverbände zu einem alkoholfreien Januar aufgerufen. Aber was bringt es, einen Monat lang zu verzichten?

von Theresa Liebig, MDR AKTUELL

Ein Schild weist in der Innenstadt von Kassel auf das Alkoholverbot hin
Alkoholfrei durch den Januar, das fordern mehrere Gesundheitsverbände in Frankreich. Bildrechte: dpa

Fragt man die Menschen in der Innenstadt von Halle, was sie davon halten, im Januar keinen Alkohol zu trinken, sind die einen mehr, die anderen weniger motiviert. Manche glauben, dass es die "Völlerei" aus dem Dezember nicht ungeschehen mache. Andere finden die Idee gut, wiederum andere haben vor Silvester entsagt und Einige seitdem keinen Alkohol mehr angerührt.

Gar keinen Alkohol zu trinken, ist für den Körper natürlich die gesündeste Variante. Alkohol sei Gift für den Körper, sagt Steven Dooley vom Universitätsklinikum Mannheim. Der Professor forscht seit Jahren zu Lebererkrankungen, da spiele Alkohol auch eine Rolle.

Auf die Frage, ob man mit einen alkoholfreien Januar den Dezember sozusagen "ausgleichen" könne, antwortet Steven Dooley, das wäre ein Trugschluss. "Es ist nur so, dass die Leber auch sehr gut regeneriert und wenn Sie ihr eine Phase gönnen, in der sie dann eben nicht mehr gestresst wird, dann hat sie eben Zeit, zu regenerieren."

Das heiße aber nicht, dass man Dinge ausgleichen könne, die in "diesen Exzessen" irreversibel stattgefunden hätten, wenn etwa Zellen abgestorben oder in ihrer gnomischen Struktur verändert seien.

Alkoholverzicht gibt Aufschluss über Suchtverhalten

Was im Dezember Schaden angerichtet hat, lässt sich also im Januar nicht ungeschehen machen. Und wie streng muss man das Fasten nehmen? Auf die Frage, ob schon ein Bier auf der Geburtstagsfeier diese Erholungsphase der Leber stört, sagt Steven Dooley:

"Nein, so würde ich das gar nicht sehen", verneint Dooley. Im Endeffekt zählen laut dem Mediziner die Belastungen für die Leber, die "netto unterm Strich" auftreten.

Ob sie jetzt zwischendrin mal ein Bier trinken, das spielt dabei aus meiner Sicht überhaupt keine Rolle.

Steven Dooley Professor Universitätsmedizin Mannheim

Es kann aber aus anderen Gründen ratsam sein, mal zu testen, wie schwer einem der Alkoholverzicht fällt. Das bringe neue und wichtige Erfahrungen, sagt Michaela Goecke als Referatsleiterin Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

"Wie schwer ist das, auch auf dem Geburtstag oder jetzt an dem netten Abend bei dem leckeren Essen zu sagen: 'Aber ich verzichte auf Alkohol!'." Je leichter es falle zu verzichten, umso weniger habe man ein Alkoholproblem.

Wem das schwerfällt, dem könnte es helfen, in Gemeinschaft zu fasten. In Großbritannien wurde 2013 die Aktion "Dry January" ins Leben gerufen, der "trockene Januar". Ziel ist ein alkoholfreier Januar. Dabei kann man zum Beispiel per App nachschauen, wie viele Kalorien und wie viel Geld man beim Fasten gespart hat. Inzwischen beteiligen sich laut Website der Kampagne mehr als vier Millionen Menschen an der Aktion.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Januar 2020 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2020, 05:00 Uhr

3 Kommentare

seaking vor 12 Wochen

@1
Wem oder was interessiert hier, wer dein Kumpel ist !?
Schon dein Kommentar zeigt, dass du auch vom Alk betroffen bist.
Das sollte hier eine Anregung sein und kein Verhaltenskodex für alle Spritis...
Ich jedenfalls finde es gut, dass auch mal über solche Themen gesschrieben wird.

Hossa vor 12 Wochen

Für mich stellt es immer noch einen Unterschied dar ob man alkoholische Getränke trinkt oder eben säuft.
Die Dosis macht das Gift.

Oekonazi vor 12 Wochen

Das erzählen Sie einmal einmal meinen Kumpel 😱😱😱