Frau wischt das Wasser einer ausgelaufenen Waschmaschine auf.
Wassermelder können helfen, die Schäden durch austretendes Wasser zu minimieren. Bildrechte: imago images / Paul von Stroheim

Schäden vorbeugen Wie nützlich Wassermelder sein können

In Deutschland sind in jedem Neubau Rauchmelder vorgeschrieben. In vielen Bundesländern sind sie inzwischen auch in Bestandsbauten Pflicht. Auch Wasser kann bedrohlich werden und immense Schäden im Haus oder in der Wohnung verursachen. Nur sind Wassermelder längst nicht so verbreitet wie Rauchmelder.

von Sven Kochale, MDR AKTUELL

Frau wischt das Wasser einer ausgelaufenen Waschmaschine auf.
Wassermelder können helfen, die Schäden durch austretendes Wasser zu minimieren. Bildrechte: imago images / Paul von Stroheim

Wassermelder sind etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und arbeiten mit Sensoren. Sie tasten permanent die Umgebung ab und schlagen Alarm, wenn sie mit Feuchtigkeit bzw. Wasser in Berührung kommen.

Typischerweise stehen Wassermelder im Bad mit der Wanne, dem Hauswirtschaftsraum mit der Waschmaschine oder der Küche mit dem Geschirrspüler. Moderne Geräte schicken Warnmeldungen sogar auf das Smartphone. Somit kann der Mieter oder Eigentümer auch dann auf den Wasseralarm reagieren, wenn er unterwegs ist.

Genossenschaften in Sachsen reagieren

Sven Winkler vom Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften experimentiert schon länger mit solchen Systemen. Der Fachreferent für bauliche und technische Fragen denkt dabei vor allem an Seniorenwohnungen.

Winkler zufolge haben die sächsischen Wohnungsgenossenschaften insgesamt rund 300.000 Wohnungen. Davon seien etwa 300 mit einem technischen Gesamtpaket ausgestattet. Bei älteren und pflegebedürftigen Menschen habe man technische Maßnahmen wie eine Sturzerkennung oder eine Herdabschaltung realisiert.

Und die Wassererkennung ist dabei ein wichtiger Baustein.

Sven Winkler vom Verband der sächsischen Wohnungsgenossenschaften

Alle 30 Sekunden ein Wasserschaden

Die Versicherer beobachten schon seit Jahren, dass sich die Fälle mit Wasserschäden auf einem gleichbleibend hohen Niveau bewegen. Zudem kommen sie in Häusern und Wohnungen deutlich häufiger vor als Feuerschäden, erläutert der Schadensverhütungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Alexander Küsel.

Nach seinen Angaben registrieren Versicherer in Deutschland alle 30 Sekunden einen Leitungswasserschaden. Brandschäden in privaten Wohnungen seien deutlich seltener.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man einmal in seinem Leben von so einem Leitungswasserschaden betroffen ist, ist damit deutlich höher.

Alexander Küsel, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

Küsel zufolge machen Leitungswasserschäden knapp 50 Prozent der Schadenssumme aus, die Wohngebäudeversicherer im Jahr regulieren. Eine allgemeine Pflicht für Wassermelder ähnlich der Rauchmelderpflicht ist allerdings unwahrscheinlich. Das zuständige sächsische Innenministerium teilte auf Anfrage von MDR AKTUELL mit, dass es solche Pläne nicht gebe.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Mai 2019 | 07:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Mai 2019, 09:30 Uhr

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