Flüchtlinge stehen am Bug des Rettungsschiffes Lifeline der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline.
Die "Lifeline" darf jetzt in maltesische Gewässer. Bildrechte: dpa

Rettungsschiff steuert Malta an "Lifeline" darf in maltesische Gewässer

Die grundsätzliche Einigung steht: Das Rettungsschiff "Lifeline" soll in Malta anlegen dürfen, wenn die Verteilung der mehr als 230 Flüchtlinge an Bord auch auf andere Länder geklärt ist. Inzwischen kann das Schiff auch in maltesische Gewässer, um Windschutz zu suchen. Der deutschen Besatzung der "Lifeline" droht zudem ein juristisches Nachspiel.

Flüchtlinge stehen am Bug des Rettungsschiffes Lifeline der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline.
Die "Lifeline" darf jetzt in maltesische Gewässer. Bildrechte: dpa

Das Rettungsschiff "Lifeline" darf in maltesische Gewässer. Die Dresdner Organisation Mission Lifeline twitterte am Mittwoch, "die @MV_LIFELINE darf jetzt in Maltesische Gewässer, um Windschutz zu suchen". Die "Lifeline" hatte am Morgen um Zugang zu den maltesischen Gewässern gebeten, weil viele Menschen an Bord wegen der hohen Wellen und des Windes schwer seekrank seien. Einige Menschen benötigten bereits intensive medizinische Behandlung.

Zuvor hatte Malta am Dienstag nach Tagen der Ungewissheit prinzipiell zugesagt, dass das Schiff anlegen darf. Allerdings ist diese Zusage nach Angaben des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte, der mit seinem maltesischen Amtskollegen Joseph Muscat gesprochen hatte, mit der Bedingung verbunden, dass die Flüchtlinge auf weitere europäische Länder verteilt werden.

"Grünes Licht" steht noch aus

Die Regierung in Valletta erklärte später, dass sich vier Mitgliedsstaaten bereit erklärt hätten, zwei weitere würden eine Beteiligung prüfen. Italien, Frankreich und das deutsche Bundesland Berlin hatten bereits ihre Hilfe in Aussicht gestellt. Allerdings kann Berlin nicht alleine darüber entscheiden.

Solange allerdings nicht abschließend geklärt ist, wer die 230 afrikanischen Migranten der "Lifeline" aufnimmt, wartet das deutsche Rettungsschiff auf das endgültige "grüne Licht", um einen maltesischen Hafen anzulaufen.

Ermittlungen gegen "Lifeline"-Kapitän

Malta erwägt unterdessen, Ermittlungen gegen den Kapitän des Rettungsschiffes der deutschen Nichtregierungsorganisation "Mission Lifeline" aus Dresden aufzunehmen. Laut der Regierung in Valetta hatte er Anweisungen der italienischen Behörden ignoriert. Rom hatte erklärt, das Schiff sei aufgefordert worden, die am Donnerstag vergangener Woche erfolgte Bergung der 230 Migranten aus libyschen Hoheitsgewässern der libyschen Küstenwache zu überlassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juni 2018 | 14:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 18:14 Uhr

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81 Kommentare

28.06.2018 22:07 Eulenspiegel 81

Man muss da mal klar sagen Europa und Afrika sind seit Jahrhunderten verbunden schon aus der Kolonialzeit. Die Europäischen Staaten haben sich damals, jeder für sich, ein Stück Afrika angeeignet und ausgebeutet. Die Verbindung von Europa und Afrika war immer da und in der Regel zum Schaden von Afrika. Wer also meint Afrika da haben wir nichts mit zu tun der sollte sich mal mit der Geschichte befassen.

28.06.2018 11:59 Ekkehard Kohfeld (Lieber Demokrat als Miethai) 80

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27.06.2018 19:06 Klaus 79

@ { 27.06.2018 13:51 Steffen }
Am liebsten wäre mir, wenn es keinen Waffenhandel gäbe, keine Kriegspolitik (was haben die fremden Soldaten in vielen Staaten der Welt zu suchen?) und einen fairen Handel. Das ist das was ich will, aber die Realität sieht leider anders aus, die auch ich als gegeben akzeptieren muss.
Da man an den Fluchtursachen nichts machen will, bleibt nur die 2. Wahl, nämlich den Flüchtlingen zu helfen. Und deshalb bin ich für die 2. Wahl, zumindest solange meine 1. Wahl nicht realisiert wird, bzw. wenn man auf meinen Rat hören würde, gäbe es keine Flüchtlinge.

27.06.2018 18:53 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 78

@ Red.:
Zitat #62. C.T.:
"Die Zustände in Afrika sind Folge von unkontrollierter Überbevölkerung, grundsätzlichem Gewalt- und Korruptionspotentials innerhalb der Kulturen [...]"

Na, Mesch, da lehnt Ihr Euch aber für rassistische Ansichten wieder sehr weit aus dem Fenster... Der Bernd scheint zu wirken!

Hochachtungslos

27.06.2018 17:01 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 77

Da fehlt halt der logische Schluß!

Bananenpreise von 1,50€/kg fordern, sich dann aber wundern, wenn Menschen keinen Bock mehr darauf haben, nur Bananen zu ernten. Wenn man dann 2€/kg nimmt, wird sich darüber beschwert, daß man kein Herz für Rentner hätte...

Wenn man solche Verknüpfungen ausblendet, versteht man auch nicht, warum sich Menschen auf den Weg nach Europa machen. Dazu kommen dann noch die Fluchtgründe Krieg oder menschenunwürdige Verhältnisse.

Derzeit sind knapp 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Da sind 1-2 Millionen in Deutschland untergekommene Flüchtlinge 'ein kleiner Teil'.
Pro Jahr werden in Deutschland ca. 130 Mrd. für 'Soziales' ausgegeben.
Bis die 'Flüchtlingshilfe' davon einen merklichen Teil ausmacht, müssen aber noch bedeutend mehr Menschen aus dem Mittelmeer gerettet und direkt nach Deutschland gebracht werden.

Die fehlende Butter auf Omas Brötchen liegt nicht an den Flüchtlingen!

27.06.2018 15:04 Klaus 76

@ { 27.06.2018 13:20 Wolfgang Nawalny }
Unsere Besorgten sind aber ganz schön durcheinander. Da ist niemand aus Kalkutta dabei und es ist auch nicht absehbar, dass künftige Flüchtlinge aus Kalkutta zu uns kommen und halb Kalkutta schon gar nicht. Die Besorgten schwafeln schon seit 3 Jahren, dass wir keine Flüchtlinge aufnehmen können, die Realität hat das Gegenteil schon X-mal bewiesen. Die Realität ist, in Europa geht es niemanden so gut wie uns. Die Steuerquellen sprudeln und die Wirtschaft brummt. Das sollten unsere Berufsjammerer mittlerweile auch gegriffen haben.

27.06.2018 14:42 Eulenspiegel 75

Hallo Nawalny 71
"Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!"
Kein Mensch hat hier behauptet das diese Satz falsch ist. Ich würde sogar die Behauptung wagen das das jeder hier diesen Satz unterschreiben kann. Es geh ja auch gar nicht darum alle auf zu nehmen. Das Ziel muss es sein mit dafür zu sorgen das diese Menschen nicht mehr aus ihrer Heimat flüchten müssen um zu überleben. Die Aufnahme von Flüchtlingen kann nur eine Ersthilfemaßnahme sein. Es gibt eben nicht nur Schwarz oder Weiß. Oder anders ausgedrückt: Wir können nicht ganz Afrika aufnehmen also nehmen wir keinen auf.

27.06.2018 14:03 Werner 74

69 Kommentare bis 14:03 27.06.2018. 11 Mal der Begriff "Besorgte" (15,94%) - davon ganze 10x (14,5%) vom besorgten und unantastbaren "Klaus", sowie 1x von "Afa" (1,44%). Gibt mindestens 2 "Bienchen" für Klausi - "Afa" muss leider noch bissel üben.

27.06.2018 13:51 Steffen 73

@68, brauchen sie auch nicht( Koffer), dafür gibt's in Deutschland reichlich Gutmenschen, die Sachen überlassen. Aber eins haben sie alle dabei, ein Handy, damit sie die gute Nachricht in der alten Heimat weiter verbreiten können. Mal eine Frage an sie, wie viele “Hilfsbedürftige Menschen“ wollt ihr noch nach Europa lassen? Und löst ihr damit das grundsätzliche Problem in Afrika? Wenn man nur die jungen Männer herholt, kann man sich auch hier Probleme schaffen. P.S. auf dem dänischen Schiff waren auch nur wenige Kinder an Bord, zum Thema, es kommen nur Familien.

27.06.2018 13:32 MICHA 72

Wer 5-6 tausend Euro an Schlepper bezahlen kann ist nicht Arm! Das ist fast die Hälfte meines netto Jahreseinkommens! Wie viele Frauen und Kinder waren an Bord? Wer sich absichtlich "in Seenot" begibt ist selber Schuld. Die Flüchtlinge sind alle an Bord gegangen von einem sicheren Land!