Corona-Pandemie RKI: Britische Virusmutation ist besorgniserregend

Die Zahl der Corona-Infektionen sinkt weiter. Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, und Gesundheitsminister Spahn warnen aber vor zu frühen Lockerungen. Laut RKI sind die Virusmutationen in Deutschland angekommen und breiten sich aus.

Lothar Wieler und Jens Spahn
Lothar Wieler (l.) und Jens Spahn sind besorgt wegen der Virusmutationen. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinkt weiter. Erstmals seit drei Monaten gebe es wieder weniger als 200.000 akut Infizierte, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag. Allerdings sinke die Zahl der Infektionen noch nicht schnell genug. Die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut (RKI) sehen daher noch keinen Grund zur Entspannung in der Pandemie.

Wir sind auf dem Weg raus aus der Pandemie. Diesen Weg gehen wir entschlossen, aber vorsichtig.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Mutationen breiten sich weiter aus

Besonders die Virusvariante, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde, sei besorgniserregend, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Sie sei inzwischen in 13 von 16 Bundesländern nachgewiesen worden und habe eine Verbreitung von etwa sechs Prozent in Deutschland erreicht. Wie in anderen europäischen Ländern sei aber damit zu rechnen, dass sich die Mutationen weiter ausbreiten und die Bekämpfung der Pandemie dadurch erschwert wird. Die britische Variante ist laut RKI ansteckender und verursacht wohl schwerere Krankheitsverläufe. Covid-19 sei damit insgesamt gefährlicher geworden.

Das Virus ist noch nicht müde. Im Gegenteil: Es hat gerade erst einen Boost erhalten.

Lothar Wieler, RKI-Präsident

Nach aktuellem Stand dauert der Lockdown bis Mitte Februar. In der nächsten Woche wollen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sowie die Bundesregierung erneut beraten. Wenn es Lockerungen geben sollte, werde man zuerst Schulen und Kitas öffnen, sagte Spahn.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Februar 2021 | 11:00 Uhr