"Provokation einer Minderheit" Corona-Proteste: Ärzte im Land fordern mehr Respekt

Die Ärzte in Sachsen-Anhalt sprechen sich deutlich gegen Corona-Proteste vor Kliniken aus. Der Präsident der Ärztekammer des Landes, Uwe Ebmeyer, fordert ein "Mindestmaß an Respekt und Rücksichtnahme". Die Wahl eines Versammlungsortes sei "nicht alternativlos".

Kerzenprotest gegen Impfpflicht vor Chemnitzer Klinikum
Auch in Sachsen, vor dem Chemnitzer Klinikum, wurde in der Vergangenheit gegen die Impfpflicht protestiert. (Archivbild) Bildrechte: Harry Härtel/haertelpress
Uwe Ebmeyer, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt
Uwe Ebmeyer ist Präsident der Ärztekammer von Sachsen-Anhalt. Bildrechte: dpa

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt fordert angesichts der Aktionen gegen die Corona-Politik vor Kliniken mehr Respekt und Rücksichtnahme. "In den Kliniken kämpft das gesamte medizinische Personal um das Überleben einzelner schwerkranker Patientinnen und Patienten", erklärte der Präsident der Ärztekammer, Uwe Ebmeyer, am Donnerstag.

Wenn vor den Kliniken 'Spaziergänger' gegen die Corona-Politik und Hygienemaßnahmen demonstrieren, ist dies gerade keine Solidarisierung mit dem Klinikpersonal, sondern eine Provokation einer Minderheit.

Uwe Ebmeyer Präsident Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit seien selbstverständlich Grundwerte, die geschützt und gelebt werden sollten. "Die Wahl des Versammlungsortes ist jedoch nicht alternativlos", hieß es in der Erklärung der Ärztekammer. Es solle ein "Mindestmaß an Respekt und Rücksichtnahme" für die Menschen vorhanden sein, die ihre Leben der Gesundheit anderer Mensch widmen, und für die Betroffenen, die in den Kliniken und Arztpraxen behandelt werden.

Gegenprotest in Merseburg geplant

An diesem Freitag hat das Bündnis Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage zu einer Gegenaktion vor dem Carl-von-Basedow Klinikum aufgerufen. "Schützen wir unser Krankenhaus vor egoistischen, verantwortungslosen Schreihälsen", heißt es in einem Aufruf. Damit reagiere das Bündnis auf einen Aufruf zum Protest gegen die Impfpflicht für medizinisches Personal.

In anderen Städten wie Jena und Dresden hatte es vor Kliniken bereits Protestaktionen gegen die Corona-Politik gegeben.

dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 20. Januar 2022 | 18:00 Uhr

82 Kommentare

Anita L. vor 16 Wochen

Wir müssen nicht für eine Impfpflicht demonstrieren, Aufgedeckt, mal ganz davon abgesehen, dass Menschen wie ich zum Beispiel auf eine Impfpflicht nur zu gern verzichten würden - wenn nicht so viele ihren gesunden Menschenverstand verloren hätten und angesichts einer milliardenfach verimpften Prävention von irgendwelchen Langzeitstudien und unzureichender Untersuchung der Nebenwirkungen phantasieren und dabei am liebsten die Hilfspräventionen wie Maske und Tests abschaffen würden.

Aufgedeckt vor 16 Wochen

"insbesondere wenn diese für etwas demonstrieren, was von vielen Menschen als dumm angesehen wird, "

Von einigen wenigen!

Rechnen sie doch einfach mal hoch wieviele für und wieviele gegen die Impfpflicht demonstrieren.

Anita L. vor 16 Wochen

Herr Mutschmannn hat Demonstrationen vor Kliniken und das Stören der täglichen Arbeit befürwortet? Das wäre mir neu. Ich habe nur gelesen, dass er sich ab März arbeitslos meldet, weil er gegen eine Impfpflicht ist.

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