Impfung gestartet Bislang 12 Fälle von Affenpocken in Sachsen-Anhalt

Bisher haben sich vergleichsweise wenige Menschen in Sachsen-Anhalt mit den Affenpocken infiziert. Das RKI schätzt die Gefahr für die Bevölkerung als "gering" ein. Erste Impfungen gibt es schon jetzt, ab Herbst soll es mehr Impfstoff geben.

Eine Frau arbeitet im Institut.
Bislang sind die Affenpocken in Sachsen-Anhalt vergleichsweise selten nachgewiesen worden. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/Bundeswehr

In Sachsen-Anhalt sind die Affenpocken bislang vergleichsweise selten aufgetreten. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, sind bis einschließlich 16. August landesweit zwölf Erkrankungen gemeldet worden. Bundesweit sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang rund 3.200 Fälle von Affenpocken bekannt geworden.

In Deutschland wurden die Affenpocken Mitte Mai erstmals nachgewiesen. Der erste Fall in Sachsen-Anhalt wurde einige Tage später festgestellt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verteilen sich die Fälle bislang relativ gleichmäßig über das Land. Mehrere seien unter anderem in Magdeburg und im Landkreis Harz bekannt geworden. In Halle sei am Dienstagnachmittag der vierte Fall bestätigt worden, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Erst vergangene Woche war der dritte Fall von Affenpocken in Halle aufgetreten.

Insgesamt haben sich laut Gesundheitsministerium in Sachsen-Anhalt zehn Männer und zwei Frauen infiziert. Die Altersspanne liege zwischen 22 und 56 Jahren.

RKI: Gefahr durch Affenpocken ist gering

Das RKI schätzt die Gefahr von Affenpocken für die Bevölkerung als "gering" ein, da die Krankheit nur bei engem Körperkontakt und über Körperflüssigkeiten übertragen werden könne. Die Ständige Impfkommission (Stiko) sieht deshalb besonders bei Menschen mit wechselnden Sexualpartnern ein höheres Risiko sich anzustecken. Es sei aber auch möglich sich per Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen und Sprechen anzustecken.

Symptome: Anzeichen für Affenpocken

Erste Anzeichen für eine Infektion mit Affenpocken können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sein. Mit der Zeit entwickelt sich ein fleckiger Hautausschlag, der Pusteln ausbildet. Der Ausschlag tritt häufig im Anal- und Genitalbereich, an Rumpf, Armen und Beinen auf.

Eine Hand mit Pocken, darunter der Text: "So gefährlich sind Affenpocken wirklich" 1 min
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Die Affenpocken haben Sachsen-Anhalt erreicht. Woran man die Krankheit erkennt und ob jetzt eine Pandemie droht, erklärt MDR-Redakteur Jan Schmieg kurz und knapp in 60 Sekunden.

MDR S-ANHALT Di 24.05.2022 17:00Uhr 00:50 min

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Impfungen gegen Affenpocken laufen

Wie das Gesundheitsministerium weiter mitteilte, sind die ersten Impfungen gegen Affenpocken in den Gesundheitsämtern gestartet. Da es derzeit nur wenig Impfstoff gebe, würden zunächst nur Menschen geimpft, die möglicherweise mit dem Erreger in Kontakt gekommen sind. Laut Empfehlung der Stiko schützt die Impfung auch nach einem Viruskontakt, wenn sie innerhalb von 14 Tagen verabreicht wird und solange die Person noch keine Symptome einer Erkrankung aufweist.

Die Zahl der gelieferten Impfdosen beläuft sich dem Gesundheitsministerium zufolge auf einen niedrigen dreistelligen Wert. Zum frühen Herbst, möglicherweise im September, solle der Bund eine größere Menge an Impfstoff bereitstellen.

dpa, MDR (Jolina Schlaß, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. August 2022 | 16:00 Uhr

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