Kampagne für sicheres Radfahren Polizei kontrolliert am Donnerstag Fahrradfahrer in Sachsen-Anhalt

Der Schutz von Radfahrern steht am Donnerstag im Mittelpunkt eines Aktionstages in Sachsen-Anhalt. Er ist Start der Kampagne "#MenschaufmRad" von der Landespolizei. Radfahrer und auch Autofahrer sollen kontrolliert werden. Doch es gibt auch Kritik an der Ausrichtung der Kampagne.

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Radspur im Stadtverkehr
Radfahrer sollen mit dem Aktionstag und der Kampagne "#MenschaufmRad“ für mögliche Gefahren sensibilisiert werden. Auch Autofahrer sollen in den Kontrollen gezielt angesprochen werden. Bildrechte: dpa

Radfahrer sollen am Donnerstag im Zuge eines Aktionstages in ganz Sachsen-Anhalt kontrolliert werden. Ihr Schutz und ihre Sicherheit stehen laut Innenminister Michael Richter (CDU) im Fokus, denn der Aktionstag ist der Auftakt für die Kampagne "#MenschaufmRad – Sicher durch den Verkehr". Die hat die Landespolizei Sachsen-Anhalt ins Leben gerufen. "Im Fokus der Kontrollen, die an diesem Tag durchgeführt und anschließend regelmäßig landesweit fortgesetzt werden, stehen nicht nur Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer", heißt es vom Innenministerium.

Symbolbild - Fahrradfahrer mit schweren Verletzungen nach Verkehrsunfall mit einem Auto.
Im Jahr 2020 gab es 2.703 Verkehrsunfälle mit Radlern in Sachsen-Anhalt, 2019 waren es 2.831. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Panthermedia

Die Kontrollen und die Kampagne sollen dazu beitragen, die Sicherheit der Fahrradfahrer in Sachsen-Anhalt nachhaltig zu erhöhen. Im vergangenen Jahr hatte es mehr als 2.700 Unfälle mit Radfahrern gegeben, 13 waren ums Leben gekommen. Dabei wurde laut Statistik knapp die Hälfte dieser Unfälle von den Radlern verursacht. "Die Ursachen für Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrenden liegen dabei nicht nur im falschen Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmenden", so das Ministerium. "Sie beruhen mitunter auch auf dem riskanten und manchmal sogar bewussten Fehlverhalten der Radfahrerinnen und Radfahrer selbst.

ADFC findet Ausrichtung falsch

Der ADFC sieht diese Aussage kritisch. "Wer tödliche Unfälle verhindern will, muss bei den Verursachern ansetzen", sagte Martin Hoffmann, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Sachsen-Anhalt. Schwer verletzte oder getötete Fahrradfahrer gäbe es fast ausschließlich unter Beteiligung des motorisierten Verkehrs. Hoffmann wünscht sich deshalb auch Kontrollen bei Auto- und LKW-Fahrern. "Ob der Überholabstand mit innerorts 1,5 Metern, außerorts 2 Metern eingehalten wird und LKW-Fahrer mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen." Denn das seien nun einmal die neuen Regelungen, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT.

Zudem hinterfragt er die Statistik, die besagt, dass die Hälfte aller Unfälle von Radfahrern verursacht werden. "Alleinunfälle zählen da auch hinein, wenn es glatt ist, jemand in ein Loch fährt", so der Landesvorsitzende des ADFC. Er denkt, dass die Zahl deshalb nicht korrekt ist. Generell sei das Vorhaben "#MenschaufmRad – Sicher durch den Verkehr" löblich, jedoch die Ausrichtung schwierig.

Fahrsicherheitstraining mit E-Bikes in Eisleben

Auch E-Bikes sind Thema bei "#MenschaufmRad". Denn die Zahlen der Unfälle mit E-Bikes stiegen in der Vergangenheit. Im Jahr 2020 waren es 167, wobei zwei Menschen starben. Ein Jahr zuvor waren es 103 Unfälle. In Eisleben bieten Kreisverkehrswacht und Polizei deshalb am Donnerstag im Rahmen des Aktionstages ein Fahrsicherheitstraining mit E-Bikes an. In Halle will die Polizei in und um die Innenstadt verstärkt zwischen 8:30 Uhr und 15 Uhr alle Verkehrsteilnehmer kontrollieren und beraten. Vor allem gehe es um die Erkennbarkeit von Radfahrern im Straßenverkehr, die Gefahren des toten Winkels und um Ablenkung.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. April 2021 | 08:30 Uhr

Mehr aus Sachsen-Anhalt